Insgesamt 240 Millionen Euro Kosten

Kretschmann über Theater-Sanierung „Wir haben hier keinen Goldesel“

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Winfried Kretschmann äußert sich zu der Sanierung des Mannheimer Nationaltheaters. (Symbolfoto)

Mannheim - Gerade erst hat der Gemeinderat die Zustimmung für die Sanierung des Nationaltheaters gegeben, da meldet sich Ministerpräsident Winfried Kretschmann zu Wort – und das nicht positiv:

200 Millionen Euro – so viel soll die Sanierung des Mannheimer Nationaltheaters kosten! Dazu kommen noch 40 Millionen Euro für einen Ersatzspielplatz. Am Dienstag (24. Juli) stimmt der Gemeinderat dem Projekt zu. Allerdings in dem Wissen, dass die Stadt und der Bund gerade einmal 80 Millionen Euro dazu beitragen können. Den Rest erhofft man sich vom Land Baden-Württemberg.

CDU-Bundestagsabgeordneter Nikolas Löbel geht sogar soweit, dass das Land sich mit der gleichen Summe beteiligen solle. Er appelliert an Ministerpräsident Winfried Kretschmann, dass er sich an sein Versprechen halte: „Alles andere wäre eine große Enttäuschung für Mannheim“, so Löbel am 20. Juli 2018.

Kretschmann kontert in scharfem Ton

Der Ministerpräsident von Baden-Württemberg äußert sich dazu am Donnerstag (26. Juli) irritiert. Es gehe schließlich nicht um ein Landestheater: „Das sind freiwillige Leistungen, die Bund und Land erbringen. Darauf hat die Stadt Mannheim keinen Anspruch“, sagt Kretschmann gegenüber der Deutschen Presse Agentur, „Was ich da teilweise aus Mannheim höre, irritiert mich.“

Er habe bereits viel dafür getan, dass der Bund einen Teil zu der Sanierung beiträgt. Umso mehr erstaune es ihn, wenn man in Mannheim von einem Trostpflaster spreche, mit dem man abgespeist würde. 

Wie viel das Land aber zahlen wird, sagt er bislang nicht: „Wir haben hier keinen Goldesel, wo man mal am Schwanz zieht und dann spuckt er das Geld aus. Wir müssen die Schuldenbremse erfüllen, wir müssen unseren Haushalt sanieren.“

dpa/dh

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