15 günstige Mietwohnungen entstehen 

Abrissarbeiten am Haus in Hafenstraße 66 im Gange: So soll der Neubau aussehen! 

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So soll der Neubau in der Hafenstraße 66 mal aussehen. (Visualisierung) 

Mannheim-Innenstadt/Jungbusch - Die GBG - Mannheimer Wohnungsbaugesellschaft hat mit den Abrissarbeiten des Gebäudes in der Hafenstraße 66 begonnen. Was dort jetzt entstehen soll: 

Im Mannheimer Stadtteil Jungbusch haben die Abbrucharbeiten des Gebäudes Hafenstraße 66 begonnen, die voraussichtlich bis März 2019 beendet sein werden

Das seit 2011 leerstehende Gebäude im Jungbusch war im August in den Schlagzeilen, als Aktivisten das stark einsturzgefährdete Haus besetzten. Sie wandten sich damit gegen eine ‚Edelsanierung‘ der Immobilie und forderten stattdessen günstigen Wohnraum. Diese Forderung wird nun erfüllt. 

Das besetzte Haus Anfang August 2017. (Archivbild)  

An dieser Stelle plant die GBG den Neubau von 15 Mietwohnungen. Die Wohnungen werden zu einem Mietpreis von 7,50 €/m2 angeboten und sorgen für günstigen Wohnraum im Stadtteil Jungbusch. Dies wird durch Einsatz von Fördermitteln aus dem Landeswohnraum-Förderungsprogramm erreicht. 

Durch den Neubau in der Hafenstraße entstehen barrierefrei erreichbare Wohnungen, die in dem durch Altbauten geprägten Stadtteil dringend benötigt werden. Die geplanten Wohnungen bieten als 1 bis 3 Zimmerwohnungen mit Größen zwischen 31 bis 69 m2 Wohnfläche einen Mix für die zukünftigen Bewohner. Im Erdgeschoss des Hauses ist eine Gewerbeeinheit geplant.

Die Gestaltungsidee des Gebäudes, spiegele laut GBG zum einen die prägnante Lage an der Ecke Hafenstraße und Böckstraße wieder und füge sich außerdem harmonisch in das Quartiersbild ein. 

Autofahrer aufgepasst: Während der Baumaßnahme ist die Durchfahrt der Böckstraße auf Höhe des Bauvorhabens gesperrt. Die Einbahnstraßenregelung wird aufgehoben.

So soll der Neubau in der Hafenstraße 66 mal aussehen. (Visualisierung)

Der Jungbusch: Vom Problemviertel zum hippen Stadtteil mit großem Investitionspotenzial 

Der Jungbusch galt lange Zeit als massiver sozialer Brennpunkt. Problematisch war vor allem die ansässige Drogen-und Trinkerszene. Der Konsum von Alkohol in der Öffentlichkeit ist zwar nicht untersagt, jedoch belasteten die einhergehenden Begleiterscheinungen zunehmend die etwa 30.000 Anwohner, von denen etwa zwei Drittel einen Migrationshintergrund haben. 

>>>Was bringt die Zukunft? Der Jungbusch im Wandel der Zeit

Scherben von zerbrochenen Bierflaschen und benutzten Spritzen auf der Straße und auf dem Kinderspielplatz in der Beilstraße gehörten zum Alltag, bis sich die Akteure im Jungbusch an die Stadtverwaltung und an den Runden Tisch „Drogen“ wandten und um Hilfe baten. Am Runden Tisch „Drogen“ sitzen neben der Suchthilfe auch die Polizei und der Kommunale Ordnungsdienst. Im Juli 2015 startete die Stadt gleich drei Maßnahmen, um die Situation zu bessern

In jüngerer Zeit ist das Problemviertel aber auf dem Weg hin zu einem bunten Kiez – unter anderem durch die Ansiedelung von Kreativzentren wie der Popakademie und dem C-Hub. Langzeitbewohner beklagen jedoch steigende Mieten, ein Grund ist der Zuzug zahlungskräftiger Wohnungseigentümer (‚Gentrifizierung‘).  

So feierte das denkmalgeschütze Silo der Kaufmannmühle in der Hafenstraße 29 im August 2017 Richtfest. 32 Wohnungen sind dort entstanden. Doch die sind alles andere als billig: Sie kosten stolze 4.000 Euro pro Quadratmeter! Doch nur so können vermutlich die 35 Millionen Euro, die in den Bau gesteckt wurden, wiederbeschafft werden. Die Käufer wären unter anderem Professoren, Chirurgen und Manager, von denen die meisten vorher noch nicht in Mannheim gewohnt haben.

Viele Gastronomen profitierten von der neuen Aufwertung des Jungbusch und eröffneten (mal mehr oder weniger erfolgreich) Bars und Restaurants.

Das führte dazu, dass die Anwohner nun mit einem neuen Problem auseinandersetzen müssen: Dem nächtlichen Lärmpegel verursacht durch die Partywütigen auf der Ausgehmeile!

kp

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