Neffe von Joy Fleming mit Hommage an Mannheim

Von der Schere zum Mikro! Fabian Raad-McAndrew auf den Spuren seiner berühmten Tante 

Noch schneidet der gebürtige Mannheimer Fabian Raad-McAndrew in seiner Wahlheimat London Haare – doch der Neffe von Joy Fleming will künftig als Sänger durchstarten.

Mannheim/London - Er ist gelernter Friseur, doch nun schickt sich Fabian Raad-McAndrew an, das musikalische Erbe seiner Tante anzutreten – „Mama Blues“ Joy Fleming!

Er ist Inhaber des hippen Friseursalons „Haus of Hair“ im Londoner Stadtteil Vauxhall, glücklich mit Ehemann Jarmane verheiratet, Eigenheim und Hund inklusive – auf den ersten Blick scheint Fabian Raad-McAndrew (31) alles zu haben. Wäre da nicht der große Traum vom Leben als Musiker – ganz wie sein Vorbild: Tante Joy Fleming (†72)! Aber von vorne.

Nach seiner Lehre bei Tom|Co in Q4 wandert der gebürtige Mannheimer 2008 nach London aus, startet als Friseur durch und wagt 2012 den mutigen Schritt in die Selbstständigkeit – mit Erfolg. Sein Laden in der Black Prince Road brummt – auch dank seiner Entertainer-Qualitäten!

Fabian Raad-McAndrew will jetzt als Musiker richtig durchstarten. 

Auch wenn er glücklich ist, hat er stets ein zweites Herz in seiner Brust: und das schlägt für die Musik!

Ein Widerspruch? Von wegen! „Für mich sind beide Berufe sehr kreativ. Und ein Friseur-Salon kann genauso eine Bühne sein wie eine ‚richtige‘ Bühne“, erklärt Fabian die Gemeinsamkeit. Einmal eben mit der Schere, das andere Mal mit dem Mikrofon in der Hand.

Schere in der Hand, Musik im Blut

Doch die Leidenschaft für die Musik kommt nicht von ungefähr: Sein Vater Otto Raad ist Frontmann der Mannheimer Rockband „Just for Fun Mannheim“, seine Tante niemand Geringeres als Joy Fleming – unumstritten eine der größten deutschen Stimmen aller Zeiten.

Im Jahr 2015 dann der Schnitt: Beim Eichbaum-Braufest geben Joy und Otto gemeinsam ein Konzert. Im Publikum sitzt Fabian mit seinem Ehemann Jarmane, erzählt ihm, wie er schon als Kleinkind mit den beiden auf der Bühne stand und stets von Musik umgeben war. 

Sein Mann erklärt ihm, wie schade die Vorstellung doch sei, dass seine Nichten und Neffen nicht dasselbe haben können, wenn Otto und Joy einmal aufhören, Musik zu machen. Schließlich habe er Fabian ja schon des öfteren heimlich singen gehört und wisse um sein Talent.

Ab da ist das musikalische Feuer endgültig entfacht: Fabian nimmt in England Gesangsunterricht, schreibt Texte und lässt seine Musik von namhaften Producern aus London co-produzieren. 2017 schließt sich der Kreis, als er gemeinsam mit seinem Vater auf der Bühne der Feudenheimer Kerwe steht. 

Auf den Spuren von Tante Erna: Bewerbung beim ESC

Anfang 2018 will er es mit seinem Song „Colourblind“ seiner Tante Joy (gebürtig: Erna Raad) gleichtun, bewirbt sich um die Teilnahme beim Eurovision Song Contest in Lissabon. 

1975 nutzte Fleming - damals in Stockholm - mit ihrem Song „Ein Lied kann eine Brücke sein“ die große europäische Bühne. Auch wenn sie am Ende nur 17. werden sollte – gesanglich war ihr Auftritt einer für die Geschichtsbücher. Doch auf die Stimme kam es beim ESC ja bekanntlich noch nie an. Karriere machte die sympathische Rockenhausenerin allemal.

Meine Tante ist natürlich mein absolutes Stimm-Idol. Sie hatte eine unvergleichbare Stimme und ein ganz großes Herz, was man bei jedem ihrer Auftritte spürte. Es ist jetzt schon ein paar mal passiert, dass Leute auf mich zukommen und sagen: ‚Da hab‘ ich die Joy in dir gehört!‘ Das macht mich dann ganz stolz.

Zwar hat es für Fabian bei einer Konkurrenz von 4.000 Bewerbern nicht gereicht – sein Traum von der Musik lebt aber weiter, und seine Ziele werden nicht kleiner: „Mein Traum war es immer, einen Grammy nach Deutschland zu bringen!

Der Song „Hey Mannem“ – eine Ode an seine Heimatstadt 

Bevor das aber so weit ist, besinnt sich Fabian auf seine Wurzeln, veröffentlichte vor kurzem den Song „Hey Mannem“ – eine Hommage an seine Heimatstadt Mannheim.

Guten Morgen Mannem, du bunte Stadt mit Flair. Hier fühl‘ ich mich immer daheim, als ob ich nie weg gewesen wär‘“, heißt es im Refrain. Das ganz im Retro-Look gehaltene Video wurde - wie sollte es auch anders sein - in der Quadratestadt gedreht. 

Immer wieder dazwischengeschnitten: alte Original-Aufnahmen, wie Fabian gemeinsam mit seinem Vater und seiner Tante auf der Bühne steht. Die Idee dazu kam von Ehemann Jarmane.

Individuell! Ich tue mich schwer, meine Musik in eine Schublade zu packen“, antwortet Fabian auf die Frage, wie er seinen Stil beschreiben würde. Frühere Songs gingen eher in die Pop-Richtung, die neuen hätten eher einen Elektro-Einschlag. Auf seiner aktuellen „Home“-EP, bei der es - wie der Titel verrät - um Heimat geht, schlage er eher eine Blues/Jazz-Richtung ein. Ganz wie Tante Joy, deren „Mannemer Neggabriggebluus“ in keiner Plattensammlung fehlen darf – und fest im Gehörgang eines jeden ‚Monnemers‘ verankert ist.

Das vermisst Fabian an Mannheim

Apropos Heimat: Was vermisst der Wahl-Londoner eigentlich am meisten an seiner Heimat? Das Draußensitzen in Cafés ! Zum Beispiel im Café Flo mit Blick auf den Wasserturm oder an der Alten Feuerwache. Leute zu beobachten ist das beste! In London gibt es so etwas eher nicht. Ach, und in Mannheim gibt es die wesentlich besseren Döner, schmunzelt Fabian.

Doch es gibt noch mehr Gründe, warum der 31-Jährige, der aktuell auf der Suche nach einer Plattenfirma ist, künftig wieder öfters in seiner Heimat aufschlagen könnte: „Neben geplanten Auftritten in der Quadratestadt sagt mein Mann schon seit längerem, dass er es sich vorstellen könnte, nach Mannheim zu ziehen...

Tante Joy hätte sich mit Sicherheit gefreut, wenn ihr Neffe schon bald wieder ‚iwwer die Neggabrigg‘ gehen würde...

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rob

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