Horror-Prozess am Landgericht

Folter-Video finanziert, Kinder sexuell missbraucht: Richter nennt Grund für mildes Urteil

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Fall vor Landgericht Mannheim: Mann soll Kinderpornos verbreitet haben (Symbolfoto).

Mannheim - Dieser Fall macht einfach fassungslos! Vor dem Landgericht Mannheim steht ein Mann, der unter anderem Kinderpornos verbreitet und Kinder sexuell missbraucht haben soll – doch seine Haftstrafe fällt verhältnismäßig mild aus.

  • Schrecklicher Fall vor Landgericht Mannheim.
  • Mann wegen Besitz und Verbreitung von Kinderpornos, gefährlicher Körperverletzung, sexuellem Missbrauch von Kindern vor Gericht.
  • Täter soll sadistischen Film, in dem Mädchen gefoltert wird, finanziert haben.
  • Landgericht Mannheim verurteilt den Mann zu vier Jahren Haft.

Update vom 30. November: Nach dem Urteil gegen einen 44-jährigen Mannheimer prüft Staatsanwältin Tina Haltrich, ob sie Revision gegen die aus ihrer Sicht zu Milde Strafe einlegt. Denn schon die jeweiligen Strafen für die einzelnen Taten würden zusammen eine höhere Gesamtstrafe ergeben. 

Außerdem könne die Staatsanwältin nicht nachvollziehen, dass das Landgericht Mannheim von schwerem sexuellen Missbrauch im minder schweren Falle ausgeht. Theoretisch hätte der 44-Jährige sogar zu maximal 15 Jahren Freiheitsentzug verurteilt werden können! Steffen Lindberg, Verteidiger des Verurteilten, werde voraussichtlich keine Rechtsmittel einlegen. In seinem Plädoyer fordert er eine Strafe von drei Jahren und neun Monaten und liegt damit nur wenige Monate unter dem Urteil. 

Mannheim: Geständnis führt zu weiteren Ermittlungen 

Das Gericht unter Vorsitz von Michael Pfau begründet die Strafe von vier Jahren Haft mit dem umfassenden Geständnis des 44-Jährigen. „Er hat reinen Tisch gemacht“, sagt der Vorsitzende dazu. Das Geständnis habe in drei Fällen zu Ermittlungen geführt oder diese unterstützt – unter anderem gegen einen Mann mit dem Decknamen „Babyhunter“. Ohne diese Faktoren wäre die Strafe wohl doppelt so hoch ausgefallen! Am Ende des Prozesses am Landgericht Mannheim richtet Michael Pfau noch warnende Worte an den Verurteilten: „Solch widerwärtige Straftaten werden weltweit verfolgt.

Mannheim: Mann zu vier Jahren Haft verurteilt

Update vom 29. November: Das Landgericht Mannheim fällt heute das Urteil im Fall des 44-Jährigen, der mehrere Kinder sexuell missbraucht haben soll. Dem Mann wird vorgeworfen Kinderpornos finanziert und verbreitet sowie Kinder sexuell missbraucht und genötigt zu haben! Das Landgericht Mannheim verurteilt den 44-jährigen Mannheimer wegen schweren sexuellen Missbrauchs an Kindern zu vier Jahren Haft – wovon er allerdings schon drei Monate in der Untersuchungshaft abgesessen hat. Die lange Liste an Straftaten, die selbst Kinderschutzorganisationen wie ECPAT als „besonders hart“ einstuften, hat eine lange Haftstrafe vermuten lassen. 

Insgesamt hatte die Staatsanwaltschaft eine Freiheitsstrafe von sechseinhalb Jahren gefordert. Doch die Richter des Landgerichts milderten das Strafmaß, da der Angeklagte ein umfangreiches Geständnis abgelegt hat und es zu Prozessverzögerungen kam.

Anfang Dezember verurteilt das Landgericht Mannheim die Rapper Jigzaw und Kollegah zu einer saftigen Geldstrafe von 100.000 Euro: Die beiden hatten die Töchter von Robert und Carmen Geiss (Die Geissens) in einem Song derbe verunglimpft.

Mannheim: Kind in Video gefoltert und vergewaltigt

Update vom 7. November: Die Details um den Horror-Prozess gegen einen 44-jährigen Mannheimer werden immer schrecklicher: Offenbar flog der Angeklagte nicht nur zweimal auf die Philippinen, um Minderjährige zu missbrauchen. Er überwies einem Ehepaar auch Geld zum Kauf eines Baggers. Wie der Spiegel berichtet, sollte damit ein unterirdisches Verlies gebaut werden, in dem Kinder gefangen gehalten und missbraucht werden sollen. Der Angeklagte Johann R. habe laut Bericht in seinem Leben nie gearbeitet. Sein Geld bezog er aus Mieteinnahmen von 27 Wohnungen, die er von seiner Mutter geerbt habe. 

