700 Schüler und 75 Angestellte betroffen

„Kurpfalz-Gymnasium“-Insolvenz: Schule sucht neuen Träger

+
Das Kurpfalz-Gymnasium in Mannheim hat einen Insolvenzantrag gestellt.

Mannheim-Innenstadt - Am Montag (22. Oktober) stellt das Kurpfalz Gymnasium einen Insolvenzantrag. Gründe für die Pleite, und was der Investor mitbringen muss:

Jetzt ist es doch soweit gekommen: Das Mannheimer Kurpfalz-Gymnasium und Realschule, die altehrwürdige, staatlich anerkannte Privatschule, hat einen Insolvenzantrag wegen Zahlungsunfähigkeit angemeldet. Dies teilt eine eigens beauftragte PR-Agentur, Dictum Media, am Montag (22. Oktober) mit.

Schulbetrieb läuft problemlos weiter

Das Amtsgericht Mannheim hat Rechtsanwalt Tobias Wahl zum Insolvenzverwalter bestellt. Erstes Ziel: Erhalt der Traditionsschule und Sicherung der Arbeitsplätze! 

Die Eltern brauchen sich momentan aber keine Sorgen machen. Der Schulbetrieb soll uneingeschränkt weiterlaufen und sei sichergestellt.

Alleine 700 Schüler und 75 Lehrer und Angestellte seien betroffen. Zur Insolvenzsumme macht Wahl keine Angaben. Er habe den Fall erst am vergangenen Freitag übernommen.

Was muss der neue Träger mitbringen

MANNHEIM24 fragt bei Rechtsanwältin Schmitz von Dictum Media nach: Was muss ein neuer Träger eigentlich mitbringen, um die Schule weiterführen zu können?

Im Zuge des Investorenprozesses wird ein leistungsstarker neuer Träger für das Kurpfalz-Gymnasium und Realschule Mannheim gesucht. Der neue Träger sollte ein unter wirtschaftlichen, pädagogischen und personellen Aspekten überzeugendes Konzept zur Weiterführung der Schule vorlegen. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir dem Investorenprozess nicht vorgreifen wollen“, sagt Schmitz.

Mensa schon geschlossen

Allerdings ist schon seit September, also seit Beginn des neuen Schuljahres, die Mensa geschlossen

Wegen baulicher Mängel müssen die Schüler auf eine benachbarte Pizzeria ausweichen, die Sonderkonditionen anbietet! 

Dazu die Agentur ‚dictum media‘: „Der Betrieb der Mensa ließ sich nicht wirtschaftlich darstellen, so dass eine Lösung mit einem externen Dienstleister gefunden wurde.

Zuversicht über Trägerwechsel 

Das weiß auch der Insolvenzverwalter Wahl. Im Moment verschaffet er sich einen Überblick über die Aussenstände, organisiert Insolvenzgeld für die 75 Lehrer und Angestellten bei der Bundesagentur für Arbeit.

Durch den hervorragenden Ruf der Schule und ihr innovatives Bildungskonzept, unter anderem Festhalten am G9, sind sich die beiden Leiter Kuonath und Schmitt sicher, bald einen solventen neuen Träger zu finden!

Dieser wird nach der Insolvenz die Schule schuldenfrei übernehmen und kann sofort neu durchstarten. Der Antrag wird nur wegen der Altlasten gestellt, die alten Verbindlichkeiten sind nicht mehr zu stemmen. Bei diesen gehe es, laut ‚dictum media‘, unter anderem um Pensionszahlungen an ehemalige Lehrer.

Bisher finanziert sich die Schule aus Eigenleistungen des Trägers , Schulgeld der Eltern und Zuschüsse vom Land.

Über die grundsätzliche Höhe der Finanzierung äußert sich die Agentur nicht, da es sich um interne Informationen handle.

Geschichte der Schule

Schon im Jahr 1872 gründet der Oberlehrer Wilhelm Schwarz in Mannheim die private Lehranstalt. Im Quadrat M 3 bringt er in einem ehemaligen Patrizierhaus gleich sechs Klassen unter – das Institut Schwarz ist geboren. 

Bis heute befindet sich die Schule unter familiärer Leitung, seit drei Generationen sogar im Familienbesitz. Die Schulleiter, Eva-Maria Kuonath, und Florian Schmitt sind die Enkel des Erbauers.

Damit fließt schon seit Jahrzehnten sehr viel Herzblut in die Schule. Das würden auch die Schüler merken und das mache einen Teil des Charmes der Schule aus: 

Unsere Einrichtung verfügt über ein vorbildliches pädagogisches Konzept. Die Schule soll auch ein Platz sein, an dem sich jeder wohlfühlt, wertgeschätzt und individuell nach seinen Möglichkeiten und Bedürfnissen gefördert wird", betont Schulleiterin Kuonath.

kpo

Mehr zum Thema

Kommentare