Großeinsatz für Polizei

Wegen Wassernot: Tumulte in Franklin-Village!

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Zwei Polizeipferde werden zur Beruhigung der Lage eingesetzt (Symbolfoto).

Mannheim-Käfertal – Rund 200 in einer überfüllten Notunterkunft lebende Flüchtlinge gehen am Dienstag auf die Barrikaden, versuchen das Getränkelager aufzubrechen. Die Hintergründe:

Wie die Polizei in ihrem Bericht schreibt, sollen drei Bewohner den Protest ausgelöst haben: Ihr Arztbesuch sei verschoben worden, daraufhin hätten sie ihre Tagesration Wasser nicht bekommen. 

Rund 50 weitere Personen schließen sich den auflehnenden Bewohnern an und fordern „lautstark und aggressiv“ Getränke von den Mitarbeitern der Unterkunft. 

Die Benjamin Franklin Village im Stadtteil Käfertal.

Die Lage eskaliert, als die Gruppe auf 200 Personen wächst und versucht das Getränkelager im Bereich der Essenausgabe derBenjamin Franklin Village aufzubrechen. Die Mitarbeiter wissen sich nicht mehr zu helfen, alarmieren die Polizei: 50 Beamte rücken an, um die Lage zu beruhigen – dazu zwei Polizeipferde und vier Polizeihunde.

Zwei Rädelsführer des Protests werden in Gewahrsam genommen und befinden sich zunächst auf dem Polizeirevier Käfertal. Von dort aus sollen sie noch am Dienstagnachmittag in die Landeserstaufnahmestelle nach Karlsruhe verlegt werden. Der dritte Anstifter kann unerkannt verschwinden. 

Nachdem Getränke nachgeliefert worden waren, beruhigte sich die Situation. Verletzt wurde niemand. Die Polizei überwacht derzeit noch die Essens- und Getränkeausgabe.

Stadt appelliert an Landesregierung

Wie die Stadt Mannheim in einem Schreiben mitteilt, seien in der bedarfsorientierten Landeserstaufnahmestelle (BEA) „kurzfristig Probleme mit der Trinkwasserversorgung aufgetreten“, die die Tumulte auslösten – obwohl sie umgehend behoben worden seien.

Befürchtungen seitens der Flüchtlinge, auch die Essensversorgung sei nicht gesichert, hätten sich als unbegründet erwiesen.

Einmal kommt der dringende Appell aus dem Rathaus an die Landesregierung, die Gesamtzahl der Flüchtlinge hier auf maximal 1.000 Personen zu begrenzen. Auch eine verantwortliche Leitung in der BEA sei unverzichtbar!

Hintergrund

Aktuell leben rund 1.300 Asylbewerber auf Franklin – 1.100 Menschen der BEA plus 200 sogenannte kommunalen Flüchtlingen. In einer BEA bleiben die Flüchtlinge nur wenige Tage, da das Asylverfahren auch für diese Personen in Karlsruhe durchgeführt wird.

sag/pek

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