Modellstadt Mannheim

Kein günstiges „GreenCity-Ticket“ mehr – das ist der Grund!

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Mannheim: Das „GreenCity-Ticket“ wird zum 30. März 2020 abgeschafft. 

Mannheim - 2019 startet die Stadt im Rahmen des Modellstadt-Projekts die ersten Maßnahmen. Nur einige Mante später wird das „GreenCity-Ticket“ abgeschafft. Der Grund: 

  • Im Januar 2019 startet das Modellstadt-Projekt in Mannheim
  • ÖPNV soll durch verschiedene Maßnahmen attraktiver gemacht werden.
  • Stadt Mannheim zieht im Oktober 2019 positive Zwischenbilanz.
  • Am 30. März wird das Projekt „Green-City-Ticket“ für Mannheim frühzeitig abgebrochen – der Grund ist kurios! 

Update vom 30. März 2020: Neue Buslinien, dichtere Taktung, besondere Konditionen für Jobticket-Abschlüsse und den Luftlinientarif (eTarif) sowie vergünstigte Bus-und Bahnfahrkarten. Das alles sind Maßnahmen, mit denen die Stadt Mannheim seit Anfang 2019 Jahres im Rahmen des vom Bund geförderten Projektes „Modellstadt“ Mannheimer zum Umstieg auf den ÖPNV mobilisieren will. Ab Montag, 30. März, wird jedoch ein Teil des Angebots eingestellt. Der Grund: Die hohe Nachfrage nach den günstigeren Tickets hat das für die Teilmaßnahmen gestellte Budget weitgehend aufgebraucht

„Das GreenCity-Ticket, also unsere vergünstigten Gelegenheits- und Zeitfahrkarten, können wir künftig nicht mehr anbieten. Wir hatten uns frühzeitig bemüht, beim Bund eine Folgefinanzierung zu erreichen, doch bislang leider keine verbindliche Zusage erhalten. Diesen Ausfall in Höhe von mehreren Millionen Euro können wir als Stadt Mannheim nicht ersetzen.“,so Erster Bürgermeister und ÖPNV-Dezernent Christian Specht.

Mannheim: Das „GreenCity-Ticket“ wird zum 30. März 2020 abgeschafft. 

Alle bereits erworbenen Fahrausweise bleiben bis zum 31. Dezember 2020 gültig und können bis dahin genutzt werden. Bereits bestehende Jahreskarten-Abonnements laufen ebenfalls regulär weiter. 

Mannheim: Förderung von eTarif und Jobticket wird fortgesetzt 

Der eTarif, der mittels App kilometergenau exakt die zurückgelegte Luftlinie zwischen Start und Ziel berechnet, wird im Zuge des Modellstadt-Projekts weiterhin gefördert. Für Fahrten innerhalb von Mannheim und Ludwigshafen gilt weiterhin der ermäßigte Grundpreis. Auch die Förderung der Arbeitgeber, die sich im Rahmen des Projekts für den Abschluss eines Jobticket-Angebots entschieden haben, hat weiterhin Bestand. 

Mit über 13 Millionen Euro Volumen handelte es sich bei den GreenCity-Gelgenheits- und Zeitfahrscheinen um die finanziell aufwendigste Maßnahme des Projekts. Gleichzeitig wurden bei nicht geförderten Tickets Rückgänge verzeichnet, wie beispielsweise bei Tageskarten, dem Quadrate-Ticket und Wochenkarten um bis zu 28 %, bei Monatskarten um 16 %. Es handelt sich hier also um ein Angebot mit hohen Streuverlusten, das zu teuer ist in Relation zur Wirkung. Der Erfolg ist demnach letztlich geringer als bei den anderen Modellstadt-Maßnahmen, so dass eine Fortfinanzierung durch die Stadt hier nicht effektiv wäre. 

Maßnahmen Modellstadt Mannheim: Was haben sie gebracht? 

