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Krieg in der Ukraine: So hilft Mannheim den Partnerstädten im Osten

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Von: Peter Kiefer

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Der Gemeinderat hat umfangreiche Hilfsleistungen für die drei Partnerstädte in der Ukraine, in Polen und in Moldau beschlossen. Wie Mannheim hilft:

Der Gemeinderat der Stadt Mannheim hat am Dienstagabend (5. April) in seiner Sondersitzung aufgrund des grausamen Kriegs in der Ukraine und der damit ausgelösten Fluchtbewegungen, die Verwaltung ermächtigt, Hilfsleistungen für die Städte Czernowitz (Ukraine), Chişinău (Moldau) und Bydgoszcz (Polen) in Höhe von insgesamt bis zu einer Million Euro zu tätigen.

StadtMannheim
BundeslandBaden-Württemberg
Einwohnerzahl309.721 (Stand: 31. Dezember 2020)
OberbürgermeisterDr. Peter Kurz (SPD)

Mannheimer Partnerkommunen in großer Not

Die Mannheimer Partnerstädte Bydgoszcz und Chişinău und Czernowitz sind in Folge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine erheblichen humanitären Belastungen ausgesetzt. Die neue Mannheimer Partnerstadt Czernowitz mit ihren rund 260.000 Einwohnern ist als ukrainische Stadt besonders schwer und unmittelbar vom Krieg betroffen.
 
Aber auch die Anrainerstaaten und die dortigen Städte sind stark durch den Zuzug von Flüchtenden betroffen – auch Chişinău und Bydgoszcz. Der enorme Zuzug von Flüchtenden stellt alle drei Städte vor extreme logistische und humanitäre Herausforderungen und bringt sie an ihre Leistungsgrenzen. Aus allen Städten wurden bereits konkrete Hilfegesuche an die Stadt Mannheim gerichtet.

Eine Straße in Mannheims ukrainischer Partnerstadt Czernowitz. (Archivfoto)
Eine Straße in Mannheims ukrainischer Partnerstadt Czernowitz. (Archivfoto) © Stadt Mannheim

Flüchtlings-Welle – so ist die aktuelle Situation in Chişinău

So kommen zum Beispiel der Großteil der Flüchtlinge in Moldau in der Hauptstadt Chişinău an. Die hohen Flüchtlingszahlen bringen die Stadt aktuell an die Grenzen ihrer infrastrukturellen Leistungsfähigkeit. Mehr als 35 Flüchtlingsunterkünfte wurden bereits in der Stadt eingerichtet.

Angesichts dieser enormen Herausforderungen schickte die Stadt Chişinău bereits gezielte Bedarfslisten für Hilfsmaterial an die Stadt Mannheim, um direkte Unterstützung in dieser Krisensituation anzufragen.

Czernowitz als Fluchtort innerhalb der Ukraine

Das rund 1.700 Kilometer von Mannheim entfernte Czernowitz ist zum wichtigen Zufluchtsort für Binnenflüchtlinge aus der gesamten Ukraine geworden. In der Stadt sind inzwischen über 55.000 registrierte Geflüchtete aus allen Teilen der Ukraine angekommen, um Schutz vor den militärischen Angriffen zu suchen.

Czernowitz musste damit binnen kürzester Zeit grundlegende Infrastrukturen aufbauen, um die Geflüchteten in ihrer Stadt aufzunehmen. Für die Bewältigung dieser enormen Herausforderungen erreichten die Stadt Mannheim bereits mehrere schriftliche Hilfsgesuche des Bürgermeisters Roman Klichuk.

Unterstützung für Partnerstädte – so hilft die Stadt Mannheim

Die Stadt Mannheim sieht vielfältige Möglichkeiten, um den drei Partnerstädten und ihren Menschen in der derzeitigen Situation zu helfen. Mögliche Hilfsleistungen können Zahlungen an Hilfsorganisationen vor Ort oder an Organisationen in Deutschland sein, die dann direkt in den drei Städten helfen.

Jedoch auch Direktzahlungen an kommunale Unternehmen in den drei Städten, etwa kommunale Unternehmen der kritischen Infrastruktur oder Wohnungsbaugesellschaften, Unterstützung bei Beschaffungen vor Ort oder Hilfslieferungen, wie Material des zivilen Katastrophenschutzes, Nahrung, medizinisches Material, Notstromaggregate, usw. umfassen.

Das Rathaus der ukrainischen Stadt Czernowitz: partnerschaftliche Beziehungen seit 2017
Das Rathaus der ukrainischen Stadt Czernowitz, mit der Mannheim seit 2017 partnerschaftliche Beziehungen pflegt. © Stadt Mannheim

Mannheim: OB Kurz – „Schnelle und bedarfsgerechte Hilfe leisten“

„Die Stadt Mannheim kann in dieser humanitären Krise gezielt ihre partnerschaftlichen Verbindungen nutzen, um neben der ideellen Solidarität mit ihren Partnerkommunen auch konkrete Unterstützung für die von Krieg und Flucht betroffenen Menschen zu leisten“, erklärt Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz (SPD). 

Die vertrauensvollen Verbindungen und die direkten Kommunikationsstrukturen, die man aufgebaut habe, würden es der Stadt jetzt ermöglichen, schnell und bedarfsgerechte Hilfe für die Partnerkommunen zu leisten. „Ich danke dem Gemeinderat, dass er diese schnelle und unbürokratische Hilfeleistung mit der Ermächtigung der Verwaltung möglich gemacht hat“, so OB Kurz.

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Erster Bürgermeister und Kämmerer Christian Specht (CDU) ergänzt: „Mit unserer auch finanziell hinterlegten Unterstützung wollen wir unseren polnischen und moldauischen Partnerstädten unmittelbar helfen. Die west-ukrainische Stadt Czernowitz wollen wir insbesondere bei der Bewältigung der Zuzüge der Geflüchteten und bei der Abdeckung der lebensnotwendigen Bedarfe unterstützen.“ (PM/pek)

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