Ein Projekt von ‚Migrants4Cities‘

Die Stadt von Morgen: 5 neue Ideen für ein nachhaltiges Mannheim!

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Öffentliche Testaktion am 13. April 2018: Wozu man die Straße ohne Autos nutzen kann.

Mannheim - Seit 18 Monaten plant die Gruppe ‚Migrants4Cities‘ die Zukunft der Stadt. Bei einem Workshop werden dafür fünf Ideen ausgesucht, die bald verwirklicht werden sollen:

Deutschlandweit werden die Städte bunter, voller und unübersichtlicher. Zudem verändert sich unser Umgang mit Technologie. Wir werden zu halbdigitalen Wesen, die ununterbrochen erreichbar sind. An Zeit und vor allem Gemeinschaft mangelt es uns dennoch. Gerade Mannheim ist ein Paradebeispiel für eine vielfältige Bevölkerung und eine ebenso vielfältige Entwicklung.

Deshalb beginnt vor eineinhalb Jahren das Projekt ‚Migrants4Cities‘. Der Name kommt nicht von ungefähr. Mehr als 40 Prozent der Mannheimer haben einen Migrationshintergrund – aus einem von 170 Nationen, die hier leben! 

Deshalb machen sich 20 Mannheimer mit internationalen Biografien sowie Vertreter aus Stadtverwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft vor 18 Monaten daran, Ideen für eine nachhaltige Stadt zu entwickeln. Eins vorneweg: die Ideen sind da. Und auch die Umsetzung wird wohl nicht lange auf sich warten lassen. 

Impulse für die Stadtentwicklung

Bürgermeister Michael Grötsch jedenfalls bedankt sich schon jetzt bei allen Teilnehmenden für ihr ehrenamtliches Engagement: „Sie haben viel Zeit und Herzblut in die Suche und Entwicklung von Ideen investiert und Lösungen von hoher Qualität für Mannheim gefunden, die geeignet sind, weitere wichtige Impulse für eine nachhaltige Stadtentwicklung zu geben.“

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt wird gemeinsam mit den Verbundpartnern TU Berlin und inter 3 – Institut für Ressourcenmanagement durchgeführt. Ziel ist es, das Know-how hochqualifizierter Personen mit Migrationshintergrund in die Stadtentwicklung miteinzubeziehen, um Mannheim als Wohn- und Arbeitsort attraktiver zu machen. Dabei wird der, an der TU Berlin entwickelte Ansatz des „Urban Design Thinking“, einem Praxistest unterzogen. 

Ausgangspunkt bildet der Ansatz des Design Thinking, der auf städtische Herausforderungen übertragen wird. Urban Design Thinking soll mit ko-produktiver Zusammenarbeit von Bürgerinnen und Bürgern, Stadtverwaltung, Wissenschaft und privatwirtschaftlichen Akteuren komplexe Probleme gemeinschaftlich und kreativ ansprechen und räumliche Aspekte sowie die Beteiligten vor Ort berücksichtigen. Kurz: große Modelle sollen zuvor im Kleinen gemeinschaftlich entwickelt und auch erprobt werden! 

In Mannheim wurde dies über den Projektzeitraum durch die "UrbanLabs" ermöglicht, in denen gemeinschaftlich Gestaltungsmöglichkeiten zur Verbesserung der städtischen Entwicklung erarbeitet wurden. 

M4C-Auftakt 2017

Das „inter 3 Institut für Ressourcenmanagement“ begleitet die UrbanLabs um herauszufinden, welches Potenzial Migrantinnen und Migranten als sogenannte ‚Change Agents‘ in die UrbanLabs einbringen und wie es erschlossen werden kann. In Mannheim sollen die Ergebnisse nun eine nachhaltige Stadt- und Quartiersentwicklung, Bürgerbeteiligung sowie Fachkräftegewinnung liefern. 

Was konkret erarbeitet wurde

Aufgeteilt in die Themenbereiche Wohnen, Mobilität, Arbeit, Zusammenleben und Mitmachen konnten bis zum heutigen Tag (Freitag 12. Oktober) einige Lösungsvorschläge für das Mannheim von morgen erarbeitet werden. 

Thema Wohnen 

Die Gruppe, die sich explizit mit dem Thema Wohnen beschäftigte, erarbeitete das „Aktionspaket – Nachbarschaftsplätze gestalten“. Konkret soll damit Engagement unterstützt und dabei geholfen werden, Lösungen für eine Verbesserung von wohnungsnahen Plätzen gemeinsam, kreativ, spielerisch und ohne großen Aufwand zu finden. 

Thema Mobilität 

Das Team entwickelte die Vision der Quadrate für Menschen mit der schrittweisen Umgestaltung des PKW-Verkehrs. Unter dem Titel „Menschen² Straßen neu denken“ sollen so zunächst gewerblich orientierte Straßen temporär umgenutzt und bespielt werden.  

Thema Arbeit

Die sich immer schneller wandelnde Arbeitswelt schafft Herausforderungen, bietet aber auch die Chance einer höheren Flexibilität. Die Antwort des Teams – die „Arbeitsbox“ - eine Art Outdoor-Office, das im Grünen oder auf Plätzen aufgestellt werden kann und so eine Arbeitsinfrastruktur im Freien zur Verfügung stellt. 

Öffentliche Testaktion am 13. April 2018: Kreativ arbeiten im Freien – bald auch in der Arbeitsbox? 

Thema Zusammenleben

In Gesprächen mit Mannheimern wurde das große Interesse an einem intensiveren Austausch zwischen Nachbarn, kulturellen und sozialen Gruppen sowie Gelegenheiten des Austauschs im Alltag genannt. Diese soll die ‚KulTOUR-Tram‘ schaffen. Durch künstlerische Aktivitäten in der Straßenbahn bzw. an Haltestellen sollen Menschen miteinander ins Gespräch gebracht werden. Gleichzeitig sollen Themen wie Vielfalt und Zusammenleben abgebildet werden. 

Thema Mitmachen

Mit der gegenseitigen alltäglich Unterstützung beschäftigte sich dieses Team intensiv. Das eigene Wissen und Erfahrungen bilden die Grundlage für (generationenübergreifende) Angebote in den Bereichen Hilfe, Spaß und Lernen. So soll es zur Vernetzung und einem interkulturellen Austausch im Quartier kommen. Im besten Fall soll dies von einer zentralen Stelle koordiniert und in einem offenen Raum für alle durchgeführt werden.

Das klingt alles zu vage, alles zu theoretisch? Verständlich. Zusammengefasst werden sollen die Angebote aber bald in einem „Heft der Möglichkeiten“ mit dem Titel „UFFBASSE“. Und dass auf graue Theorie auch farbvolle Realität folgen kann, beweisen erste Projekte, die schon jetzt oder in naher Zukunft umgesetzt werden. 

Wenn Ideen lebendig werden

„Wir können heute schon erste konkrete Umsetzungsschritte nennen“, freut sich Christian Hübel, Leiter des Referats Strategische Steuerung und ergänzt: „Die ‚KulTOUR-Tram‘ wird beim diesjährigen Nachtwandel erstmals an den Start gehen und für die ‚Arbeitsbox‘ ist bundesweit ein studentischer Ideenwettbewerb ausgeschrieben worden.“ 


Nach der Ausschreibung folgt natürlich nicht automatisch die Umsetzung. Jedoch fängt alles Große im Kleinen an. So auch das Mannheim von morgen, dass wenigstens teilweise schon heute greifbar ist. 

pm/chh

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