Mannheim: Kind in Video vergewaltigt – Mannheimer finanzierte Folter-Film

Update von 18 Uhr: Im Prozess gegen einen 44-jährigen Mannheimer kommen am Mittwoch immer mehr Details zu seinen schrecklichen Taten ans Licht. So soll der Mann im Darknet ein australisch-philippinisches Paar kontaktiert und diesem seine Wünsche unterbreitet haben: 11- bis 13-jährige Mädchen. Er habe die beiden finanziell unterstützt. Mit dem Geld wurden demnach auch Kinderpornos produziert. 

Aktuell werden auch gegen zwei Mitarbeiter eine Kita in Stuttgart schwere Vorwürfe erhoben – sie sollen zehn Kinder misshandelt haben.

Mannheimer soll Mädchen vergewaltigt haben – kurze Zeit später war es tot

Zu den Vorwürfen gegen den Mannheimer, dessen langjährige Freundin ihm nach eigener Angabe zu alt wurde, gehört auch sexuelle Nötigung, weil er zwei Mädchen Valium verabreicht habe, um sich ohne Widerstand an ihnen vergehen zu können. Eines der Mädchen wurde später im Haus des Paares tot aufgefunden. Zudem sei der Angeklagte auf dessen Idee eingegangen, Mädchen in einen Keller zu pferchen, um sie Männern zuzuführen. Neben der Verbreitung von Porno-Videos und - Fotos von zwei Mädchen finanzierte der Mannheimer der Anklage zufolge auch einen Film mit, in dem ein Kleinkind gefoltert wird. Er sollte im Darknet verkauft werden. Darin wird ein eineinhalb Jahre altes kopfüber hängendes Mädchen vergewaltigt, geschlagen und mit Wachs verbrannt. 

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Laut Staatsanwältin Tina Haltrich wurde dem Angeklagten von dem australisch-philippinischen Paar ein Teil des 45 Minuten langen sadistischen Streifens übermittelt, ohne dass er daraufhin den Kontakt oder die Finanzierung der beiden aufgegeben hätte. Haltrich, die seit Jahren solche Fälle bearbeitet, sagte: „Hinsichtlich der kriminellen Energie ist das ein Fall, der heraussticht."

Horror-Prozess in Mannheim: Mann verging sich an Kindern und finanzierte Videos

Erstmeldung vom 6. November, 14:30 Uhr: Seine langjährige Freundin war ihm zu alt. Da soll es ein Mannheimer auf Kinder abgesehen und wehrlosen Mädchen auf den Philippinen Leid zugefügt haben. Jetzt steht der 44-Jährige für seine Schreckenstaten vor Gericht. Die Liste der Vorwürfe gegen ihn ist lang und ein Detail erschütternder als das andere: Der Angeklagte soll unter anderem Kinder sexuell missbraucht, einen sadistischen Film finanziert und Kinderpornos verbreitet haben. Seit Mittwoch (5. November) muss sich der Mann wegen seiner schrecklichen Taten vor Gericht verantworten. Der Prozess am Landgericht Mannheim findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. 

Mannheim: 44-Jähriger zwingt asiatische Mädchen zum Geschlechtsverkehr – „Ich wollte was Jüngeres“

Zu Prozessbeginn heißt es von der Anklage, dass der 44-Jährige 2012 und 2013 bei zwei Aufenthalten auf den Philippinen Mädchen unter 14 Jahren als „Partnerin" gesucht habe. Um an jüngere Mädchen heranzukommen, habe er ein bereits aufgeflogenes australisch-philippinisches Paar finanziell unterstützt. Der Angeklagte habe zuvor jahrelang mit einer Frau zusammengelebt, habe aber 2014/15 Schluss gemacht, weil er „was Jüngeres“ wolle, wie der Angeklagte vor Gericht zugibt. 

Mannheim: Angeklagter finanzierte Video – es zeigt gefoltertes Mädchen

Vor dem Haftrichter legt der 44-Jährige, der nach eigenen Angaben von Immobilienbesitz lebt, ein Geständnis ab. Laut Anklage besaß und verbreitete der Mann Kinderpornos und Bilder von Mädchen. Neben den Vorwürfen, zu denen auch sexuelle Nötigung gehört, soll der Angeklagte auch einen sadistischen Film mitfinanziert haben. In dem 45 Minuten langen Video wird ein erst eineinhalb Jahre altes kopfüber hängendes Mädchen vergewaltigt, geschlagen und mit Wachs verbrannt. 

Das Landgericht Mannheim verhandelt derzeit auch einen Fall wegen des Verdachts der Vergewaltigung, Zwangsprostitution und des Menschenhandels. Drei Männer und eine Frau sind angeklagt. Ein weiterer Fall, der Aufsehen erregt hat, wurde wochenlang vor dem Frankenthaler Landgericht behandelt: Ein Paar aus Ludwigshafen misshandelte das eigene Baby. Nun fiel das Urteil gegen die Horror-Eltern.

Auch im südlicher gelegenen Ulm kommt es zu einem tragischen Fall im November. In der Halloween-Nacht soll eine 14-Jährige von fünf jungen Männern vergewaltigt worden sein. In allen Fällen ermittelt die zuständige Polizeibehörde.

dpa/jol/kab

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