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Hafen49 in Mannheim: Abgesagt! Wird Corona-Modellprojekt nachgeholt?

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Von: Peter Kiefer

Der Mannheimer Hafen49, wie ihn die Leute lieben.
Der Mannheimer Hafen49, wie ihn die Leute lieben. (Archivfoto) © MANNHEIM24/Manuel Dietrich

Mannheim – Am 4. Juli sollte am Hafen49 im Jungbusch trotz Corona ohne Masken und Abstand gefeiert werden. Doch kurz vor Durchführung jetzt das Aus für das wissenschaftliche Modellprojekt:

Update vom 4. Juli, 7:33 Uhr: Jetzt ist es also amtlich! Das mit Spannung erwartete Modellprojekt am heutigen Sonntag (4. Juli) am Hafen49 muss leider wie befürchtet ins Wasser fallen. Die Begründung der Veranstalter: „Leider sind für morgen großflächige Gewitterfronten vorhergesagt, bei denen ordentlich was runterkommen wird. Wir sind über die Wetterprognose genau so enttäuscht wie ihr. Nach Rücksprache mit unserem Meteorologen und der hohen Wahrscheinlichkeit, dass uns ein schweres Unwetter trifft, müssen wir leider die geplante ‚Testfahrt‘ absagen.“

Den 500 Ticket-Besitzern wird ihr bezahltes Geld werden alle automatisch zurück erstattet – die Käufer müssen nichts dafür tun. Der Hafen49 hält alle Interessierten darüber auf dem Laufenden, ob und wann es einen Nachholtermin geben wird.

Mannheim: Corona-Modellvorhaben am Hafen49 – Fällt Party-Projekt morgen ins Wasser?

So sehr sich alle Beteiligten auf das Modellprojekt mit 500 ausgehungerten Tanzwütigen am Hafen49 in Mannheim freuen, so bange ist der Blick auf die Wetterkarte für den Sonntag (4. Juli). Denn Vorhersagen sagen leider pünktlich ab Veranstaltungsbeginn (13 bis 22 Uhr) eine Regenwahrscheinlichkeit von 90 Prozent voraus. Fällt das Open-Air Event, bei dem auf der Tanzfläche bewusst auf Masken und Abstand verzichtet wird, um wichtige Erkenntnisse in Sachen Coronavirus zu erlangen, am Ende sogar komplett ins Wasser?

Bei leichtem Regen findet die Modellveranstaltung statt“, beruhigt eine Pressesprecherin von NEXT Mannheim auf MANNHEIM24-Anfrage. „Da es jedoch kein Ausweichquartier oder einen Ersatztermin gibt, sind wir bei drohendem Gewitter gezwungen, die Veranstaltungen abzusagen.

StadtMannheim
BundeslandBaden-Württemberg
Fläche144,96 km²
Einwohnerzahl310.658 (Stand: 31. Dez. 2019)
OberbürgermeisterDr. Peter Kurz (SPD)

Dies wäre natürlich eine herbe Enttäuschung für die 500 Gäste, die es geschafft haben, überhaupt eines der heißbegehrten Tickets (15 Euro) zu ergattern. Die komplette Veranstaltung am Hafen49 war nämlich nur gut eine Stunde nach der Ankündigung bereits ausverkauft, so die NEXT-Sprecherin.

Hafen49 in Mannheim: 500 Leute tanzen und feiern für die Wissenschaft

Das Modellprojekt: Das von NEXT Mannheim konzeptionierte Projekt für eine Open-Air Tanzveranstaltung ist vom Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg als Modellvorhaben ausgewählt worden. Bislang konnten wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse bezüglich der potentiellen Übertragungsdynamik von COVID-19 in unterschiedlichen Veranstaltungskontexten gewonnen werden.

In Deutschland wurden diese Tests allerdings bislang fast alle unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregelungen und fast ausschließlich im Innenbereich mit entsprechender Lüftung und einem sitzenden Publikum durchgeführt. Für Clubs und kleinere Livemusikspielstätten sind derartige Veranstaltungen jedoch entweder nicht möglich oder wirtschaftlich nicht durchführbar.

Party-Modellvorhaben am Hafen49: Stadt erhofft sich wissenschaftliche Erkenntnisse für die Pandemie

Die Stadt Mannheim möchte daher jetzt als erste deutsche Stadt wissenschaftliche Erkenntnisse darüber gewinnen, unter welchen Bedingungen auch Clubveranstaltungen im Freien stattfinden können und entsprechende wissenschaftliche Testungen in Kooperation mit dem Uniklinikum Mannheim, dem Fraunhofer Institut, der DHBW Mannheim, dem Schnelltestzentrum Mannheim, EventKultur Rhein-Neckar e.V. und dem Hafen49 / Loft GmbH durchführen.

Geplant ist eine elektronische Musikveranstaltung am Hafen49, die unter realen Bedingungen, also ohne Abstandsregeln, Getränkeverkauf und mit expliziter Tanzerlaubnis durchgeführt werden. Es sollen dabei Aerosolmessungen ohne Maske stattfinden sowie mögliche Ansteckungsdynamiken in einem kontrollierten und sicheren Verfahren analysiert werden. Die teilnehmenden Gäste müssen sich verpflichtend sowohl einem Antigen-Schnelltest als auch, drei Tage nach der Veranstaltung, einem PCR-Test unterziehen.

Modellprojekt am Hafen49 in Mannheim: Nachtbürgermeister mit im Boot

Betreut wird das Modellvorhaben operativ von Nachtbürgermeister Robert Gaa, der optimistisch in die Zukunft blickt: „Die aktuellen Vorgaben ermöglichen Veranstaltungen nur unter sehr strengen Bedingungen und sind somit für viele Veranstaltenden nur schwer zu realisieren. Wir erhoffen uns nun, dass wir durch die Generierung neuer Daten bessere und passgenauere Sicherheits- und Hygienevorgaben für die Veranstaltungsbranche entwickeln können.

Robert Gaa übernimmt ist Mannheims neuer Nachtbürgermeister.
Robert Gaa übernimmt ist Mannheims neuer Nachtbürgermeister. © Startup Mannheim

Im Laufe unseres Modellvorhabens werden sowohl verschiedene Testverfahren auf ihre Performance untersucht, Pooling-Strategien entwickelt, als auch Aerosolverteilungen in Menschenmengen untersucht. Hier gibt es aktuell definitiv noch Erkenntnislücken, die wir zumindest partiell füllen möchte“, ergänzt Nightlife-Profi Gaa. (pek)

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