Michael R. hält sich nicht für pädophil

Urteil gefallen! Familienvater wegen Kinderpornos vor Gericht

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Bei der Hausdurchsuchung finden die Polizisten bei Michael R. über 7.000 Bilder und 40 Videodateien. (Symbolbild)

Mannheim-Innenstadt - Sein Sammelsurium von Kinderpornos ist riesig, allein über 7.000 Lichtbilder soll Michael R. besitzen. Nun fällt das Amtsgericht Mannheim das Urteil gegen den Mann:

Besitz, Verbreiten und Zugänglichmachen von Kinder- und Jugendpornografie – der Mannheimer Michael R. bekennt sich zu allen drei Vorwürfen schuldig. Mehrmals bricht er während der Verhandlung am Mittwoch (7. März) in Tränen aus. Ebenso seine Frau, welche die Verhandlung an einem gewissen Punkt abbrechen muss.

Denn das Material ist grausam. Es zeigt, wie Mädchen und Jungen vom Kinder- bis Jugendalter – mitunter gefesselt – vergewaltigt werden. Seine Sammlung aus Kinderpornos besteht aus über 7.000 Bildern und 22 Videodateien – die, seiner Jugendpornografie aus 381 Bild- und 18 Videodateien.

Das Weitergeben des kinder- und jugendpornografischen Materials sei im Übrigen nicht willentlich geschehen. Der Angeklagte benutzte die Filesharing-Plattformen „eMule“ und „eDonkey2000“. Deren Konzept sehe bereits automatisch vor, dass Downloads nach dem Herunterladen auch vom eigenen Rechner aus für andere Nutzer freigegeben werden.

Angeklagter hält sich nicht für pädophil

Trotz dieser Sammlung halte sich Michael R. nicht für pädophil: „Er sagt, sie verschafft ihm einen größeren Kick“, erzählt Richterin Dr. Heike Langen-Brand im Gespräch mit MANNHEIM24. Auch sein Therapeut, den der Angeklagte für seine Aussage extra von seiner Schweigepflicht entlassen habe, habe gesagt, „dass bei ihm keine primär-pädophile Veranlagung vorliege“, so die Richterin. Somit bestehe kein weiterer Therapiebedarf.

Der Therapeut revidiert aber seine Meinung, sieht eine Weiterbehandlung letztendlich doch als notwendig an. Denn spätestens als das Beweismaterial in Augenschein genommen wird, wird klar, dass ihm Michael R. die Situation in den Sitzungen beschönigend dargestellt hat. 

Michael R. hat eine Tochter

Der Angeklagte hat eine Tochter. Laut dem Jugendamtsbericht gebe es aber „keine Hinweise darauf, dass eine Gefährdung derselben“ vorliegt, so Dr. Langen-Brand.

Das Urteil

Bereits am selben Tag fällt das Gericht das Urteil. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft bekommt Michael R. zwei Jahre mit Bewährung sowie 100 Arbeitsstunden. Außerdem muss er sich weiter in Therapie begeben.

gs

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