  • Seit Beginn der Modellstadt-Maßnahmen ist in Mannheim im Schnitt ein Fahrgastzuwachs von gut 5 % zu verzeichnen. 
  • Auf den Buslinien 45/50 gibt es durch die Taktverbesserung 25 % mehr Fahrgäste.
  • Die Nutzung des Jobtickets stieg um 22 %.
  •  Die Anzahl der Unternehmen, die ein Jobticket anbieten, stieg um 146. 
  • Damit profitieren zusätzlich 2.400 Beschäftigte von dieser Möglichkeit, darunter viele kleine und mittelständische Unternehmen.
  • Feinstaubbelastung in der Luft hat sich reduziert. (Mittelwert von 42 µg/m³ im Jahr 2019 im Gegensatz zu 47 µg/m³ im Jahr 2018)

Wie viele Autofahrer tatsächlich auf den ÖPNV umgestiegen sind, wird die wissenschaftliche Evaluation ergeben, die der Bund federführend durchführt. Alle oben aufgeführten Angaben beziehen sich auf den Zeitraum vor Auftreten des Coronavirus. Aufgrund der jetzigen Entwicklungen können die Maßnahmen derzeit nicht mehr bewertet werden. Auch die für März geplante Befragung der Fahrgäste wurde aufgrund des Coronavirus gestoppt.

Modellstadt Mannheim: So erfolgreich ist das Projekt bislang!

Update vom vom 8. Oktober 2019: Nachdem die Stadt Mannheim vom Bund zur Modellstadt für die Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen zur Stickstoffdioxid-Reduktion ausgewählt wurde, fällt Anfang dieses Jahres der Startschuss für die Umsetzung einer Vielzahl von Maßnahmen im ÖPNV. Nun haben die Projektverantwortlichen eine Zwischenbilanz gezogen. 

Die wichtigsten Erkenntnisse sind, dass die vergünstigten Tickets wie erwartet zu einer Steigerung der ÖPNV-Nutzung geführt haben. Die Fahrzeuge sind inzwischen um 5,9 Prozent mehr belegt“, berichtet Erster Bürgermeister und ÖPNV-Dezernent Christian Specht und führte weiter aus: „Einen noch stärkeren Effekt haben jedoch unsere Maßnahmen in Bezug auf das Verbindungsangebot. Auf den Linien, auf denen wir die Takte verdichtet und damit das Angebot verbessert haben, haben wir ein Viertel, genau 26 Prozent, mehr Fahrgäste gezählt. Das bestätigt uns in unserer bisherigen Strategie, sich auf einen kontinuierlichen Ausbau des Verbindungsangebots zu konzentrieren, so wie bei unserer Stadtbahn Nord oder künftig durch die Anbindung von Franklin oder des Glücksteinquartiers. Es ist wichtig, den Nutzern ein gutes Angebot im Sinne des Fahrkomforts und der Verfügbarkeit anzubieten anstatt lediglich Preise zu senken.“ 

Modellstadt Mannheim: Weitere Angebote im Busverkehr

Im November wird mit Mitteln aus dem Modellstadt-Projekt eine weitere Angebotsverbesserung im Busbereich realisiert. Durch die Einführung der neuen Linie 65 zwischen Popakademie und Hochschule wird das Glücksteinquartier erschlossen und die bestehende Linie 60 zwischen Popakademie und Hauptbahnhof verstärkt. „Den Erfolg, den wir mit den Angebotsverbesserungen auf der Linie 45/50 hatten, möchten wir gerne wiederholen“, so Martin in der Beek, Technischer Geschäftsführer der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (rnv). „Es trägt außerdem erheblich zur Attraktivität von neuen Stadtquartieren bei, wenn es beim Einzug der ersten Bewohner schon eine ÖPNV-Verbindung vor der Haustür gibt.“ 

Wer genau die Fahrgäste sind, die seit Beginn der Modellstadt-Maßnahmen Anfang des Jahres für die erhöhte Nutzung des ÖPNV sorgen, muss noch ausgewertet werden. Möglicherweise handelt es sich um sogenannte Umsteiger, also Fahrgäste, die beispielsweise vom Auto auf den ÖPNV gewechselt sind und den ÖPNV vorher gar nicht oder kaum genutzt haben. Möglich wäre auch, dass bisherige ÖPNV-Nutzer noch häufiger mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren und sich die Zahl der Fahrten dadurch erhöht hat. 

