Gammel-Pommes und schimmeliges Brot

Über 4.000 Betriebe kontrolliert – Lebensmittelüberwachung zieht Bilanz!

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In einem der Betriebe entdecken die Kontrolleure dieses verschimmelte Fladenbrot! 

Mannheim - 4.024 Betriebskontrollen verzeichnet die Lebensmittelüberwachung in Mannheim für das Jahr 2017. Am Mittwoch zieht die Stadt Bilanz:  

Die zehn Lebensmittelkontrolleure der Stadt Mannheim sind für 6.720 Betriebe zuständig, davon 5.412 Lebensmittelbetriebe, 1.562 Gastrobetriebe und 85 Großküchen. 

Die Bilanz 2017

Insgesamt werden im letzten Jahr 1.611 Proben genommen, von denen rund 16 Prozent beanstandet werden müssen. Drei der Proben werden als gesundheitsschädlich eingestuft.

Die Beanstandungsquote bei den über 4.000 kontrollierten Betrieben liegt bei 59 Prozent – das ist zwar 4 Prozent weniger als noch 2016, aber dennoch zu hoch. „Hier müssen wir auch künftig kontinuierlich dran bleiben. Die Zahlen des Jahres 2017 machen einmal mehr deutlich, wie wichtig eine konsequente Durchsetzung der Lebensmittelhygiene ist“, erklärt Erster Bürgermeister und Sicherheitsdezernent Christian Specht.

Die Anzahl eingeleiteter Strafverfahren liegt 2017 bei 7, 109 Anzeigen werden erstattet. Sieben Betriebe müssen teilweise schließen. Außerdem gibt es 2017 insgesamt 178 Beschwerden von Verbrauchern. 

Diese Ekel-Pommes entdecken die Kontrolleure beim Besuch eines Betriebes in Mannheim. 


Problem: Fehlende Einsicht!

„749 Mängelberichte und 984 Nachkontrollen beschäftigten uns. Hinzu kamen noch 61 Fälle, in denen wir die Behebung von Mängeln verwaltungsrechtlich durchsetzen mussten, in 53 Fällen sogar mit Zwangsgeld.“, zieht Leiterin der Lebensmittelüberwachung, Sissi Denefleh Bilanz. Dabei stoße ihr Team oft auf die fehlende Einsicht bei den Verantwortlichen, die sich auch in den Zahlen niederschlagen würde.

PFC in Honig gemessen

Wie das Regierungspräsidium Karlsruhe informiert hat, gibt es aktuell Funde von Per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC) in Honig von Imkern aus dem Mannheimer Norden. Seit Jahren sind diese Stoffe bereits im Zusammenhang mit Funden auf Ackerland in den Kreisen Baden-Baden und Raststatt sowie in Mannheim-Sandhofen und insofern unter ständiger Beobachtung. 

Jetzt wird PFC erstmals mit einem Messwert oberhalb des Beurteilungswertes in einer routinemäßigen Beprobung von Honig eines Imkers im Mannheimer Norden nachgewiesen. 

„Wir stimmen unsere Maßnahmen laufend mit den Fachbereichen Grünflächen und Umwelt und Gesundheit wie auch dem bei PFC federführenden Regierungspräsidium Karlsruhe ab. 14 Proben bei elf Imkern im Einzugsbereich wurden bislang untersucht, sechs Proben von fünf Imkern mit erhöhter Belastung identifiziert“, berichtet Peer-Kai Schellenberger, der die Abteilung Verbraucherschutz leitet. „Umso mehr arbeiten wir mit Hochdruck daran, die Frage zu klären, wie es zu einer Eintragung des PFC in den Honig kommen konnte.“

pm/kab

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