Kommunalwahl 2019

Kurioses auf dem Wahlzettel: Mit Satire und Saatgut in den Gemeinderat

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Tobias Dörrmann kandidiert für „Die Partei“ bei der Gemeinderatswahl.

Mannheim: Auf dem Stimmzettel zur Kommunalwahl finden sich einige Kuriositäten – so auch ein Mann mit einem außergewöhnlichen Beruf. Wir haben mit Tobias Dörrmann über Die Partei gesprochen:

Schon seit Wochen hängen überall Plakate, die einen auf die Kommunal- und Europawahl am Sonntag (26. Mai) aufmerksam machen. Auf diesen stehen die Forderungen der Parteien, zusammen mit ihren Kandidaten. Während die meisten versuchen mit kurzen und prägnanten Slogans Wähler für sich zu begeistern, geht eine Partei einen etwas anderen Weg.

Eine Stimme für uns ist eine Stimme für uns“, „Europa wieder positiv besetzen“, „Gegen Wieselfahrverbote“ und „Jungbusch muss wieder No-Go-Area werden“ sind nur ein paar der Plakate von der Partei „Die Partei“ Auf dem Listenplatz 5 steht Tobias Dörrmann. Er kandidiert für den Gemeinderat und fällt durch seinen Beruf auf, der auf den Wahlzetteln steht – Saatguterhalter. Auf Facebook bezeichnet er sich sogar als „Selbständiges Tomatentier“. Zu seinem Beruf und seiner Partei haben wir ihm ein paar Fragen gestellt – die Antworten könnten Spuren von Satire enthalten! 

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Kandidat Tobias Dörrmann im MANNHEIM24-Interview

Welche Zielsetzungen werden sie beim Einzug in den Gemeinderat verfolgen?

Die Natur und Mannheims soziale Gerechtigkeit zu retten wird mein Werdegang sein. Und ich setze mich für eine Stadt ein, in der eine Biene noch einen Job hat und nicht von Hartz V abhängig sein muss.

Wie stehen sie als Saatguterhalter zur Landwirtschaftspolitik?

Die aktuell bestehende Landwirtschaftspolitik hat in dieser Form keine Zukunft mehr. Diese sollte durch mehr Artenvielfalt und Stereokultur ersetzt werden und nicht in der Hand von Saatgutriesen sein.“ 

Nachdem im Zuge der Bevölkerungsexplosion auf landwirtschaftliche Monokulturen gesetzt wird, muss auch eine gesellschaftliche Uniformität folgen, um die Menschheit zu retten? 

Nein, eine Uniformität der Menschheit ist nicht nötig. Es reicht, wenn diese auf unseren Tellern landet. Bunte Vielfalt statt braune Fäule ist mein Motto.

Mit ihren meist satirischen Forderungen hebt sich „Die Partei“ von anderen Parteien ab.

„Die Partei“ will die No Go Areas in Mannheim erhalten beziehungsweise Wiederherstellen - was versprechen Sie sich davon? 

Mit der Forderung nach NO GO AREAS möchten wir der Gentrifizierung entgegen wirken. Wir fordern, dass Stadtteile wie der Jungbusch oder die Neckarstadt-West, in ihrer ursprünglichen Form, zum Weltkulturerbe werden! Runter mit den Mieten und rauf mit den Kulturen!

Was macht eigentlich ein Saatguterhalter?

Als Saatguterhalter setze ich mich für den Erhalt der Vielfalt ein und bewege mich in einer rechtlichen Grauzone. Der Erhalt zum privaten Zweck ist legal, jedoch ist die Verbreitung in jeglicher Form illegal, da es sich hierbei um kein lizenziertes Saatgut handelt. Lediglich die Sorte Sunviva mit der Open Source Lizenz machen mich zum Saatguterhalter. Bei allen anderen Samen war es mir nur möglich diese als KEIN Saatgut und KEIN Saatgut zum herkömmlichen Zweck, zu verteilen. Geforderte Realsatire!

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dh

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