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Mannheim: Ältestes Fitnessstudio macht schlapp – Mucki-Bude schließt nach 41 Jahren

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Von: Daniel Hagen

Hanteln in einem Fitnessstudio.
Das älteste Fitnessstudio Mannheims macht dicht. (Symbolfoto) © Kira Hofmann/dpa

Mannheim - Die „Muckibude“, das älteste Fitnessstudie der Stadt, schließt nach über 40 Jahren Betrieb seine Pforten. Die Gründe dafür und was nach dem Kult-Studio einziehen wird.

Gewichte stemmen, einen Kaffee trinken und mit Freunden an der Bar plaudern. So kann man sich das Training in der „Muckibude“ vorstellen. Seit 41 Jahren erfreut sich das Kult-Fitnessstudio im Jungbusch großer Beliebtheit, im Jahr 2006/07 hat der SWR sogar einen Dokumentar-Film darüber gedreht. Die „Muckibude“ ist nicht nur das wahrscheinlich älteste Fitnessstudio der Stadt, sondern auch das Persönlichste. Denn für den Besitzer Rudi Gehrig steht der zwischenmenschliche Kontakt mit seinen Kunden an vorderster Stelle. Nach der langen Zeit gibt es nun aber eine Hiobsbotschaft: Das Studio wird demnächst schließen! Das steckt dahinter:

NameMannheim
BundeslandBaden-Württemberg
Bevölkerung309.370 (2019)
OberbürgermeisterDr. Peter Kurz (SPD)

Mannheim: „Muckibude“ im Jungbusch schließt – nach 41 Jahren

Seit dem Jahr 1980 steht die „Muckibude“ in der Böckstraße in Mannheim. Damals war es noch eines von vieren. Auf 300 Quadratmetern arbeiten hier Männer und Frauen aus 26 Nationen daran, ihre Körper zu stählen. Neben dem Training geht es an die Bar, wo bei einer Tasse Kaffee über Gott und die Welt geplaudert wird. „Viele kenne ich mit Namen. Man begrüßt sich per Handschlag. Die setzen sich an die Bar, trinken einen Kaffee oder erzählen nur, bleiben sitzen oder sagen mitunter: Ich hab heut gar keine Lust zu trainieren, ich gehe wieder nach Hause und waren dann eine Stunde oder eineinhalb Stunden hier gesessen“, erklärt Rudi Gehrig in der SWR-Dokumentation.

Damit wird schnell klar, wie sich die „Muckibude“ seit 41 Jahren halten konnte. Anders als andere Fitnessstudios geht es hier nicht nur ums Pumpen, sondern auch um die Gesellschaft. Umso trauriger ist die Nachricht, die Rudi Gehrig am 19. Juni unter anderem bei Facebook teilt: „Liebe Mitglieder und welche die es noch gerne werden wollten! Es ist zu spät. Nach über 2 Jahren Sperrung der Böckstraße und über 9 Monaten Corona Schließung, macht die Muckibude nach 41 Jahren Schluss.“

Mannheim: Corona und Straßensperrung sorgen für Schließung

Immer wieder hat der Betreiber die Hoffnung gehabt, dass die Corona-Lockerungen eine Öffnung seines Fitnessstudios zulassen – doch vergeblich. Zwar darf die „Muckibude“ am 6. Juni wieder öffnen, da ist es aber wohl schon zu spät. Wie Rudi Gehrig weiter schreibt, sei das Studio „nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben“. Dabei spielt auch die Vollsperrung der Böckstraße eine große Rolle. Dort errichtet die GBG seit zwei Jahren neue Mietwohnungen – zum Leidwesen der Anwohner.

Aus diesen Gründen wird das Sportstudio Jungbusch am 1. Juli schließen. Was im Anschluss mit dem Gebäude passiert, steht ebenfalls schon fest. Dort wird laut Gehrig ein Studio für Pole Dance, Aerial und Hoop entstehen. Ob der „Muckibuden“-Besitzer sich jetzt aber einfach zur Ruhe setzt, ist unklar. So beendet er seinen Facebook-Post mit den Worten: „Denn ein Ende bedeutet auch immer einen neuen Anfang.“ (dh)

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