Statistik des Drogenvereins

Zahl der Drogentoten in Mannheim gestiegen - Amphetamin und Cannabis auf dem Vormarsch

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2018 starben in Mannheim 13 Personen durch Drogen, in Heidelberg ein junger Mann

Mannheim - Der Drogenverein e.V. gibt in einer Statistik detailliert Auskunft über Drogenkonsumenten. Im letzten Jahr versterben in Heidelberg eine, in Mannheim 13 Personen.

Der Einstieg in den Drogenalltag entsteht meist mit einer Mischung aus Cannabis und ‚Partydrogen‘. Wie bei dem jungen Mann in Heidelberg, erst Mitte 20. Dann kommen laut Ralf Krämer, Leiter der ‚Fachstelle Sucht Heidelberg‘ nach einer „Verkettung belastender Lebensereignisse“ noch Opioide dazu. Daran ist er im Jahr 2018 unglücklicherweise verstorben. Kurz zuvor hat er eine stationäre Behandlung abgebrochen und ist massiv rückfällig geworden. Er gilt als einziger Drogentoter Heidelbergs im Jahr 2018.

„Seit Jahren stellen wir eine Tendenz zur Zunahme bei Stimulantien‚ und bestimmten Medikamenten wahr. Fachkollegen erwarten einen Anstieg der Anhängigen von Opioiden bei einem Teil der traumatisierten und nicht behandelten Männer aus Krisengebieten.“ Dennoch positiv schließt Kromer: „Suchtbehandlung ist, im Vergleich zu anderen chronischen Behandlungen, recht erfolgreich.“

In Mannheim sieht es im letzten Jahr viel schlimmer aus: Dort sind 13 Menschen an direktem Drogenkonsum gestorben.

Dabei haben sich laut vergleichbarer Statistik vom Mannheimer Drogenverein e.V, nach einer traurigen Höchstzahl von 14 Toten im Jahr 2011 die Anzahl der Todesfälle auf ‚nur‘ 6 Personen im Jahr 2015 reduziert. Philip Gerber, Geschäftsführer des Drogenvereins: „Todesfälle durch konsumbedingte Erkrankungen oder ein Suizid ohne Drogenaufnahme werden nicht darunter gezählt.“

Im Raum Mannheim leben die Konsumenten laut Tabelle meist in Neckarstadt-West mit circa 190 Personen, gefolgt von der Innenstadt mit circa 140 Personen. Schlußlicht bilden Friedrichsfeld und Wallstadt mit 11 und 12 Personen.

Dabei fällt den Statistikern des Vereins auf: „Vor allem sozial bereits belastete Stadtteile weisen einen höheren Klientenenanteil auf.“

Im Bereich der Opiate geht Gerber von circa 1.400 Mannheimer Konsumenten und Konsumentinnen aus, von denen der Verein im Durchschnitt 650 Personen jährlich betreut. 

Hierunter fallen nicht nur die Konsumenten (Opiate/Cannabis/Amphetamine/Kokain etc.), sondern auch deren Angehörige. 

Rückblick

Im Bereich Opiate sind die Zahlen des Mannheimer Vereins, wie die Gesamtdeutschen Zahlen gleich bleibend. Der Anteil der Cannabiskonsumenten ist gestiegen und auch der Konsum von Amphetaminen zusätzlich zu anderen Drogen ist gestiegen

Die Mannheimer Zahlen der betreuten Konsumenten, sind ähnlich wie im Jahr 2017: Etwa 450 Cannabiskonsumenten, die einen Anteil von zirka 30 Prozent des Klientels des Vereines ausmachen die zweitgrößte Gruppe. Hier bilden mit circa 600 Personen die Opiatkonsumenten weiter die größte Gruppe.

Die Anzahl der Drogenkonsumenten von Kokain oder Crystal Meth sind dagegen mit 10 und 8 Prozent relativ gering.

Erfreulicherweise stellt Philipp Gerber auch noch andere Entwicklungen fest: Die Zahl der konsumfrei lebenden Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist ebenfalls gestiegen. Dies belegen Zahlen der DHS und der Frankfurter Schülerbefragung.

kpo

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