1. Mannheim24
  2. Mannheim

Mannheim: Satire-Aktion am Hauptbahnhof – harte Kritik gegen Gehard Schröder

Erstellt:

Von: Daniel Hagen

Kommentare

Seit dem Ausbruch des Ukraine-Krieges steht Gerhard Schröder massiv in der Kritik. Eine Satire-Aktion macht sich auch in Mannheim am Hauptbahnhof über den Ex-Kanzler lustig.

Seit ein paar Tagen prangert eine große Werbetafel vor dem Mannheimer Hauptbahnhof einen „Skandal“ an. Dabei geht es um einen 77-Jährigen aus Hannover, der in Russland arbeiten müsse, um seine Rente aufzubessern. Gerade mit dem Hintergrund des Angriffskriegs auf die Ukraine ist das ein richtiges Aufreger-Thema. Was allerdings auffällt: bei dem Mann, der auch auf dem Plakat zu sehen ist, handelt es sich um Gerhard Schröder.

NameGerhard Fritz Kurt „Gerd“ Schröder
Geboren7. April 1944 in Mossenberg, Blomberg
ParteiSozialdemokratische Partei Deutschlands
EhepartnerinSo-yeon Schröder-Kim (verh. 2018),

Satire-Aktion am Hauptbahnhof kritisiert Altkanzler Gerhard Schröder

Der Altkanzler steht bereits seit Jahren in der Kritik, weil er direkt nach seiner Wahlniederlage gegen Angela Merkel Jobs bei russischen Staatskonzernen angenommen hat. Zudem entwickelt er sich zu einem guten Freund von Präsident Wladimir Putin. Von dem Machthaber kann sich der Ex-Kanzler auch nach dem Überfall auf die Ukraine nicht distanzieren.

Für seine Treue zu Russland und Putin erntet Gerhard Schröder in den letzten Wochen viel Spott und landet regelmäßig in Satire-Sendungen wie „extra 3“ oder der „heute show“. Seit Montag (25. April) gibt es auch in zahlreichen Städten eine Satire-Aktion gegen den deutschen Ex-Kanzler. Neben Mannheim sind die kuriosen Plakate zudem noch in Marburg, Hannover, Braunschweig, Kassel und Göttingen zu finden.

Guerilla-Gruppe „DIES IRAE“ steckt hinter Plakat-Aktion um Gerhard Schröder

Hinter der Plakat-Aktion steht die Gruppe „DIES IRAE“, die man auf Instagram unter dem Namen „nervtjeden“ finden kann. Die Mitglieder kapern nach eigenen Angaben Werbeflächen im öffentlichen Raum, um den „Dauermonolog der Werbeindustrie“ zu unterbrechen. Diese Form der Kommunikationsguerilla trägt den Namen „adbusting“.

„DIES IRAE“ – was aus dem lateinischen übersetzte „Tag des Zorns“ bedeutet – nutzt die gekaperten Werbeflächen schon seit Jahren, um damit auf Rassismus, Faschismus, Homophobie und falsche Schönheitsideale aufmerksam zu machen. Oft wirkt es dabei, als seien die Plakate von offiziellen Stellen wie der AfD, Borussia Dortmund oder der Bundeswehr.

Gerhard Schröder laut Satire-Aktion von Altersarmut betroffen

Bei der aktuellen Satire-Aktion um Gerhard Schröder wird der Altkanzler so dargestellt, als könnte er Putin nicht hintergehen, da sonst seine Rente nicht reiche. Ein Seitenhieb nicht nur auf den Ukraine-Krieg, sondern auch auf die Regierungszeit des 78-Jährigen, in der Hartz 4 entstanden ist. Die damals beschlossene Agenda 2010 steht bis heute in der Kritik, die Menschen „verarmen“ zu lassen.

Übrigens: Unser MANNHEIM24-Newsletter informiert Dich regelmäßig über alles Wichtige, was in Deiner Stadt und Region passiert.

„Na was glauben Sie wohl?! Bei Eigenkündigung kassiere ich ne Sperre vom Jobcenter“, soll Schröder laut dem Plakat auf die Frage geantwortet haben, warum er seine Jobs bei russischen Staatskonzernen nicht kündige. Mit seinen „lukrativen Lobbyisten-Jobs“ müsse er zudem die steigenden Energiepreise bezahlen.

Große Diskussion um SPD-Austritt von Gerhard Schröder

Auf dem Plakat vor dem Mannheimer Hauptbahnhof fällt noch ein weiteres Detail auf. So wird „GasGerd“ als zukünftiges Ex-SPD-Mitglied bezeichnet. Ein Bezug darauf, dass mittlerweile mehrere Mitglieder der Partei ganz offen den Austritt des Ex-Kanzlers fordern. Die SPD-Fraktion Heidelberg hat sogar einen offiziellen Antrag zum Ausschluss von Gerhard Schröder gestellt.

„Gerhard Schröder agiert seit vielen Jahren lediglich als Geschäftsmann, und wir sollten damit aufhören, ihn als Elder Statesman, als Altkanzler wahrzunehmen. Er verdient sein Geld mit der Arbeit für russische Staatsunternehmen, und seine Verteidigung Wladimir Putins gegen den Vorwurf der Kriegsverbrechen ist regelrecht absurd“, sagt die SPD-Vorsitzende Saskia Esken. Sie und der Co-Vorsitzende Lars Klingbeil haben Schröder in einem Brief zum Austritt aufgefordert. (dh mit dpa)

Auch interessant

Kommentare