Auswirkungen auf die Gesundheit?

Giftige Chemikalie PFC in Honig gefunden: Ist der süße Saft infiziert?

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Deutliche PFC-Gehalte in Honigproben im Norden von Mannheim gefunden.

Mannheim - Bereits seit 5 Jahren verunreinigt das als giftig geltende PFC Äcker und das Grundwasser. Nun werden beunruhigende Proben im Honig gefunden. Wie gefährlich ist das?

Bereits 2013 sind per- und polyfluorierten Chemikalien (PFC) in aller Munde: Rund um Rastatt und Baden-Baden sind um die 500 Hektar verunreinigt. Auch Flächen im Norden Mannheims gehören dazu. ImVerdacht steht vor allem eine Kompostfirma aus Baden-Baden. Sie soll bis zum  Jahr 2008 Kompost an Bauern für ihre Felder verkauft haben, der PFC-haltige Papierschlämme enthält. Doch es bleibt nicht bei der Verschmutzung der Äcker, auch im Grundwasser wird PFC nachgewiesen und jetzt auch im Honig!  

 Doch erst einmal: Was ist PFC?

  • künstlich hergestellte Substanzen
  • gelten als giftig
  • sehr langlebig
  • schwer abbaubar
  • Wasser-, Schmutz- und Fett abweisend
  • Verwendung in Outdoor- und Arbeitskleidung oder in Imprägniermitteln

Beunruhigende Honigproben!

Die amtliche Lebensmittelüberwachung hat erstmals bei Honigproben eines Imkerbetriebes im Norden von Mannheim deutliche PFC-Gehalte gefunden, dass teilt das Regierungspräsidium Karlsruhe am Freitag (20. Juli) mit. Auch als weitere Imker in der Nähe getestet werden, weisen alle einen PFC-Gehalt auf. Bei zwei der getesteten Imkern sind die Werte sogar deutlich überschritten.

Weil die Ursache für die erhöhten PFC-Gehalte jedoch noch unklar ist, werden weitere Honigproben untersucht. Die bereits infizierte Ware wird sofort aus dem Verkehr gezogen.

Macht PFC unfruchtbar?

Inwieweit PFC für Menschen gesundheitsschädlich ist, kann aufgrund der verschiedenen PFC-Verbindungen wissenschaftlichnoch nicht abschließend beantwortet werden. 2016 legt das Umweltbundesamt den Grenzwert ,Humanbiomonitoring I-Wert' fest. Alles unter dem Wert 30 Mikrogramm pro Kilogramm (bei Lebensmitteln tierischer Herkunft) gelte demnach als unbedenklich.

Aber: Es besteht der Verdacht, dass die Fruchtbarkeit von Frauen und die Zeugungsfähigkeit des Mannes beeinflusst werden können. Zudem gibt es Hinweise, dass der Langzeitschutz von Tetanus- und Diphtherieimpfungen abgeschwächt werden könnte. Relativ niedrige PFC-Belastungen können außerdem Auswirkungen auf den Stoffwechsel haben. 

Bluttest sollen Klarheit bringen

Wie gefährlich die Belastung durch die Chemikalie wirklich ist, soll ein Bluttest klären. Es werden Stichprobenartig 348 Teilnehmer ausgewählt, die in Bereichen mit belastetem Boden und belastetem Grundwasser wohnen oder belastetes Wasser trinken. Daneben gibt es eine Kontrollgruppe, die nicht mit PFC in Berührung kommt.

Die Daten müssen noch ausgewertet werden und die Ergebnisse liegen bis Ende September vor“, erklärt die Leiterin des Landesgesundheitsamtes, Karlin Stark.

Allerdings: Würden die Untersuchungen ergeben, dass PFC im Blut sei, müsse das nicht zwangsweise vom Acker stammen. Die Chemikalie sei auch in Pizzakartons oder Pommestüten enthalten.

PFC versaut Schulfest!

Sogar der erzeugte Honig einer Schüler-Arbeitsgemeinschaft des Johanna-Geissmar-Gymnasiums in Mannheim weist bei einer Messung verdächtige Werte auf. Der Honig wird nun genauer kontrolliert und kann daher nicht auf dem Schulfest verkauft werden.

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fis

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