Die bisherigen Auswertungen haben gleichzeitig auch ergeben, dass ein Rückgang bei jenen Angeboten zu verzeichnen ist, die nicht im Rahmen der Modellstadt-Maßnahmen vergünstigt wurden. Hier insbesondere bei den regulären Tages- und Wochenkarten. Es ist anzunehmen, dass diese Fahrgäste nun auf die vergünstigen Modellstadt-Tickets zurückgreifen. 

Modellstadt Mannheim: Auswertung zeigt großen Erfolg

Ein großer Erfolg des Modellstadt-Projektes ist die Ausweitung desJob-Ticket-Angebots: Mehr als 100 Mannheimer Unternehmen bieten im Rahmen der Modellstadt das Job-Ticket neu an. Damit haben nun insgesamt rund 35.000 Beschäftige in Mannheim die Möglichkeit, vergünstigt zur Arbeit zu pendeln. Das sind mehr als 7.600 Beschäftigte, die neu hinzukommen, das entspricht 22 Prozent. „Darüber hinaus planen wir im nächsten Jahr ein neues Job-Ticket-Modell, das eine Grundbeitragsbefreiung für Arbeitgeber vorsieht und nur für die Mitarbeiter zu zahlen ist, die auch tatsächlich den ÖPNV nutzen. Das wird sicherlich ein weiterer Erfolg in diesem Tarifsegment”, ergänzt Volkhard Malik, Geschäftsführer des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar (VRN). 

Beim sogenannten eTarif, der nur die tatsächlich zurückgelegte Luftlinie berechnet, hat sich im Rahmen einer der Modellstadt-Maßnahmen der Grundpreis um mehr als ein Drittel reduziert. Seither hat sich die Zahl der Fahrten verdoppelt. Die Zahl der Nutzer hat sich um die Hälfte gesteigert. „Der große Vorteil des eTarifs ist die Nutzerfreundlichkeit“, erklärt Specht. „Man muss einfach nur einsteigen und aussteigen, ohne sich mit den verschiedenen Tarifen auseinandersetzen zu müssen. Die Fahrtstrecke wird digital erfasst und anschließend ganz bequem abgerechnet.

Eine weitere zentrale Erkenntnis des Modellstadt-Projektes ist der Aspekt „Kosten“: Die Einnahmen, die durch die erhöhten Fahrgastzahlen seit Beginn der Modellstadt-Maßnahmen generiert werden, kompensieren nicht die Kosten, die durch die Maßnahmen entstehen. „Letztlich wird man immer draufzahlen müssen, wenn man die Maßnahmen in dieser Form anbieten möchte, insbesondere die Tarifmaßnahmen“, bilanziert Specht. „Wenn wir das Maßnahmenpaket also langfristig in dieser Form anbieten wollen, bedarf es finanzieller Unterstützung durch den Bund.

Weihnachten und Silvester 2019 in der Region: So fahren Busse und Bahnen.

Modellstadt Mannheim: So günstig werden Bus- und Bahntickets ab Januar!

Meldung vom August 2018: Der Bund will in fünf Städten, darunter auch in Mannheim, Projekte zur Luftverbesserung unterstützen. Diese sogenannten Modellstädte (Mannheim, Herrenberg, Reutlingen, Essen und Bonn) sollen bis 2020 verschiedene Ideen und Projekte für einen attraktiveren Nahverkehr ausprobieren um so mehr Menschen zum Umsteigen auf Bus und Bahn zu bewegen. In Mannheim fällt nun der Startschuss für die Umsetzung der ersten Maßnahmen, die am Dienstag vorgestellt wurden.

„Mit unseren Maßnahmen verfolgen wir nach wie vor ganz klar zwei wesentliche Ziele: Die Luftbelastung durch Stickstoffdioxid soll reduziert und dadurch Fahrverbote vermieden werden“, betont Erster Bürgermeister und ÖPNV-Dezernent Christian Specht. 

