Schaulustiger vor Gericht

Mann stirbt bei Straßenbahn-Unfall: Gaffer fotografiert Opfer und muss zahlen!

Immer wieder werden Rettungskräfte bei Unfällen durch Gaffer behindert. (Symbolfoto)
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Immer wieder werden Rettungskräfte bei Unfällen durch Gaffer behindert. (Symbolfoto)

Mannheim - Ein Mann filmt einen schwerstverletzten Radfahrer und behindert die Einsatzkräfte. Das Unfallopfer stirbt wenig später – und der Gaffer wird für seine Schaulust zur Rechenschaft gezogen:

Im März wird ein Radfahrer (54) in Mannheim von einer Straßenbahn erfasst und stirbt an den schweren Verletzungen – ein 31-Jähriger fotografiert dreist den Schwerstverletzten und behindert dabei auch noch die Rettungskräfte! 

Am Freitag (26. Oktober) steht der Mann vor Gericht: Der Gaffer muss 2.000 Euro Strafe bezahlen! Er hat nicht nur Bilder vom Unfallopfer gemacht, sondern auch die Aufforderung der Polizei ignoriert, dies zu unterlassen. 

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Der 54-jährige Radfahrer stirbt kurz darauf in der Klinik.

Gegen den Strafbefehl hat der 31-Jährige Einspruch erhoben. Erst als es zur Hauptverhandlung gekommen ist, akzeptiert der Mann die Geldstrafe, teilt ein Sprecher des Amtsgerichts Mannheim mit.

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Unterlassene Hilfeleistung und die Behinderung von Rettungskräften kommen leider immer wieder vor. Es ist kein Einzelfall, dass Menschen ihre teilweise perverse Schaulust über das Wohl Notleidender stellen. In Heilbronn ereignete sich im August 2020 ein Vorfall auf dem Marktplatz der Stadt, der die Polizei zu einem drastischen Schritt gegen Schaulustige zwang.

jab/dpa

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