Erfolgreicher Einsatz

‚Poser‘-Ermittlungsgruppe aufgelöst: Die Bilanz 2018

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Michael Schwenk und seine Kollegen kontrollierten auch in diesem Jahr wieder hunderte Autos. (Archivfoto)

Mannheim-Innenstadt – Wenn die Fahrer mit ihren fetten Karren unterwegs sind, beginnt die Arbeit der „Einsatzgruppe Poser“. Doch das ist nun vorbei – die Ermittlungsgruppe wurde aufgelöst:

Seit Anfang des Jahres gehen wieder fünf Polizisten in Mannheim auf die Jagd nach Posern – also nach Fahrern, die ihre meist teuren Sportautos laut aufheulen lassen, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Weil das meistens in der Fußgängerzone in den Quadraten passiert, fühlen sich viele Leute gestört und beschweren sich. 

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Um gegen das Ärgernis vorzugehen, wird die „Ermittlungsgruppe Poser“ gebildet. Die Beamten um Michael Schwenk kontrollieren regelmäßig die Straßen und ziehen viele Poser aus dem Verkehr. Doch das endet nun!

Die Ermittlungsgruppe wurde nämlich zum Sonntag (30. September) aufgelöst. Zuvor haben sie das Wochenende über noch ein letztes Mal kontrolliert. Jetzt gehen alle wieder ihren geregelten Arbeiten bei der Verkehrsüberwachung nach.

Bilanz kann sich sehen lassen

Dass die Gründung der Gruppe erfolgreich ist, zeigt die Statistik des letzten Jahres. So landen im Jahr 2016 noch 553 Beschwerden bei der Polizei – innerhalb von zwei Monaten! Im Jahr 2017 sind es in der selben Zeit sogar 650 Beschwerden

Ganz anders sieht es im Jahr 2018 aus. In den sechs Monaten, in denen kontrolliert wird, gehen nur noch 328 Meldungen ein: „Das ist eine Halbierung der Beschwerden“ freut sich Dieter Schäfer, Chef der Verkehrspolizei.

Auch die so genannten Gelben Karten mit der Aufschrift „Stop Posing“ gehen zurück. 2016 wurden noch 76 Briefe mit der Karte verteilt, im Jahr danach sogar nur 5. Dieses Jahr sind es mit 21 Briefen zwar wieder mehr, aber viel weniger als früher.

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Zahlreiche Vergehen entdeckt

Die Ermittlungsgruppe war an insgesamt 79 Tagen im Einsatz.Bei einem durfte MANNHEIM24 sogar dabei sein. Dabei kontrollierten die fünf Polizisten 1.006 Fahrzeuge. Dabei wurden 81 Autos aus dem Verkehr gezogen und 68 zu einem Lärmgutachten geschickt. 

Wegen Mängeln an ihren Karren wurden 215 Verfahren eingeleitet. Dazu gab es 206 Verwarnungen, 69 davon wegen unnötigem Lärm. Von 253 Anzeigen gingen 163 an Fahrer, die ihr Fahrzeug unerlaubt getunt hatten.

Doch auch schwerere Straftaten wurden aufgedeckt – und zwar 16 Stück. Davon waren zwei Fahrer unter Drogen und drei unter Alkohol unterwegs. 

Immerhin ein positiver Aspekt, der sich bereits in den Vorjahren abgezeichnet hatte - Drogen und Alkohol gehen mit Posen nicht zusammen. Und auch mit illegalen Autorennen hatten wir in dieser Saison nichts zu tun“, sagt Schäfer. 

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Eine besondere Ehre

Für ihren Einsatz wurde die Truppe am 20. September sogar von Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz gelobt und zu einem Empfang eingeladen.

Das Phänomen ist jedoch nur eingedämmt und nicht beseitigt“, mahnt Schäfer und kündigt bereits neue Maßnahmen gegen die Poser im nächsten Jahr an.

Die „Ermittlungsgruppe Poser“ ist im dritten Jahr in der Stadt unterwegs. Vor allem die warme Jahreszeit wird von manchen Autobesitzern genutzt, um mit ihrem Gefährt lärmend durch die Straßen zu fahren.

pol/dh

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