Nach ‚Theater‘ um die Finanzierung

Nationaltheater-Sanierung: Gemeinderat stimmt für Millionen-Maßnahme! 

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Gemeinderat beschließt Millionen-Sanierung des Nationaltheaters (Archiv).

Mannheim - Das Nationaltheater muss dringend saniert werden – für insgesamt 240 Millionen Euro. Um die Mega-Maßnahme gibt es jedoch viele Diskussionen. Alles Entwicklungen im Überblick: 

  • Das Mannheimer Nationaltheater muss wegen großer Defizite im Brand- und Arbeitsschutz dringend saniert werden
  • Während der Mega-Baumaßnahme wird das Haus voraussichtlich vier Jahre geschlossen bleiben, so lange zieht das Theater in den Pfalzbau nach Ludwigshafen 
  • Die Gesamtmaßnahme wird 240 Millionen Euro kosten
  • Bund und Stadt unterstützen die Sanierung mit 80 Millionen, das Land mit 40 Millionen Euro

Nationaltheater Mannheim: Gemeinderat stimmt für Sanierung 

Update vom 18. Dezember 2018: Der Gemeinderat hat in einer Sitzung am Donnerstag das Sanierungskonzept für das Nationaltheater in einem Kostenrahmen von 240 Millionen Euro genehmigt. Die Summe enthält die Sanierungskosten in Höhe von 200 Millionen Euro sowie 40 Millionen Euro für Infrastrukturinvestitionen. Darunter fallen unter anderem der Bau eines neuen Zentrallagers auf einem Hafengrundstück sowie die Erweiterung und der Umbau des Probezentrums in Neckarau. Dazu kommen noch einmal geschätzte 12,55 Millionen Euro für die Anmieten von Ersatzspielstätten während des Sanierungszeitraums. 

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„Mehr ist Mannheim wohl nicht wert“: Stimmen zur Nationaltheater-Sanierung

Update vom 22. Oktober: Am 20. Oktober wird bekannt, dass das Land Baden-Württemberg 40 Millionen Euro beitragen wird – gerade einmal die Hälfte von dem, was sich die Stadt erhofft hat! Die Reaktionen aus der Politik fallen daher eher negativ aus.

Große Aufgabe für Stadt und Bürger

Laut dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Ralf Eisenhauer sei dies eine enorme Aufgabe, die man in Mannheim nur gemeinsam lösen könne: „Nun wissen wir, woran wir sind. Während Stuttgart und Karlsruhe deutlich über 100 Millionen Euro Landesmittel erhalten, soll sich Mannheim nach dem Willen von Grünen und CDU mit lediglich 40 Millionen Euro begnügen“, sagt Eisenhauer.

Auch Thorsten Riehle, kulturpolitischer Sprecher der SPD, ist enttäuscht über die Entscheidung des Landes. Man müsse nun Stuttgart zeigen, wie wichtig das Nationaltheater für die Kulturlandschaft in Mannheim und der Region sei: „Stuttgart hätte beweisen können, dass es die Anstrengungen von Mannheim, die Sanierung gemeinsam mit dem Bund zu stemmen honoriert. Das wurde versäumt - trotz guter Haushaltslage“, erklärt Riehle.

Grundlagen für Pläne der Sanierung

Die Grünen-Landtagsabgeordnete Elke Zimmer äußert sich positiv übe das geplante Geld, da Mannheim nun in den „Genuss“ einer so hohen Sonderförderung komme. Das zeige den hohen Stellenwert des Nationaltheaters in der Kulturlandschaft des Landes:„Das Bekenntnis des Landes zum Mannheimer Nationaltheater war bereits vor der Sommerpause klar formuliert. Nun folgen den Worten auch Taten.“

Für dieses Ergebnis habe sie, zusammen mit ihrem Kollegen Manfred Kern, schon vor dem Sommer geworben. Beide sind sich einig, dass die Förderung nicht hoch genug gewürdigt werden könne.

Der Bund hat geliefert, das Land nicht

Auch Dr. Stefan Fulst-Blei und Dr. Boris Weirauch von der SPD kritisieren die ungenügende Förderung: „Mehr ist Mannheim der grün-schwarzen Landesregierung offenbar nicht wert. Während die Staatstheater in Stuttgart und Karlsruhe jeweils mit deutlich über 100 Millionen gefördert werden, muss sich Mannheim wieder einmal hinten anstellen“, sagt Weihrauch.

