Zwischen Heimat und Hundekacke

Jungbusch-Fans feiern die Käsebrezel - und ihre Hood!

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Am Samstag dreht sich in Jungbusch alles um das Thema Gentrifizierung - und um die Käsebrezel!

Mannheim-Innenstadt/Jungbusch - Hunderte Jungbusch-Fans versammeln sich am Samstag bei der Aral-Tankstelle, um zu zeigen, wie sehr sie ihr Viertel lieben. Unsere Impressionen:  

Bei herrlichem Sonnenschein startet das Käsebrezelfestival mit einer Open-Stage und mehreren Konzerten an der Aral-Tankstelle, um auf das Problem der Gentrifizierung im Jungbusch aufmerksam zu machen. 

An Aral-Tankstelle: Jungbusch-Fans feiern ihre Käsebrezel!

Die Stimmung ist entspannt. In kleinen Grüppchen unterhalten sich die Besucher über ihr Viertel, essen Eis, eine Käsebrezel, trinken Bier und hören Musik. Die Organisatoren sind zufrieden: Sie haben für ihre Aktion viel Zuspruch und Applaus bekommen. „Ein voller Erfolg! Es waren durchgängig bestimmt 250 bis 300 Leute da“, so Chris, einer der Veranstalter.

Doch wie sehen die Besucher des Festivals den Busch?

Eine Auswahl an Stimmen: 

Katrin (26): „Klar ist der Jungbusch ein bisschen assi, aber das macht auch irgendwie seinen Charme aus.“

Salome (37): „Für mich wird der Jungbusch immer Heimat bedeuten. So ein Zusammengehörigkeitsgefühl gibt es sonst nirgends.“

Henning (33): „Wenn die Leute sehen würden, wie laut es hier ist und wie viel Hundekacke auf der Straße liegt, würden sie sich bestimmt keine teuren Lofts kaufen! Man müsste einfach eine Negativ-Kampagne starten und nicht nur immer von den Künstlern sprechen! Dann hätten wir gar kein Gentrifizierungsproblem!“

>>>Der Jungbusch im Wandel der Zeit 

Die mediale Aufmerksamkeit an dem Thema Gentrifizierung nutzend ‚eröffnen‘ nur ein paar Meter weiter mehrere Aktivisten, die dem Bündnis „Wem gehört die Stadt? - Mannheim“ angehören, das Grand Hotel Jungbusch in der Hafenstraße 66. Auch beim Käsebrezelfestival werden sie auf die Bühne gelassen, um das Thema anzusprechen. „Wir finden es generell immer gut, wenn sich jemand gegen Mieterhöhungen einsetzt“, so der Käsebrezelfestival-Veranstalter Chris. 

Die Hausbesetzung endet schon am gleichen Abend - mit vielversprechendem Ausgang.

Schon am Montag soll ein Treffen mit Entscheidungsträgern der Stadt stattfinden, um über die zukünftige Nutzung des Gebäudes zu verhandeln. Das Ziel: „Die Hafenstraße 66 muss zu bezahlbarem Wohnraum werden, ganz konkret im Rahmen eines Mietshäusersyndikats“, so Sprecher Christopher Lobin.

Um 22 Uhr endet auch das Käsebrezelfestival. Vorbildlich räumen zahlreiche Freiwillige das Gelände rund um die Tankstelle auf. Doch damit ist dieser aufregende Tag im Jungbusch noch nicht vorbei - jetzt geht es in der Jungbuschstraße mit ihren zahlreichen Bars erst richtig los. Denn ob Gentrifizierung oder nicht: der Busch schläft nie...

kp

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