Im Herzen des Herzogenriedparks

Entscheidung gefallen: Das passiert mit der Multihalle

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Die Multihalle im Mannheimer Herzogenriedpark scheint gerettet 

Mannheim-Neckarstadt-Ost - Die Multihalle ist ein architektonisches Highlight. Jetzt ist die Entscheidung um die Zukunft des ‚Juwels‘ im Herzogenriedpark gefallen.

  • Bund fördert Sanierung der Multihalle in Mannheim mit 5 Millionen Euro
  • Am Dienstag (9. Juli) hat der Gemeinderat über die Erneuerung der Multihalle entschieden
  • Für die Kommune fallen Kosten in Höhe von 9,2 Millionen Euro an

Update vom 9. Juli, 19:20 Uhr: Die Wiederbelebung der Multihalle in Mannheim rückt nach der Zusage einer Millionenförderung des Bundes ein Stück näher. Am Dienstag beschäftigt sich der Gemeinderat mit der Sanierung der „Architektur-Ikone von internationaler Strahlkraft“ – so nennt sie die Stadt Mannheim – und stimmt mit großer Mehrheit für deren Finanzierung. Damit machen die Stadträte den Weg frei für den Start der Arbeiten am Tragwerk der damals für die BUGA 1975 erbauten Halle. Der Bund hat im Zuge seines Programms „Nationale Projekte des Städtebaus“ fünf Millionen Euro zugesagt. „Jetzt haben wir die Chance, das Projekt Multihalle in die Zukunft zu führen“, so Oberbürgermeister Peter Kurz. 

Die Sanierung umfasst die Verstärkung des Gitters aus Pinienholz und in einem zweiten Schritt den 7.400 Quadratmeter großen Innenraum. Die Fertigstellung ist pünktlich zur BUGA 2023 in Mannheim geplant. Die Stadt Mannheim hat beim Bund 9,47 Millionen Euro beantragt, von denen aber nur gut die Hälfte bewilligt worden ist. Damit erhöht sich der ursprünglich eingeplante kommunale Eigenanteil von 4,73 Millionen auf 9,2 Millionen Euro. Als Nutzung kommen Sport, experimentelle Kunst und Kultur sowie Bildungsangebote infrage.

Die Multihalle Mannheim hat die größte freitragende Holzgitter-Schalenkonstruktion der Welt und ist vom Stararchitekten Frei Otto (1925-2015), dem Mitschöpfer des Münchner Olympiadachs, gemeinsam mit dem Mannheimer Architekten Carlfried Mutschler geplant worden. Allerdings ist die Multihalle nicht als dauerhaftes Bauwerk konzipiert worden, da sie nicht beheizbar ist. Jahrelang war die schirmartige Kreation geschlossen, seit 2016 wird sie wieder stärker genutzt. 

Update vom 9. Juli: Nachdem der Bund im April die Millionen-Förderung für die Multihalle in Mannheim zugestimmt hat, rückt die Wiederbelebung der 44 Jahre alten Halle immer näher. Jetzt muss nur noch der Gemeinderat die Sanierung der „Architektur-Ikone von internationaler Strahlkraft" – so die Stadt – bewilligen. 

Am Dienstag (9. Juli) um 16 Uhr trifft sich das Gremium und stimmt ab. Nachdem aber der Hauptausschuss des Gemeinderats bereits die Erneuerung der Multihalle empfohlen hat, ist die Zustimmung sehr wahrscheinlich. Damit würden die Stadträte den Weg frei machen für den Start der Arbeiten am Tragwerk der für die Bundesgartenschau (BUGA) 1975 erbauten Halle. „Jetzt haben wir die Chance, das Projekt Multihalle in die Zukunft zu führen", sagte Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD). 

