Mehr Freiheiten mit Nachweis

„Impfpolizei“ in Mannheim: So werden Geimpfte und Genesene jetzt kontrolliert

Mannheim - Vollständig Geimpfte sowie Corona-Genesene haben immer mehr Freiheiten im Alltag. Doch wie weist man das etwa beim Restaurant-Besuch nach? Und wer kontrolliert das überhaupt?

Seit dem 9. Mai haben vollständig gegen das Coronavirus geimpfte sowie von Covid-19 genesene Menschen mehr Freiheiten und ein Stück Normalität in ihrem Alltagsleben zurück. Doch wie weisen diese beiden Personengruppierungen ihren Status nach, um ihre Privilegien wie etwa Besuche in Restaurants, Schwimmbäder, Parks etc. genießen zu können? Und wer kontrolliert das überhaupt? Vor allem: Wie?

MANNHEIM24 hat sich mal schlau gemacht, wie Großstädte wie etwa Mannheim dies handhaben. Sind die sicher sehr aufwändigen und schwer durchführbaren Kontrollen von Geimpften und Genesenen eher Aufgabe der Polizei oder doch des städtischen Ordnungsdienstes?

Mannheim: Wer kontrolliert Geimpfte und Genesene?

Der städtische Ordnungsdienst überwacht Neuregelungen, sobald sie greifen. Dies gilt auch für die Ausnahmeregelungen, die für geimpfte und genesene Personen gelten. So wird zum Beispiel das Gespräch mit größeren Personengruppen gesucht, um herauszufinden, ob geimpfte bzw. genesene Personen anwesend sind und das Zusammenkommen regelkonform ist“, erklärt eine Mannheimer Rathaus-Sprecherin.

StadtMannheim
BundeslandBaden-Württemberg
Fläche144,96 km²
Einwohnerzahl310.658 (Stand: 31. Dez. 2019)
OberbürgermeisterDr. Peter Kurz (SPD)

Doch auch das Polizeipräsidium Mannheim ist in die Kontrollen involviert: „Natürlich überprüfen wir die Einhaltung der jeweils gültigen Corona-VO im Rahmen von Sondereinsätzen und des täglichen Dienstes. Bei den jeweiligen Kontrollen wird auch geprüft, ob beispielsweise Personen aufgrund von Impfungen oder überstandener Krankheit ausgenommen sind“, so Christopher Weselek, Leiter Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit.

Mannheim: Was brauche ich als Nachweis meiner Genesung oder Impfung?

Der Nachweise einer vollständigen Impfung ist relativ einfach: Vollständig geimpfte Personen können ihre Impfung mittels Impfpass nachweisen. Dort stehen nur die Daten der beiden Impfungen drin – beim Vakzin von Johnson & Johnson entsprechend eine Impfung. Zum Nachweis des vollständigen Impfschutzes ist es notwendig, den internationalen Impfausweis (gelbes Heft) oder die Impfbescheinigung, die im Impfzentrum bzw. von der impfenden Stelle ausgestellt wurde, vorzulegen.

Ein Impfpass mit einer eingetragenen Impfung gegen das Coronavirus (Symbolfoto)

Dagegen wird es beim Nachweis einer vollständigen Genesung von Covid-19 schon komplizierter, da eine überstandene Corona-Infektion im Impfpass nicht dokumentiert wird. Wie weisen Genesene ihre Genesung also überhaupt nach?

Die Rathaus-Sprecherin erläutert: „Laut § 5, Absatz 3 der aktuellen Corona-Verordnung des Landes gelten alle asymptomatischen Personen im Sinne des § 2 Nummer 1 SchAusnahmV, die über einen Genesenennachweis im Sinne des § 2 Nummer 5 SchAusnahmV verfügen, als genesen. Der Nachweis hinsichtlich des Vorliegens einer vorherigen Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 ist ein in deutscher, englischer, französischer, italienischer oder spanischer Sprache gedrucktes oder digitales Dokument, das die zugrundeliegende Testung durch eine Labordiagnostik mittels Nukleinsäurenachweis (PCR, PoC-PCR oder weitere Methoden der Nukleinsäureamplifikationstechnik) bestätigt und mindestens 28 Tage sowie maximal sechs Monate alt ist.

Mannheim: Diese Dokumente weisen die Genesung einer Corona-Erkrankung nach

Das bedeutet also, dass als genesen alle Personen gelten, wenn sie innerhalb der letzten sechs Monate positiv mittels PCR getestet wurden und das Testergebnis mindestens 28 Tage zurückliegt. Das Nachweisdokument muss als wichtigstes Kriterium erkennen lassen, dass die Infektion mittels PCR-Testung bestätigt wurde. Darüber hinaus muss zusätzlich zum Test-/Meldedatum klar ersichtlich sein, auf welche Person das Dokument ausgestellt wurde. Akzeptiert werden digitale Versionen sowie Papierversionen.

Ein PCR-Test gilt als Nachweis einer Genesung nach überstandener Corona-Erkrankung, wenn er mindestens 28 Tage jedoch nicht älter als sechs Monate ist. (Symbolbild)

Als Nachweis einer Genesung dienen folgende Dokumente:

  • PCR-Befund eines Labors
  • PCR-Befund einer Ärztin/eines Arztes
  • PCR-Befund einer Teststelle bzw. eines Testzentrums
  • ärztliches Attest (sofern dieses Angaben zu Testart (PCR) und Testdatum enthält)
  • die Absonderungsbescheinigung (sofern diese Angaben zu Testart (PCR) und Test-/Meldedatum enthält)
  • weitere Bescheinigungen von Behörden (sofern diese Angaben zu Testart (PCR) und Test-/Meldedatum enthalten)

Das Gesundheitsamt Mannheim kann auf Nachfrage eine solche Bescheinigung ausstellen – über die Hotline 0621/293-2253.

Zusammengefasst heißt das: Sowohl die Stadt Mannheim mit allen verfügbaren Kräften ihres eigenen Ordnungsdienstes als auch die Polizei überwachen die Einhaltung der jeweils geltenden Corona-Regeln seit Beginn der Pandemie intensiv – und werden dies auch weiterhin tun. Weitere Details zum Nachweis einer Impfung oder Genesung gibt‘s unter www.baden-wuerttemberg.de. (pek)

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa

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