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Alte Sternwarte in neuem Glanz 

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Mannheim-Innenstadt - Ein großes Etappenziel bei der Sanierung der Alten Sternwarte ist erreicht: 15 barocke Fenster sind gerettet! Noch schöner ist nur der spektakuläre Ausblick vom Dach des knapp 35 Meter hohen Turms. 

Und welche sind jetzt genau die restaurierten Fenster“, fragt einer der Journalisten bei der Vorortbegehung der ehrwürdigen Mannheimer Sternwarte in A4 - nichtahnend dass er bereits vor einem der 15 restaurierten Objekte stand.

Dr. Lothar Stöckbauer kann sich angesichts der Frage ein stolzes Lächeln nicht verkneifen: „Eine Sanierung ist dann besonders gut, wenn sie nicht als solche wahrgenommen wird.

So hast du Mannheim noch nie gesehen:

Alte Sternwarte in neuem Glanz 

Die Sternwarte bietet einen spektakulären Blick über Mannheim.

Dr. Stöckbauer ist Vorsitzender des Vereins Stadtbild Mannheim, der die Sanierung der barocken Fenster übernommen hat. „15 Fenster aus der ursprünglichen Bauzeit der Alten Sternwarte von 1772 bis 1774 waren noch original erhalten“, berichtet Stöckbauer. „Diesen historischen Schatz wollten wir unbedingt sichern und haben daher die Mittel für die denkmalschutzgerechte Restaurierung der Fenster bereitgestellt.“ Knapp 80.000 Euro hat die aufwändige Instandsetzung der teils schwer beschädigtem historischen Bauteile gekostet. Für die Restaurierung wurde die Firma Jähner aus Mecklenburg-Vorpommern beauftragt. Bei früheren Sanierungen in den 1950er und 1970er Jahren wurde bereits ein Großteil der Fenster ersetzt, lediglich im Treppenhaus, dem ersten und vierten Obergeschoss waren noch bauzeitliche Original-Fenster erhalten. Die wurden nun komplett restauriert. Dazu wurden die alten Farbanstriche entfernt und alle beschädigten Holzteile ersetzt. Anschließend wurden dann die alten Beschläge aufgearbeitet und angebracht. Darüber hinaus wurden alle Original-Fenster neu verglast.

Gemeinsam mit dem Zeughaus und der Universität Mannheim bildet die Alte Sternwarte das so genannte Barock-Dreieck. Letztere gerät, trotz einer Höhe von stattlichen 35 Metern und der wissenschaftsgeschichtlichen Bedeutung - sie bildete 1820 den Zentralpunkt der Triangulierung und war somit Grundlage für die Vermessung aller Flurstücke in Baden - leider allzu häufig in Vergessenheit. 

Dem wollte man nun mit der in zwei Phasen aufgeteilten Sanierung entgegenwirken. „Wir wollen mit diesem Projekt einen wichtigen Teil der Mannheimer Wissenschaftsgeschichte wiederbeleben“, erklärt Erster Bürgermeister Christian Specht. „Wir wollen ein Bewusstsein bei den Bürgern für die wunderbare Mannheimer Baugeschichte schaffen. Außerdem trägt die Sanierung ja auch zur Attraktivität der Stadt bei“, ergänzt Dr. Stöckbauer.

Die erste Phase geht Anfang Dezember mit der Restaurierung der Fenster und der Sanierung der Fassade zu Ende. Danach geht es dann mit der Innensanierung weiter, die pünktlich zum Tag des offenen Denkmals im September 2015 abgeschlossen sein soll.

Seit 2013 wird die historische Fassade für rund eine Million Euro saniert, das Land Baden-Württemberg hat zugesagt, sich mit 520.000 Euro zu beteiligen, weitere 230.000 Euro kommen von den Mannheimer Bürgerinnen und Bürger.

Wir sind froh, dass sich diese Summe auf vielen Schultern verteilt. Anders wäre die Realisierung eines solchen Projekts unmöglich“, so Dr. Stöckbauer. Der Vorsitzende des Vereins Stadtbild Mannheim verrät anschließend, dass man aktuell auch über die Anbringung einer Außenbeleuchtung nachdenke. Diese würde allerdings knapp 30.00 Euro kosten - Geld, das im zur Zeit noch fehlt.

Auf der Website des Vereins Stadtbild Mannheim e.V. kann Abhilfe geschafft und fleißig gespendet werden. Damit die Alte Mannheimer Sternwarte auch ganz buchstäblich in neuem Glanz erstrahlen kann.

rob

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