21 Verletzte, 200.000 Euro Schaden 

Nach Straßenbahn-Crash: Jetzt äußert sich die rnv!

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Bei dem Unfall in der Mannheimer Innenstadt werden 21 Personen verletzt.

Mannheim-Innenstadt - Wie konnte es zu dem schweren Unfall zwischen zwei Straßenbahnen am Donnerstagmorgen kommen? Angesichts der ersten Erkenntnisse scheint die Sachlage klar:

21 Verletzte, ein Sachschaden von rund 200.000 Euro, unzählige Beamte und Rettungskräfte sind mehrere Stunden gefordert, während die Strecke zwischen Kaiserring und der Haltestelle Tattersaal voll gesperrt werden muss – ein Unfall dieser Größenordnung hat es im rnv-Gebiet bisher nicht gegeben!

Dabei hatten die meisten Beteiligten Glück um Unglück – denn außer Schnittwunden und Prellungen hat niemand schwerere oder gar lebensbedrohliche Verletzungen davongetragen. In der vorderen Straßenbahn befinden sich zudem keine Fahrgäste, sondern nach Auskunft der rnv neben dem Fahrer fünf Fahrkartenkontrolleure.

Straßenbahn-Crash in Innenstadt: Über 20 Verletzte, 200.000 Euro Schaden

Auf der Suche nach der Unfallursache

Um der Unfallursache auf den Grund zu gehen, werten die Ermittler nun das Kurzwegeregistriergerät (kurz: KWG) aus, das - ähnlich einer Blackbox in Flugzeugen - sämtliche technische Daten wie Bremsvorgänge und Geschwindigkeiten aufzeichnet.

Unsere Fahrer sind dazu angehalten, sich an die BOStrab (Straßenbahn-Bau- und Betriebsordnung, Anm. d. Red.) zu halten und auf Sicht zu fahren. Sprich: Sie müssen so angepasst fahren, dass sie bei Hindernissen rechtzeitig bremsen können. Das ist in diesem Falle leider nicht geglückt“, so rnv-Sprecher René Weintz.

Wieso ist es dennoch zum Unfall gekommen?

Bei dem Unfall-Fahrer handelt es sich um einen 35-jährigen Mann, der seit drei Jahren für die rnv fährt. Die noch vor Ort durchgeführten Drogen- und Alkoholtests fielen beide negativ aus.

Anhand der bisher bekannten Sachlage muss davon ausgegangen werden, dass es sich um menschliches Versagen handelt“, so Weintz weiter. Endgültige Klarheit herrsche aber erst nach der Auswertung des Fahrtenschreibers.  

Wie können solche Unfälle künftig vermieden werden?

Mitte Juni vereinbarten die rnv und Škoda Transportation die Lieferung von insgesamt 80 neuen Straßenbahnen (Kostenpunkt: 250 Millionen Euro). In den Fahrzeugen ist serienmäßig ein Fahrsicherheits-Assistent verbaut, der einen - wie bei Autos auch - frühzeitig auf potentielle Gefahrensituationen hinweist. 

Doch vor dem menschlichen Faktor sind auch diese Frühwarnsysteme nicht gefeit...

rob

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