Von Hygiene-Kommission

Umgang mit Sterilgut an Uniklinikum war „unzeitgemäß“

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OB und Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Peter Kurz (re., SPD) und Ärztlicher Direktor Prof. Dr. Frederik Wenz.

Mannheim-Wohlgelegen - Als „unzeitgemäß“ bemängelt eine Hygiene-Kommission die Organisation des Sterilguts am angeschlagenen Universitätsklinikum. Das sagt das Experten-Gremium:

Schon wieder eine ‚Watsche‘ für das Uniklinikum Mannheim – jedoch diesmal nicht von Regierungspräsidium oder Staatsanwaltschaft...

Die unabhängige Hygiene-Kommission hat gegenüber dem Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Peter Kurz (SPD) und der neuen Doppel-Spitze der Klinik die Organisation des Sterilguts als „unzeitgemäß“ bemängelt – schon allein deshalb, weil sie nicht an räumliche Veränderung und Wachstum der Klinik angepasst wurde!

Das sechsköpfige Gremium aus anerkannten Hygiene- und Organisationsexperten war Anfang November vom Aufsichtsrat eingesetzt worden, um Empfehlungen für die Verbesserung von Prozessen und Abläufen bei der Sterilgutversorgung zu erarbeiten.

Wir haben vor Ort die Abläufe bei der Versorgung mit sterilen Instrumenten begutachtet, Einsicht in Dokumentationen genommen und Verantwortliche für die Zentrale Sterilgutversorgung, die OP-Pflege und das Qualitätsmanagement befragt“, so Prof. Dr. Oliver Kölbl, Vorsitzender der Kommission. 

Und weiter: „Auch mit der Geschäftsführung und der verantwortlichen Projektleitung des externen Unternehmens, das mit der Sterilgutversorgung beauftragt wurde, haben wir intensiv über die Abläufe diskutiert. Dabei haben wir einige Handlungsfelder identifiziert, für die wir nun Verbesserungsvorschläge entwickeln werden.“ 

Die eingesetzten Fachleute haben bei ihrer Arbeit nicht nur die Sterilgutversorgung im Blick: Auch für die Organisation von Logistikabläufen und Kommunikationsprozessen wollen sie in ihrem für Frühjahr vorgesehenen Abschlussbericht Optimierungsmöglichkeiten aufzeigen. 

Parallel setzt die neue Geschäftsführung des Klinikums, Ärztlichen Direktor Prof. Dr. Frederik Wenz und Betriebswirt Jörg Blattmann, die gestartete Qualitätsoffensive fort. 

Das Uniklinikum Mannheim.

Im November hatte das Uniklinikum das zertifizierte Spezialunternehmen Orgamed mit der Aufbereitung seines Sterilguts beauftragt. Das Unternehmen betreibt die Zentrale Sterilgutversorgung auf dem Klinikgelände, sorgt also für Reinigung und Desinfektion der OP-Instrumente und lässt sie durch sachkundige Mitarbeiter überprüfen und sterilisieren. 

Orgamed dokumentiert den gesamten Aufbereitungsverlauf für jede einzelne Zusammenstellung von OP-Bestecken – sogenannte Siebe.

Dazu hat das Unternehmen eigenes Personal nach Mannheim entsandt und nutzt fachkundige Mitarbeiter des Uniklinikums. 

Gleichzeitig wurden alle bei der Reinigung und Sterilisierung eingesetzten Maschinen überprüft – auch solche, die erst vor kurzem inspiziert worden waren. Bisher dezentrale Aufbereitungseinheiten werden aktuell in die zentrale Einheit integriert, um möglichst optimale Rahmenbedingungen für die Wäsche, Desinfektion und Sterilisation der Instrumente zu schaffen. 

Künftig soll eine weitere zentrale Einheit zur Aufbereitung von Medizinprodukten an einem zweiten Ort auf dem Campus der Klinik eingerichtet werden.

pek

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