Der größte Anteil der Fördermittel (28,4 Millionen) gehen in günstigere Ticketpreise für die öffentlichen Verkehrsmittel:

Die Maßnahmen

Das „GreenCity-Ticket“ 

Ein wichtiger Baustein des Modellstadt-Projektes in Mannheim ist die Förderung von günstigen ÖPNV-Tickets. Ab 1. Januar werden in der Großwabe Mannheim/Ludwigshafen „GreenCity-Tickets“ angeboten, die wesentlich günstiger sind:

  • Einzelfahrschein: 1,80 statt 2,60 Euro 
  • Fahrschein für Kinder: 1,30 statt 1,80 Euro
  • Einzelfahrschein BahnCard: 1,40 statt 2 Euro
  • 64,10 statt 92,20 Euro im Monat für eine Jahreskarte

Buslinienverstärkung und eTarif

Im Zuge des Modellstadt-Projektes wurde auch das Angebot der rnv ausgeweitet: Der Fahrweg der Buslinie 45 wurde so beispielsweise bereits Anfang Dezember von der bisherigen Endhaltestelle Neuostheim bis Waldhof Bahnhof verlängert. Dadurch ergibt sich in dem von den Linien 45 und 50 bedienten Abschnitt zwischen SAP-Arena S-Bahnhof und Waldhof Bahnhof von Montag bis Freitag zwischen 6 und 19:30 Uhr in beiden Fahrtrichtungen ein Zehn-Minutentakt. Am Wochenende fahren die Busse alle 20 Minuten. 

Im Laufe des Januars sollen auch die Preise im Luftlinientarif, dem sogenannten eTarif, angepasst werden. Mit einer App zahlen die Fahrgäste nur den Luftlinienpreis. Dieser Grundpreis wird von 1,20 auf 0,80 Euro gesenkt. Außerdem soll es eine Prepaid-Bezahlmöglichkeit geben, die den eTarif vor allem minderjährigen Fahrgästen zugänglich machen soll.

Jobticket 

Das Jobticket wird bereits von 220 Mannheimer Arbeitgebern genutzt. Weil ein Teil des Tickets durch den Arbeitgeber mitfinanziert wird, ist es für Mitarbeiter günstiger als reguläre Tickets. Auch hier wurde im Rahmen des Modellstadt-Projektes ein Angebot entwickelt: Unternehmen in Mannheim können Job-Ticket-Verträge mit einer Laufzeit von drei Jahren abschließen, bei denen für die Projektlaufzeit bis zum 31.12.2020 der Arbeitnehmer-Grundbeitrag entfällt. Durch diese Maßnahme sollen mehr Firmen dazu animiert werden, das Job-Ticket in ihren Firmen zu testen, um so mehr Pendler zum Umstieg auf den ÖPNV zu bewegen. 

Hintergrund: Modellstadt

Durch das Modellstadt-Projekt soll getestet werden, welche kurzfristigen Maßnahmen zu einer nachhaltigen Verbesserung der Luftqualität durch die Reduktion der Stickstoffdioxidbelastung beitragen können. Mannheim profitiert hier von einem 128-Millionen-Euro-Fördertopf der Bundesregierung, auf den insgesamt fünf ausgewählte Modellstädte in Deutschland zugreifen können. Neben Mannheim wurden Bonn, Essen, Herrenberg und Reutlingen als Modellstädte benannt. Der Projektzeitraum endet am 31. Dezember 2020. 

Die Modellstädte werden während der Testphase vom Bundesministerium für Umwelt und vom Bundesverkehrsministerium fachlich begleitet. Während dieser Phase wir immer wieder gemessen wie erfolgreich die Maßnahmen bei der Reduzierung von Stickstoffdioxid abschneiden. Die erste Evaluierung soll schon im Sommer 2019 stattfinden. Die Erkenntnisse aus den Modellstädten sollen dann auf andere Städte in ganz Deutschland übertragen werden können.

Vor einigen Monaten wurde auch die Möglichkeit eines kostenlosen Nahverkehrs diskutiert, war aber dann schnell wieder vom Tisch.

Ein originelles Foto begeistert die Facebook-Community: Zwei Studenten in Heidelberg transportieren ein Sofa, dass sie gerade über die Tauschbörse „Free your stuff“ bekommen haben in einer Straßenbahn – Couchsurfing mal anders. 

kp/kab

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