In Mannheim geschnappt

Mutmaßlicher ETA-Terrorist soll ausgeliefert werden

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Mannheim/Stuttgart - Der mutmaßlich hochrangige ETA-Funktionär soll nach seiner Festnahme in Mannheim nach Frankreich ausgeliefert werden. 

Ein Sprecher des hessischen Landeskriminalamts (LKA) sagte am Samstag in Wiesbaden, dass der 49-Jährige noch am selben Tag einem Richter vorgeführt werde. Da ein internationaler Haftbefehl vorliege, gelte die Überstellung an die französischen Behörden aber als sicher.

Der Funktionär der baskischen Untergrundorganisation ETA war nach rund zehnjähriger Flucht am Freitag in Mannheim festgenommen worden.

Bei seiner Festnahme führte der Mann verschiedene Dokumente, darunter ein gefälschter Führerschein, mit sich. Im Zuge der weiteren durchgeführten Ermittlungen wurde festgestellt, dass der Terrorverdächtige unter falschem Namen in Freiburg/Breisgau wohnte.

Nach derzeitigem Ermittlungsstand arbeitete er unter falschem Namen als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Freiburg. Auf Anordnung des Amtsgerichts Mannheim durchsuchten LKA-Ermittler am Freitagabend die Freiburger Wohnung. Dort wurden eine Vielzahl digitaler Datenträger, zahlreiche gefälschte Ausweisdokumente und ein fünfstelliger Bargeldbetrag in drei verschiedenen europäischen Währungen sichergestellt. Waffen oder Sprengstoff wurde nicht aufgefunden.

Das LKA wertet die sichergestellten Beweismittel nun aus. Inwieweit sich möglicherweise weitere, der ETA zuzuordnende Personen im Umfeld des Festgenommenen aufgehalten haben, ist ebenfalls Gegenstand der Ermittlungen.

In Frankreich war der 49-Jährige den Angaben zufolge rechtskräftig wegen der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung sowie der Vorbereitung von Anschlägen verurteilt worden. Seit 2004 sei er auf der Flucht gewesen.

dpa/rob

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