Größtes Steinkohlekraftwerk Deutschlands

Klage gescheitert: Block 9 geht offiziell in Betrieb!

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Das neue Steinkohlekraftwerk erstreckt sich über 55.000 Quadratmeter.

Mannheim - Obwohl mehrfach gegen die Inbetriebnahme des Steinkohlekraftwerks geklagt wurde, geht der Energie-Riese jetzt offiziell ans Netz. 

Vergeblich wurde gegen das gigantische Kraftwerk geklagt – am  Dienstag, 22. September, wird der neue Block 9 offiziell in Betrieb genommen

55.000 Quadratmeter Fassade, 460 Antriebsmotoren, 300.000 Meter Rohrleitungen: Das Mannheimer Großkraftwerk ist nach Angaben der Betreiber das größte Steinkohlekraftwerk in Deutschland mit einer Nennleistung von knapp 2.150 Megawatt. Zum Vergleich: Ein mittleres Atomkraftwerk in Deutschland kommt auf rund 1.300 Megawatt Leistung.

Fotos: Klage gescheitert: Block 9 geht offiziell in Betrieb!

Mit dem Strom sollen nach Angaben des Betreibers bis zu 2,5 Millionen Menschen, sowie Gewerbe und Industrie versorgt werden. 

Damit soll Block 9 rund ein Viertel des Strombedarfs der Metropolregion Rhein-Neckar abdecken. Zudem soll auch Fernwärme für rund 120.000 Haushalte erzeugt werden. 

Sechs Jahre lang wurde gebaut. Insgesamt wurden 1,2 Milliarden Euro in das Projekt investiert – jetzt beherbergt Mannheim das größte und auch modernste Steinkohlekraftwerk Deutschlands

Das Kraftwerk wirbt mit einer Versorgungssicherheit, die durch Erneuerbare Energien nicht gewährleistet werden kann. Weil der Mannheimer Kraftwerksblock so effizient sei, müsse für die gleiche Menge Strom und Wärme deutlich weniger Kohle verbrannt werden als sonst. Weniger effiziente Kraftwerke könnten abgeschaltet werden. Dadurch sinke der CO2-Ausstoß in Deutschland jährlich um bis zu 1,3 Millionen Tonnen.

Trotzdem bekommt der Betreiber heftigen Gegenwind: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hält das Projekt für ein energiepolitisch falsches Signal. Mehrfach scheiterte der BUND vor Gericht. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hatte im Oktober 2013 eine Revision der Umweltschützer zurückgewiesen. Zuvor hatte der Verwaltungsgerichtshof (VGH) Baden-Württemberg erklärt, dass die immissionsschutzrechtliche Genehmigung für Bau und Betrieb des neuen Kohleblocks rechtmäßig seien. 

BUND-Landesvorsitzende Brigitte Dahlbender kritisiert, Block 9 stelle die Glaubwürdigkeit der Klimaschutzpolitik infrage: „Hier wird ein Klimakiller ins Stromnetz gebracht, der über Jahrzehnte das Klima aufheizen wird.“ 

Nach Angaben des Unternehmensvorstands soll Block 9 mindestens 40 Jahre in Betrieb – und über das Jahr 2050 hinaus noch am Netz sein. „Damit ist das Klimaschutzziel der CO2-Reduktion um 90 Prozent nicht zu erreichen. Das ist eine klare Kampfansage an den Klimaschutz“, betont die Vorsitzende. Das Kraftwerk soll Schadstoffe wie Quecksilber, Stickoxide und Feinstaub in die Luft absetzen, die Mensch und Natur in der Region belasteten.

Die Betreiber weisen die Vorwürfe zurück. Die Feinstaubbelastung in Mannheim werde nicht vom Großkraftwerk, sondern vor allem vom Verkehr und der Landwirtschaft verursacht, so ein Unternehmenssprecher. Das Kraftwerk halte die gesetzlichen Grenzwerte stets aufs Strengste ein und unterschreite sie teils sogar deutlich.

dpa/mk

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