Aus dem Raum Mannheim

Ist unser Honig mit PFC belastet? 33 Proben werden analysiert – mit diesem Ergebnis!

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33 Honig-Proben werden analysiert (Symbolfoto)

Mannheim - Über 30 Honig-Proben werden aus dem Raum Mannheim genommen, um sie auf PFC zu überprüfen. Am Mittwoch gibt das Regierungspräsidium Karlsruhe das Ergebnis bekannt: 

Viele Äckern rund um Mannheim sind mit der per- und polyfluorierten Chemikalie (PFC) verunreinigt. Der Stoff lässt sich nicht nur im Boden und in Pflanzen nachweisen, sondern sickert auch ins Grundwasser. 

Im Juli meldete das Regierungspräsidium Karlsruhe, dass bei einer Lebensmittelüberwachung erstmals bei Honigproben eines Imkerbetriebes im Norden von Mannheim deutliche PFC-Gehalte gefunden wurden. 

Neue Untersuchungen gestartet

Zusammen mit der Landesanstalt für Bienenkunde der Uni Hohenheim und dem Landesverband Badischer Imker werden daraufhin umfangreiche Untersuchungen gestartet, um Rückschlüsse auf den PFC-Gehalt im Honig zu ziehen. 

23 von 33 Proben enthalten PFC

Das Ergebnis der Untersuchungen: 23 von 33 Honigproben aus dem Norden Mannheims enthalten PFC. Neun davon liegen laut dem Regierungspräsidium oberhalb des Beurteilungswerts (BU). Diese dürfen nicht verkauft und müssen entsorgt werden. Fünf Proben weißen Werte knapp unterhalb des BU auf, weitere neun Proben werden mit geringen Gehalten gemessen. 

„Auffällig war, dass die Werte im Laufe des Jahres zum Teil deutlich abgenommen haben. Dies könnte mit den verschiedenen Blühzeitpunkten und damit Trachtpflanzen zusammenhängen“, so das Regierungspräsidium am Mittwoch (10. Oktober) in einer Mitteilung. Außerdem bestehe ein Zusammenhang zur Streckenlänge, die die Bienen zurücklegen müssen. „Alle untersuchten Honige mit größerem Abstand zu den PFC-Flächen wiesen keine PFC-Werte auf.

Vergleich andere Standorte

Parallel zu den Untersuchungen im Raum Mannheim werden 30 Proben in Rastatt und Baden-Baden entnommen. Hier gebe es überhaupt keine Beanstandung. Warum das so ist, kann sich derzeit keiner erklären.

Weitere Untersuchungen werden eingeleitet. Hinzu soll eine aufwändige Pollenanalyse der Honige kommen, die Rückschlüsse auf die Ausgangspflanzen geben soll. In der Zwischenzeit kommt der nächste Skandal: Das Grundwasser in Heddesheim und Hirschberg ist kontaminiert! Am 15. Juli rät das Gesundheitsamt den Bürgern kein Wasser aus dem Hahn zu trinken – allerdings werden die Bürger erst vier Tage nach der Wasserprobe gewarnt! Ob seit dem Bürger erkrankt sind, ist noch ungewiss.

Bis dahin sollen Imker im nächsten Jahr PFC-haltige Böden meiden und Bienenstände in einem bestimmten Abstand aufzustellen. Innerhalb dieser Zone werden die Honige, besonders aus der frühen Tracht, auf PFC untersucht, um weitere Erkenntnisse zur Erklärung der PFC-Funde in Honig zu gewinnen. 

pm/jol

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