Mannheims „Unterwelt“

Auf den Spuren des Abwassers – Ein Trip durch die Kanalisation

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Der Fremdeinstieg in der Breiten Straße eröffnet Einblicke in die „Unterwelt" der Quadratestadt.

Mannheim-Innenstadt - Es ist dunkel, feucht und riecht nicht gerade gut – Trotzdem zieht die Unterwelt Mannheims hunderte Besucher in ihren Bann. Der Trip durch die Kanalisation:

Mitten in der Innenstadt stehen Mitarbeiter der Stadtentwässerung vor einer Abzäunung rund um einen Gullydeckel. Hier sind jedoch keine Bauarbeiten im Gange – Die Stadtentwässerung öffnet für interessierte Bürger das unterirdische Mannheim. 

Erkundungstour durch die Kanalisation Mannheims

Über den Fremdeinstieg auf Höhe des Quadrats F1 geht es dann die Wendeltreppe herunter ins Dunkel – natürlich sind die Wege für die Besucher gut ausgeleuchtet, an den etwas beißenden Geruch gewöhnt man sich glücklicherweise auch schnell. Für den Notfall wurden Gas-Messgeräte installiert – geht das Alarmsignal los, müssten alle Besucher den Kanal schnellstmöglich räumen. 

Zweimal im Jahr (zum internationalen Tag des Wassers und zum Tag des offenen Denkmals) haben Neugierige die Möglichkeit, die Kanäle zu erkunden und sich über die Entwicklung der Abwasserentsorgung zu informieren – bei einer Gesamtlänge von rund 890 Kilometern und einer Geschichte von 135 Jahren gibt es schließlich auch viel zu erzählen. 

Rund 83.000 Kubikmeter Abwasser fließen täglich durch das öffentliche Kanalnetz. In vier Hauptsammelkanälen werden Schmutz- und Regenwasser aller Stadtteile in einer Mischwasserkanalisation zum zentralen Klärwerk nördlich von Sandhofen geleitet.

Etwa 200 bis 300 Besucher zieht die Führung durch den Untergrund pro Tag an. Der Einstieg ist gratis, Anmeldungen sind nur für Gruppen erforderlich.

Der Fremdeneinstieg entstand im Jahr 1891 im Zusammenhang mit dem Bau der Innenstadt-Kanalisation, die der englische Abwasseringenieur William H. Lindley im Auftrag der Stadt plante und ausführte. Das zentral gelegene Bauwerk sollte prominenten Besuchern, auswärtigen Fachleuten und der Bevölkerung bequeme Einblicke in das als vorbildlich geltende Kanalnetz gewähren.

mk/kab

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