EventKultur Rhein-Neckar sucht ersten Night Mayor 

Wie sinnvoll ist ein Nacht-Bürgermeister für den Jungbusch? 

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Braucht der Jungbusch einen Nacht-Bürgermeister?

Mannheim-Innenstadt/Jungbusch - Die EventKultur Rhein-Neckar sucht zum 1. August einen Night Mayor. Doch wie sinnvoll wäre er besonders für den Jungbusch? Das meint Quartiersmanager Michael Scheuermann: 

Städte wie Amsterdam, New York, Paris haben ihn schon längst: den Nacht-Bürgermeister! Nun suchen Startup Mannheim und EventKultur Rhein-Neckar e.V. den ersten Night Mayor Deutschlands für Mannheim.

Felix Grädler, der erste Vorsitzende des regionalen Clubverbands EventKultur Rhein-Neckar e.V., hebt die Bedeutung des Night Mayors für Clubbetreiber und Veranstalter hervor: „Die Wahl des ersten Night Mayors Deutschlands ist für die Stadt Mannheim ein Meilenstein. Die Funktion des Night Mayors ist eine zentrale Schnittstelle zwischen Clubbetreibern, Anwohnern und Stadtverwaltung“.

Wie wichtig und sinnvoll wäre der Nacht-Bürgermeister speziell für den Jungbusch? 

Im Mannheimer Kiez reihen sich Clubs und Bars so dicht aneinander, wie sonst nirgendwo in Mannheim. Die dort angesiedelte Kreativwirtschaft boomt, gleichzeitig haben fast zwei Drittel der etwa 30.000 Einwohner einen Migrationshintergrund. Durch die steigende Attraktivität des Stadtteils in den letzten Jahren beklagen die alteingesessenen Familien die steigenden Mieten (‚Gentrifizierung‘). 

Doch die Anwohner sind nicht nur deswegen richtig sauer: Am vergangenen Samstag (16. Juni) muss die Polizei gleich drei Mal in die Jungbuschstrasse ausrücken. Der Grund: Lärmbelästigung durch die laute Musik in den Bars. Wegen der Hitze lassen viele Betreiber die Türen zur Straße offen – die Anwohner können kein Auge zutun.  

Ausgehen und Wohnen verträglich vereinbaren 

Michael Scheuermann, Quartiersmanager im Gemeinschaftszentrum Jungbusch, kennt die Probleme im Kiez. Was hält er von der Idee eines Nacht-Bürgemeisters?  

„Ich finde die Idee sehr nützlich und wichtig. Es stellt sich ja die Frage, wie sich Ausgehen und Wohnen verträglich vereinbaren lässt." Sein Wunschkandidat sollte sich gut mit dem „Geschäft der Nacht“ auskennen, aber auch einen guten Draht zu den Einwohnern des Jungbusch haben. 

Wichtig findet Scheuermanngemeinsame Vereinbarungen zwischen den Jungbusch-Akteuren, Einwohnern und der Stadt Mannheim. Der Nachtbürgermeister könnte bei diesen Vereinbarungen eine Schlüsselrolle spielen und zwischen den Beteiligten vermitteln. „Man sollte den Stadtteil als Ganzes sehen, in dem alle gut und gerne leben und arbeiten wollen.“

In den Städten, die bereits einen Night Mayor haben, zeigen sich durchweg positive Effekte – sowohl für die Nachtkultur als auch für Anwohner von Clubs und Gastronomiebetrieben sowie die Verwaltung: weniger Beschwerden von allen Seiten und erhöhte Sichtbarkeit der Probleme der Szene.

Kommunikation und Vereinbarungen ja – gesetzliche Sperrzeiten nein 

Würden die viel diskutierten Sperrzeiten in Heidelberg vielleicht auch im Jungbusch für Ruhe sorgen?

Der Quartiersmanager glaubt nicht, dass der Jungbusch Sperrzeiten braucht: „Gesetzliche Regelungen allein, können nicht alle Probleme lösen. Wenn Spielregeln jedoch gemeinsam erarbeitet werden, finden sie auch Akzeptanz bei allen Beteiligten.“ 

Ob der Quartiersmanager selbst Nachtbürgermeister werden will? „Nein, ich habe schon genug zu tun!“, sagt er lachend. „Aber ich glaube, dass sich einige geeignete Kandidaten bewerben werden!“ 

Ist der Job des Nachtbürgermeisters etwas für Dich? 

Bis zum 30. Juni können sich Interessierte ab 18 Jahren mit den üblichen Bewerbungsunterlagen als PDF per E-Mail bewerben. Alle Informationen zur Ausschreibung gibt es hier: www.nachtbuergermeister.de.

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kp

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