Fulst-Blei ist enttäuscht darüber, dass das Land hinter der Förderung des Bundes zurückbleibt:„Fair wäre gewesen, wenn die Sanierung unseres historisch einzigartigen und bundesweit renommierten Theaters zwischen Bund, Land und Stadt zu gleichen Teilen gestemmt worden wäre. Der Bund hat geliefert, Grün-Schwarz bleibt im Land leider auf halber Strecke stehen.“

Diskussionen gibt es auch um eine Baumaßnahme in der Nachbarstadt Ludwigshafen: Das neue Sanierungskonzept der Hochstraßen könnte die Stadt in ein Verkehrschaos stürzen! 

Ärger vorprogrammiert! Land unterstützt Nationaltheater-Sanierung ‚nur‘ mit 40 Millionen Euro

Update vom 20. Oktober: Das Land unterstützt die Generalsanierung des Nationaltheaters mit einer Summe von 40 Millionen Euro – auf den ersten Blick ein Grund zur Freude. Die Entscheidung könnte aber dennoch für Unmut sorgen!

Nachdem es Zusagen von Stadt und Bund gegeben hatte, sich mit jeweils 80 Millionen Euro an der Mega-Maßnahme zu beteiligen, hatte CDU-Bundestagsbagerordeneter Nikolas Löbel die Landesregierung Mitte des Jahres in die Pflicht genommen und eine Beteiligung in der gleichen Höhe gefordert. „Alles andere wäre eine große Enttäuschung für Mannheim“, so Löbel. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Ralf Eisenhauer ging sogar noch einen Schritt weiter: Grüne und CDU ließen Mannheim im Stich, sollten die erwarteten 80 Millionen Euro nicht fließen. Bei einem möglichen Wegfall sehe er sogar die Gesamtmaßnahme gefährdet.

Doch genau das ist jetzt der Fall: Wie die Mannheimer Landtagsabgeordnete Elke Zimmer von den Grünen heute per Mitteilung informierte, unterstützt das Land die Sanierung des Nationaltheaters ‚nur‘ mit 40 Millionen Euro.

„Mit dem Beschluss der Haushaltskommission erhält die Stadt Mannheim zum frühest möglichen Zeitpunkt Planungssicherheit. Die verbindlichen Zusagen aus Bund und Land sind Grundlage für die weiteren Pläne zur Sanierung“, so Zimmer und fügt hinzu: „Das Bekenntnis des Landes zum Mannheimer Nationaltheater war bereits vor der Sommerpause klar formuliert. Nun folgen den Worten auch Taten.“

Für Löbel und Co. zu wenig! Damit dürfte der Ärger um die ohnehin vieldiskutierte Maßnahme in die nächste Runde gehen.

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Kretschmann über Nationaltheater-Sanierung „Wir haben hier keinen Goldesel“

Update vom 26. Juli: Gerade erst hat der Gemeinderat die Zustimmung für die Sanierung des Nationaltheaters gegeben, da meldet sich Ministerpräsident Winfried Kretschmann zu Wort – und das nicht positiv!

200 Millionen Euro – so viel soll die Sanierung des Mannheimer Nationaltheaters kosten! Dazu kommen noch 40 Millionen Euro für einen Ersatzspielplatz. Am 24. Juli stimmte der Gemeinderat dem Projekt zu. Allerdings in dem Wissen, dass die Stadt und der Bund gerade einmal 80 Millionen Euro dazu beitragen können. Den Rest erhofft man sich vom Land Baden-Württemberg. CDU-Bundestagsabgeordneter Nikolas Löbel geht sogar soweit, dass das Land sich mit der gleichen Summe beteiligen solle. Er appelliert an Ministerpräsident Winfried Kretschmann, dass er sich an sein Versprechen halte: „Alles andere wäre eine große Enttäuschung für Mannheim“, so Löbel am 20. Juli 2018.

Kretschmann kontert in scharfem Ton

Der Ministerpräsident von Baden-Württemberg äußert sich dazu am Donnerstag (26. Juli) irritiert. Es gehe schließlich nicht um ein Landestheater: „Das sind freiwillige Leistungen, die Bund und Land erbringen. Darauf hat die Stadt Mannheim keinen Anspruch“, sagt Kretschmann gegenüber der Deutschen Presse Agentur, „Was ich da teilweise aus Mannheim höre, irritiert mich.“

Er habe bereits viel dafür getan, dass der Bund einen Teil zu der Sanierung beiträgt. Umso mehr erstaune es ihn, wenn man in Mannheim von einem Trostpflaster spreche, mit dem man abgespeist würde.