Die größte freitragende Holzgitterschalenkonstruktion der Welt war vom Stararchitekten Frei Otto (1925-2015), dem Mitschöpfer des Münchner Olympiadachs, gemeinsam mit dem Mannheimer Architekten Carlfried Mutschler geplant worden. Sie ist nicht beheizbar und war nicht als dauerhaftes Bauwerk konzipiert. Jahrelang war die schirmartige Kreation geschlossen, seit 2016 wird sie wieder stärker genutzt. Die Sanierung umfasst die Verstärkung des Gitters aus Pinienholz und in einem zweiten Schritt den 7.400 Quadratmeter großen Innenraum. Fertigstellung: 2023 zur BUGA in Mannheim

Beantragt hatte die Stadt beim Bund 9,47 Millionen Euro, von denen aber nur gut die Hälfte bewilligt wurden. Damit erhöhte sich der ursprünglich eingeplante kommunale Eigenanteil von 4,73 Millionen auf 9,2 Millionen Euro. Als Nutzung kommen Sport, experimentelle Kunst und Kultur sowie Bildungsangebote infrage.

Bund fördert Sanierung der Multihalle mit 5 Millionen Euro 

Meldung vom 5. April: Die Multihalle im Herzen des Herzogenriedparks war eines der Highlights der Bundesgartenschau im Jahre 1975. Sie war neben der Schwebebahn, dem „Aerobus“, ein Blickfang der Bundesgartenschau (BUGA) vor 44 Jahren in der Quadratestadt. Doch die bis heute weltgrößte freitragende Holzgitter-Schalenkonstruktion von Architekt Frei Otto (†89), der auch das ikonische Dach des Münchner Olympiastadion entworfen hat, ist schon sehr in die Jahre gekommen. Nun benötigt das marode Bauwerk dringend eine umfassende Sanierung, aber die kostspielige Sanierung drängt die Halle kurzzeitig sogar ins Aus! Die Diskussion, ob das architektonische ‚Juwel‘ im Herzogenriedpark teuer saniert oder doch abgerissen werden soll, wird im Gemeinderat kontrovers diskutiert. 

Marode Multihalle im Herzogenriedpark - Abriss oder Sanierung? 

Die Dachhaut auf der Gitterkonstruktion ist teils derart porös, dass Feuchtigkeit das Holz der Dachkonstruktion (9.500 Quadratmeter) angreift und beschädigt. Bereits seit 2008 stabilisiert ein riesiges Stützgerüst den Aufbau, damit sich die Holzkonstruktion nicht weiter verzieht.

Im Rathaus zeigt man sich gewillt die Hälfte, der mit 11,6 Millionen veranschlagten Sanierungskosten zu übernehmen, jedoch nicht alleine und ohne externe Finanzmittel. Um das Kulturdenkmal zu retten wird eigens dafür der Verein „Multihalle e.V.“ gegründet. Außerdem bewirbt sich die Stadt Mannheim für verschiedene Förderprogramme. Wie sich jetzt herausgestellt hat – mit Erfolg!

Bundesinnenminsiter Horst Seehofer gibt geförderte Projekte bekannt 

Mit insgesamt 118 Projekten haben sich Städte und Gemeinden aus ganz Deutschland für eine finanzielle Förderung durch die Initiative „Nationale Projekte des Städtebaus 2018/19“ beworben. Am Freitag (5. April) hat nun der Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat, Horst Seehofer, 35 Projekte benannt, die mit insgesamt rund 140 Millionen Euro vom Bund gefördert werden. Die Entscheidung des Ministeriums ist auf Grundlage der Empfehlung einer Jury gefällt worden, in der neben Abgeordneten des Deutschen Bundestags auch Experten unterschiedlicher Fachrichtungen angehören. 

Das ist die marode Multihalle im Herzogenriedpark

Sanierung der Mannheimer Multihalle wird mit Bundesmittel bezuschusst  

Zur Freude aller Mannheimer gehört auch die Multihalle zu den geförderten Projekten. Ralf Eisenhauer, SPD-Fraktionsvorsitzender im Gemeinderat, unterstreicht den Wert der Halle für die Stadt: „Die Multihalle hat eine herausragende Bedeutung. Mit den Bundesmitteln eröffnen sich ganz neue Chancen für die Zukunft, auch im Hinblick auf die Entwicklung des Herzogenriedparks."

Genau fünf Millionen Euro zahlt der Bund für die „Revitalisierung der Multihalle“. In der schriftlichen Begründung des Bundesministeriums heißt es: „Mit dem Projekt soll ein Beitrag zur Erhaltung und Inwertsetzung einer baukulturellen Ikone geleistet werden, deren beeindruckendes Tragwerk ein herausragendes Beispiel deutscher Ingenieurbaukunst ist.“ 

PM/esk 

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