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Grausamkeiten und Völkermord: Grüne fordern Änderung von Mannheimer Straßennamen

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Von: Katja Postillion

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Grüne fordern Umbenennung von Straßennamen
Grüne fordern Umbenennung von Straßennamen © MANNHEIM24/Carolin Etzold

Mannheim-Rheinau - Ihre Namen stehen für unbeschreibliche Verbrechen zur Zeit der deutschen Kolonialzeit – deswegen könnten mehrere Straßen in Mannheim schon bald umbenannt werden.

Leider keinen rühmlichen Hintergrund hat es meist, wenn der Name einer Straße geändert wird. Im Zuge der Rückgabe von Beutekunst aus der afrikanischen Kolonialzeit werden auch drei fragliche Straßennamen in Mannheim untersucht.

Schon im November 2018 wird auf Initiative der baden-württembergischen Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Theresia Bauer (Grüne), durch die grün-schwarze Landesregierung, die Rückgabe einer Bibel und einer Peitsche nach Namibia beschlossen.

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Mannheimer Gemeinderat der Grünen beschließt Überprüfung von Straßennamen und Beutekunst

Hintergrund: Deutschland ist zwischen 1884 und 1918 eine der großen Kolonialmächte in Afrika. Außer Unterdrückung durch Zwangsarbeit, Verschleppung und Enteignung kam es in der Kaiserzeit zum Mord an hunderttausenden Menschen. 

Erschreckend: Bis heute stehen die Namen mehrerer Kolonialisten noch in der Quadratestadt auf Straßenschildern – zu deren Ehrung.

Am 11. März 2019 stellt der Gemeinderartsfraktion der Grünen zwei Anträge, dieses schlimme Erbe in den Straßen und auf geraubte Beutekunst in den Museen hin zu untersuchen.

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Grünen-Stadtrat Fontagnier unterstützt Anträge auf Umbenennung

Statdtrat Gerhard Fontagnier, der sich mit der Aufarbeitung befasst, zu MANNHEIM24: „Viele der Personen sind uns lange als Afrika-‚Forscher‘ verkauft worden. Aber mann muss nur einmal auf Google nachlesen, dann erfährt man, dass da noch mehr gewesen ist!“

Zuerst wird das MARCHIVUM, das Mannheimer Achiv, damit beauftragt, die Straßennamen zu überprüfen, dann die Museen angefragt, ob es schon eine Rückgabeanforderung gibt.

Grüne fordern Umbenennung von Straßennamen
Grüne fordern Umbenennung von Straßennamen © MANNHEIM24/Carolin Etzold

2011 wird die Carl-Peters Straße, deren Namensgeber eng mit Rassismus und dem Nationalsozialismus verbunden ist, in Wilhelm-Peters-Straße umbenannt.

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Begründung der Grünen in ihrem Antrag: „Die Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte hinkt weit hinterher. Auch in Mannheim gibt es noch Straßennamen, die damit in Zusammenhang zu bringen sind. Es ist höchste Zeit, sich damit auseinander zu setzen und die Konsequenzen zu ziehen!“

Die schwerwiegenden Straßennamen in Mannheim-Rheinau sind folgende:

Lüderitzstraße

Grüne fordern Umbenennung von Straßennamen
Grüne fordern Umbenennung von Straßennamen © MANNHEIM24/Carolin Etzold

Gustav Nachtigal Straße:

Leutwein Straße:

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