Wie viel das Land aber zahlen wird, sagt er bislang nicht: „Wir haben hier keinen Goldesel, wo man mal am Schwanz zieht und dann spuckt er das Geld aus. Wir müssen die Schuldenbremse erfüllen, wir müssen unseren Haushalt sanieren.“

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Gemeinderat stimmt für Sanierung des Nationaltheaters

Update vom 24. Juli: Die Entscheidung für die Generalsanierung des Nationaltheaters ist getroffen! Der Gemeinderat stimmt am Dienstag (24. Juli) für die 200 Millionen Euro teure Maßnahme. „Ich freue mich sehr, dass der Gemeinderat mit so großer Mehrheit für die Sanierung des Nationaltheaters gestimmt hat. Die historische Verantwortung für das Nationaltheater verpflichtet uns zur Sanierung“, sagt Oberbürgermeister Peter Kurz. „Die finanzielle Dimension dieser Aufgabe hat uns aber an unsere Grenzen gebracht.“

Wer finanziert die Sanierung?

Für die Grundsanierung braucht Mannheim viel Geld – insgesamt 200 Millionen Euro. Ende Juni hat der Bund eine Unterstützung von 80 Millionen Euro zugesagt. Unklar ist aktuell noch, wie viel das Land dazugeben will. Die ausstehende Entscheidung sorgt aktuell für viel Wirbel in der Politik

„Ich gehe davon aus, dass sich das Land – wie angekündigt – ebenso engagiert, damit wir in der Lage sind, mit dem Nationaltheater einen gemeinsamen Ort für eine diverse Stadtgesellschaft zu erhalten“, so der Mannheimer OB.

Die Grundsanierung des Nationaltheaters soll vier Jahre dauern (Archiv).

Finanzierungsprobleme? Nationaltheater-Sanierung sorgt für Unruhen!

Update vom 21. Juli: Derzeit wird viel Wirbel um die Finanzierung der Nationaltheater-Sanierung gemacht. Denn aktuell steht die Frage im Raum, mit wieviel Euro sich das Land beteiligt! Für die Sanierung des Nationaltheaters braucht Mannheim viel Geld – insgesamt 200 Millionen Euro (exklusive 40 Millionen für Ersatzspielstätte und Zentrallager). Bereits der Bund und die Stadt haben sich mit einer Förderung von jeweils 80 Millionen Euro beteiligt. Allerdings ist noch unklar, wieviel das Land dazugeben will.

Stimmen werden laut

Unter anderem fordert CDU-Bundestagsabgeordnete Nikolas Löbel vom Land, dass es sich ebenfalls mit 80 Millionen Euro beteiligt. Für ihn stehe Ministerpräsident Kretschmann persönlich in der Pflicht, sein Versprechen – die Sanierung zu unterstützen – zu halten. „Alles andere wäre eine große Enttäuschung für Mannheim“, so Löbel am Freitagabend (20. Juli).

„Grüne und CDU lassen Mannheim offenbar im Stich“

Von Seiten der SPD hagelt es sofort Kritik. So meint SPD-Fraktionsvorsitzender Ralf Eisenhauer: „Grüne und CDU lassen Mannheim offenbar im Stich“, falls die erwarteten 80 Millionen Euro nicht fließen. Er sieht mit dem möglich Wegfall der Gelder sogar„die Gesamtmaßnahme gefährdet.“ Nach Informationen aus Koalitionskreisen wollen CDU und Grüne die Sanierung nämlich nur mit 40 Millionen Euro unterstützen.

„Die Zusage, dass sich das Land an den Sanierungskosten beteiligen wird, steht. Für mich ist klar: Wir lassen die Stadt Mannheim bei der Sanierung nicht allein“, entgegnet wiederum Grünen-Fraktionschef Andreas Schwarz am Samstag (21. Juli).

Nationaltheater hat zwar besonderen Stellenwert, aber Finanzierung trotzdem unklar!

Beide Fraktionen, CDU und Grüne, sehen im Nationaltheater einen besonderen Stellenwert. Dennoch müsse man nun nach der Zusage des Bundes erst einmal darüber sprechen, welchen Beitrag das Land leiste, erklärt CDU-Fraktionschef Wolfgang Reinhart. Er werde deshalb am 28. Juli nach Mannheim kommen, um sich einen Eindruck zu verschaffen.

„Es gibt im Moment noch keine Vereinbarung zwischen Grünen und CDU was die Höhe des Landeszuschusses oder den Termin der Bekanntgabe des Zuschusses angeht, entsprechend ist die Vermutung, es würde "deutlich weniger" werden, lediglich ein Gerücht“, so eine Vorstandssprecherin der Grüne auf Nachfrage von MANNHEIM24.

