Gewappnet für den Ernstfall

Wenn die Katastrophe eintritt: Terror-Übung auf Franklin! 

Mannheim -  Um für den Ernstfall gewappnet zu sein, führen mehrere Behörden eine Großübung durch. Thema des Tages – Verhalten bei einem Terroranschlag!

  • Bei einer Großübung in Mannheim üben die Behörden den Ernstfall
  • Es geht um einen Terroranschlag mit Biowaffen
  • 150 Personen nehmen an der Großübung in Mannheim teil

Bei einem Terroranschlag an einem belebten Ort zählt jede Sekunde – denn diese entscheidet über Leben und Tod zahlreicher Menschen! Besonders gefährlich wird es, wenn die Bedrohung nicht mit einem Attentäter endet, sondern auch noch Biowaffen eingesetzt werden. Glücklicherweise ist es in Mannheim und der Region noch nie zu einem Terrorangriff gekommen. Sollte ein solches Unglück aber jemals passieren, müssen die Behörden darauf vorbereitet sein. Aus diesem Grund findet am Donnerstag (26. September) eine Großübung in Mannheim statt. In dieser sollen die Einsatzkräfte lernen bei einem Terroranschlag mit Biowaffen Hand in Hand zu arbeiten – und dafür braucht es Übung und Routine.

Mannheim: Großübung gegen Terroranschlag – Behörden proben den Ernstfall

An der Großübung in Mannheim nehmen das Polizeipräsidium Mannheim, die Staatsanwaltschaft Mannheim, die Berufsfeuerwehr Mannheim, der öffentliche Gesundheitsdienst, das Robert-Koch-Institut und das Universitätsklinikum Heidelberg teil. Bereits im Jahr 2017 fand eine Übung des Katastrophenschutzes am Klinikum statt. Auch Thomas Strobel, stellvertretender Ministerpräsident und Minister für Inneres, Digitalisierung und Migration, wird bei der aktuellen Großübung in Mannheim vor Ort sein. 

Großübung in Mannheim: Behörden bereiten sich auf Ernstfall vor

Die Großübung in Mannheim wird ab 12 Uhr beginnen. Die 150 Teilnehmer werden proben, was bei einem Terroranschlag mit Biowaffen zu tun ist. Nur damit kann sichergestellt werden, dass im Ernstfall kein Chaos ausbricht. Eine ähnliche Großübung fand auch im November 2018 statt. In Bruchsal trainierten 800 Retter eine ICE-Katastrophe

Mannheim: Terror-Szenario mit Biowaffen-Angriff

Das Szenario der Großübung in Mannheim könnte auch aus einem Hollywoodfilm stammen. Das Landeskriminalamt ermittelt gegen eine islamistische Zelle aus Mannheim. Als Kräfte des Spezialeinsatzkommandos (SEK) zwei Wohnung verdächtiger Personen stürmen, entdecken sie dort eine Leiche. Zudem handelt es sich bei der Wohnung um ein improvisiertes Labor, in dem mit biologischen Kampfstoffen experimentiert worden ist! Die Einsatzkräfte machen noch eine weitere schlimme Entdeckung – eine funktionstüchtige Sprengweste und Waffen.

Die Großübung in Mannheim trägt den Namen „Bao Salus“ und es handelt sich um die erste landesweite Übung dieser Art. Aus diesem Grund sind neben den 150 Teilnehmern auch etwa 200 Übungsbeobachter vor Ort. Der Standort Mannheim hat sich durch die örtlichen Gegebenheiten der Konversionsfläche ergeben. 

Mannheim: Übung soll Zusammenarbeit zwischen den Behörden verbessern

Die Menschen in unserem Land dürfen sich darauf verlassen, dass unsere Sicherheitsarchitektur im Ernstfall reibungslos und effektiv funktioniert. Es liegt auf der Hand, dass dieses Zusammenspiel regelmäßig geübt werden muss - auch wenn wir alle hoffen, dass der Ernstfall niemals eintritt. Die Dimension dieser Übung zeigt, dass wir auch die Vorbereitung auf einen Ernstfall sehr ernst nehmen und nichts dem Zufall überlassen“, erklärt der Stellvertretende Ministerpräsident und Innenminister Thomas Strobl.

Wie Ralf Michelfelder, Präsident des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg, betont, wolle man mit dieser Übung niemandem Angst machen. Aktuell habe man keine Kenntnisse über eine bevorstehende Tat – trotzdem sei es wichtig, eine professionelle Vorbereitung auf eine derartige Bedrohung durchzuführen. Ein besonderer Fokus liege hierbei auf der Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure aus den Bereichen der Gefahrenabwehr und Strafverfolgung.

Mannheim: Jede Behörde hat seine spezielle Aufgabe bei der Großübung

Damit die Großübung in Mannheim nicht zum Desaster wird, müssen alle Behörden genau wissen, was sie gerade tun. Die Einsatzkräfte des Landeskriminalamts übernehmen die Entschärfung der Sprengstoffweste und sichern am Tatort Daten in der kontaminierten Umgebung. Zudem führt das LKA auch die Ermittlungen zu den Verdächtigen und den Tathintergründen durch. 

Derweil muss die Feuerwehr Beweise, Verdächtige, Anwohner und Einsatzkräfte dekontaminieren. Die analytische Force des Bundes aus Mannheim und das Kompetenzzentrum Gesundheitsschutz des Landesgesundheitsamtes kümmern sich um die möglichen Kampfstoffe. 

Mannheim: Viel Aufwand für Großübung – 150 Personen vor Ort

Unterdessen ergreift das Gesundheitsamt Mannheim alle Maßnahmen, um eine Ausbreitung des biologischen Kampfstoffes zu verhindern. Dafür müssen alle Anwohner, Einsatzkräfte und Verdächtigen genau untersucht werden. Im schlimmsten Fall ist auch eine Quarantäne möglich. Dafür werden sie von Kräften des Robert-Koch-Instituts unterstützt. 

Die Staatsanwaltschaft Mannheim ist währenddessen für alle rechtlichen Fragen zuständig. Zu guter Letzt führen Mitarbeiter des Institut für Rechts- und Verkehrsmedizin des Universitätsklinikums Heidelberg eine Leichenschau und Obduktion durch, um relevante Proben zu sichern. 

Mannheim: Kommunikation ist bei Terroranschlag ein wichtiges Thema

Für das Polizeipräsidium Mannheim ist es wichtig, sich mit eigenen Kräften an einem solchen Szenario eng abgestimmt zu beteiligen und das taktische Vorgehen realitätsnah zu üben. Insgesamt ist die reibungslose Kooperation verschiedener Behörden und eine enge und gute Zusammenarbeit mit den Spezialisten vor Ort ein Erfolgsgarant für die Zukunft. Diese Übung leistet einen wichtigen Beitrag dazu, in schwierigen Lagen notwendige Handlungsroutinen auszubilden und ein hohes Qualitätsniveau zu gewährleisten“, sagt Andreas Stenger, Präsident des Polizeipräsidiums Mannheim

pm/dh

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