OB Kurz ist erschüttert 

Nach Terror-Nacht in Hanau: So trauert Mannheim um die Opfer 

Mannheim – Nach der Terror-Nacht in Hanau gedenken 300 Mannheimer auf dem Marktplatz der Opfer. Die Stadt sagt einen geplanten Faschingsempfang ab. 

  • Hanau: Am Mittwochabend (19. Februar) erschießt Tobias R. (43) neun Menschen in einer Shisha-Bar, seine Mutter und sich selbst.
  • Die Generalbundesanwaltschaft ermittelt nach der Bluttat in Hanau wegen Terror-Verdachts.
  • Die Stadt Mannheim zieht nah der Terror-Nacht Konsequenzen und sagt einen Faschings-Empfang ab
  • Das Bündnis „Mannheim gegen Rechts“ plant am Donnerstagabend (20. Februar) eine Mahnwache.  

Update vom 21. Februar: Rund 300 Mannheimer versammeln sich am Donnerstagabend auf dem Marktplatz, um den Toten des Terrors in Hanau zu gedenken. In der Menge kann man die große Trauer und das Entsetzen, das nach den grausamen Taten in Hanau herrscht, förmlich spüren. Während der Mahnwache sprechen Mannheimer Stadtrat Gerhard Fontagnier (Grüne), Mitglieder der Türkisch-Islamischen Gemeinde in Mannheim sowie eine türkische Mutter von zwei Kindern. 

Alle Redner teilen eine gemeinsame Botschaft: Eine solche Tat darf nie wieder passieren. In dieser Nacht leuchten hunderte flackernde Kerzen für die Opfer des Terror-Schützen von Hanau. 

Nach Terror-Nacht in Hanau: Stadt sagt Empfang ab – Mahnwache geplant  

Erstmeldung vom 20. Februar: Schrecklicher Terror-Anschlag in Hanau am Mittwochabend (19. Februar): Der 43-Jährige Tobias R. stürmt am Mittwochabend eine Shisha-Bar am Heumarkt in Hanau und tötet mehrere Menschen mit einer Schusswaffe. Nach diesem Blutbad fährt der Schütze in die Karlsbader Straße und erschießt dort mehrere Personen. Das SEK entdeckt einige Stunden später die Leiche von Tobias R. in seiner Wohnung. Neben ihm liegt die Leiche seiner Mutter (76) – er hat sie und sich selbst getötet. 

700 Menschen versammeln sich in Mannheim um der Terror-Opfer von Hanau zu gedenken 

Mit den beiden beläuft sich die Zahl der Todesopfer auf insgesamt 11, auch eine Schwangere soll unter den Toten sein. Laut Informationen der Bild-Zeitung hinterlässt der Schütze ein Manifest und mehrere Videos

Nach Angaben der Innenminister von Hessen und Bayern gibt es Hinweise auf einen rechtsextremen Hintergrund der Tat in Hanau.

Nach Terror-Nacht in Hanau: Mahnwache in Mannheim 

Nur wenige Stunden nach dem Terror-Akt in Hanau ist den Menschen in Deutschland am Schmutzigen Donnerstag nicht nach Feiern zumute. Ganz Deutschland trauert um die Opfer der schrecklichen Bluttat. Für Donnerstagabend ist auf dem Marktplatz von Hanau eine Mahnwache und Gedenkfeier geplant

Auch in Mannheim ist eine Mahnwache für die Todesopfer von Hanau geplant. Organisiert wird sie vom Bündnis „Mannheim gegen Rechts“. Um 19 Uhr beginnt die Gedenkveranstaltung am Marktplatz. Hunderte Menschen haben sich mit Kerzen, Bannern und Flaggen versammelt um den Toten von Hanau zu gedenken. 

Mannheim: Nach Schießerei in Hanau mit 11 Toten: Stadt sagt Prinzessinnenempfang ab

Aufgrund der Ereignisse sagt die Stadt Mannheim den für heute Nachmittag geplanten Prinzessinnenempfang im Rathaus ab. Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz erklärt: „Wir sind erschüttert über den feigen Anschlag in Hanau. Wir trauern um die Opfer. Unsere Gedanken sind bei ihren Angehörigen. Das Gift der rassistischen und ausländerfeindlichen Ideologie hat Menschen das Leben genommen. Daran ändern auch Vermutungen über den psychischen Zustands des Täters nichts. Der Anschlag spaltet, weil er Menschen gezielt in Angst versetzt, das Gefühl von Zugehörigkeit zerstören will. Umso wichtiger ist es jetzt zu zeigen, dass diese Anschläge uns nicht spalten, dass wir sie als Anschläge auf uns alle verstehen und wir in der Trauer keinen Unterschied machen. Zugleich dürfen Täter nicht den Eindruck bekommen, dass sie das gesellschaftliche Leben zum Erliegen bringen.“

Im Sinne dieser Erwägungen hat sich die Stadt Mannheim in Abstimmung mit der Karnevalskommission entschieden, den traditionellen Prinzessinnen-Empfang im Rathaus abzusagen. Die Straßenfasnacht wird eröffnet. Der Oberbürgermeister wird, auch zum Gedenken an die Opfer in Hanau, sprechen.

Nach Anschlag in Hanau: Auch Mahnwache in Heidelberg geplant 

Auch in Heidelberg soll den Opfern von Hanau gedacht werden. Das Bündnis VVN-BdA Heidelberg lädt um 17:30 Uhr zu einer Mahnwache am Bismarckplatz ein. Hunderte menschen versammeln sich auch dort um der Toten zu gedenken. 

Am Bismarckplatz: Hunderte Menschen trauern um Terror-Opfer von Hanau 

Weinheim: Mahnwache für die Opfer von Hanau 

Auch in Weinheim wollen die Menschen nach dem Anschlag in Hanau nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Aus diesem Grund ruft das Bündnis  „Weinheim bleibt bunt“ für Sonntag, 23. Februar, 17 Uhr, am Mahnmal für die Opfer von Vertreibung, Krieg und Gewalt im Stadtpark in der Ehretstraße/Institutstraße zu einer Mahnwache mit Kundgebung auf.

Mahnwachen in den Städten und Trauer überhaupt. Das passt so gar nicht in die Faschingszeit. In den Innenstädten der Region gibt es trotzdem zahlreiche Faschingsumzüge. Sperrungen und Umleitungen bei Bus und Bahn drohen.

pm/kp

Rubriklistenbild: © Sandra Birkhahn

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