Der Mannheimer Gemeinderat entscheidet am 24. Juli über die anstehende Sanierung. Aus Sicht Löbels dürfen an der Kommune keine zusätzlichen Kosten hängenbleiben.

80-Millionen-Zuschuss für NTM: „Großartige und dringend benötige Hilfe“

Update vom 28. Juni: Für OB Peter Kurz ist der Millionen-Zuschuss durch die Bundesregierung eine „großartige und dringend benötigte Hilfe des Bundes und herausragendes kulturpolitisches Signal“. Er setze nun fest darauf, dass das Land Baden-Württemberg die Sanierung in gleicher Weise unterstützte. 

„Dieser Beschluss des Bundestages ist ein großer, ja einmaliger Erfolg für Mannheim und stellt einen Meilenstein für die Sanierung des Nationaltheaters dar", freut sich auch der Mannheimer Bundestagsabgeordnete und Stadtrat Nikolas Löbel (CDU), der sich gemeinsam mit dem Oberbürgermeister intensiv für die Unterstützung des Bundes eingesetzt hat. Er wertet den Zuschuss als Anerkennung für die kulturelle Bedeutung des Nationaltheaters für ganz Deutschland, aber auch als Erfolg für den Mannheimer Einsatz in Berlin.

Unterstützung verteilt auf 9 Jahre

Der Bund unterstützt die Sanierung des Nationaltheaters mit einem auf die Haushaltsjahre 2018 bis 2027 aufgeteilten Zuschuss. Bereits in diesem Jahr fließen 3,14 Millionen Euro nach Mannheim.

Die höchsten Teilbeträge erhält die Stadt im geplanten Sanierungszeitraum in den Jahren 2020 bis 2024 mit jeweils rund 12,3 Millionen Euro.

Der gesamte Zuschuss ist haushalterisch mit so genannten Verpflichtungserklärungen für die Jahre 2020 bis 2026 in Höhe von insgesamt 76,86 Millionen Euro im Bundeshaushalt abgesichert.

Für Nationaltheater-Sanierung: Bundesregierung lässt Millionen springen

Update vom 27. Juni: Für die Sanierung des Nationaltheaters muss sehr tief in die Tasche gegriffen werden. Derzeit geht das Mannheimer Architekturbüros Schmucker und Partner von einer Investitionssumme von stolzen 200 Millionen Euro aus – ohne die Kosten für Ersatzspielstätten, Probebühnen und neue Lagerflächen.

Wie wichtig das Theater für Stadt und Kultur ist, erkennt auch die Bundesregierung an. Daher unterstützt sie die vierjährige Sanierung mit 80 Millionen Euro. Diese Summe habe der Haushaltsausschuss des Bundestags am Mittwoch (27. Juni) beschlossen, teilt der Grünen-Bundestagsabgeordnete Gerhard Schick mit. Das Geld entspreche etwa einem Drittel der nötigen Mittel zur Sanierung.

„Das Nationaltheater trägt seit Jahrzehnten mit einem hochklassigen Angebot aus Oper, Schauspiel, Tanz, Kinder- und Jugendtheater und wichtigen Kulturereignissen (...) zu Mannheims einzigartiger Kulturlandschaft bei", hebt Schick hervor.

Warum muss das Nationaltheater saniert werden?

Die haus- und bühnentechnischen Anlagen des Mannheimer Theaters müssen dringend saniert werden. Außerdem bestehen laut Stadt große Defizite im Brandschutz und Arbeitsschutz. Durch die Grundsanierung sollen auch Verbesserungen für Mitarbeiter und Besucher umgesetzt werden – zum Beispiel im Kassenbereich und in der Gastronomie.

Während der Sanierung wird das Haus voraussichtlich vier Jahre geschlossen bleiben. Während dieser Zeit zieht das Theater in den Pfalzbau in Ludwigshafen – als Ausweich-Spielstätte.

Weitere Großprojekte in der Region

Neben der Hochstraßen-Sanierung wird auch das Hochhaus-Projekt am Berliner Platz in Ludwigshafen heiß diskutiert. Der Bau beschäftigt die Stadt seit dem Abriss der ‚Tortenschachtel‘.

Ganz in der Nähe läuft ein weiteres Großprojekt: Das ehemalige C&A-Gebäude in der Wredestraße wird abgerissen, um dem neuen Firmensitz der Pfalzwerke Platz zu machen. 

In Mannheim sollte ursprünglich das Theresienkrankenhaus umgebaut werden. Doch jetzt steht die Diskussion um einen kompletten Neubau im Raum.

pm/dpa/kab

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