Bilder aus NS-Zeit werden überprüft

NS-Raubkunst? Kunsthalle lässt über 2.000 Werke untersuchen – und wird fündig!

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Die Kunsthalle lässt über 2.000 Werke aus der grafischen Sammlung untersuchen. (Archivfoto)

Mannheim - Die Kunsthalle untersucht ihre grafische Sammlung. Ziel ist es, herauszufinden, welche Werke im 3. Reich jüdischen Bürgern gestohlen wurden:

Während der Zeit des Nationalsozialismus 1933 bis 1945 gab es zahlreiche Verbrechen. Eines davon war die Enteignung von jüdischen Bürgern, auch durch den Diebstahl ihrer Kunstwerken. Seit November 2011 ließ die Mannheimer Kunsthalle 2253 Werke aus der grafischen Sammlung überprüfen, um Raubkunst zu finden!

Und die Forscher werden fündig: In 25 Fällen besteht der Verdacht , dass die Werke ihren Besitzern gestohlen oder unter Zwang abgekauft wurden. In einem Fall ist es sogar geklärt, dass es sich um Raubkunst handelt. Das geht aus dem Abschlussbericht des Provenienzforschers Mathias Listl hervor.

Frühere Besitzer sollen gefunden werden

Es handelt sich dabei um die Radierung „Der Trinker“ aus dem Jahr 1874 des Künstlers Wilhelm Leibl. Das Bild habe die Kunsthalle 1944 von der Mannheimer „Verwertungsstelle volksfeindlichen und jüdischen Vermögens“ erworben. 

Die Radierung „Der Trinker“ von Wilhelm Leibl wurde von den Nazis geraubt.

Die Behörde verkaufte damals zurückgelassene Umzugsgüter jüdischer Bürger Mannheims und Nordbadens. Der frühere Besitzer des Bildes ist unbekannt. Die 25 Druck-und Originalgrafiken wurden alle zwischen 1933 und 1945 von Kunsthändlern gekauft, die in den nationalsozialistischen Kunstraub involviert waren!

Mit der Untersuchung sollen möglichst lückenlos die Besitzerwechsel der Kunstwerke geklärt werden. Das Ziel ist es, die Werke an ihre früheren Besitzer oder deren Erben zurückgeben zu können.

dpa/dh

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