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Mannheim: Gasversorgung in Gefahr? MVV spricht Klartext

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Von: Peter Kiefer

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Mannheim - Wegen des Ukraine-Kriegs bereitet sich Deutschland auf einen möglichen Lieferstopp von russischem Gas vor. Doch welche Folgen hat das für Mannheimer Haushalte?

Der schreckliche Krieg in der Ukraine hat nicht nur für die dortige Bevölkerung schlimme Folgen. Mehr und mehr wird deutlich, welche Konsequenzen der russische Angriff auf sein Nachbarland auch in Deutschland hat! Weil sich die Bundesregierung auf eine erhebliche Verschlechterung der Gasversorgung vorbereitet, hat Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) am Mittwochmorgen (30. März) in Berlin die Frühwarnstufe des Notfallplans Gas ausgerufen.

StadtMannheim
BundeslandBaden-Württemberg
Einwohnerzahl309.721 (31. Dezember 2020)
Fläche145 km²
OberbürgermeisterDr. Peter Kurz (SPD)

Gas-Notfall-Plan: Wirtschaftsminister Habeck ruft Frühwarnstufe aus

Dieser Schritt diene der Vorsorge. Die Gesamtversorgung aller deutschen Gasverbraucher sei aktuell weiter gewährleistet. Die aktuelle Situation im Gasnetz werde engmaschig beobachtet und bewertet. Gemäß Notfallplan gibt es drei Krisenstufen. Im Notfall wären Haushaltskunden besonders geschützt. „Es gibt aktuell keine Versorgungsengpässe“, erklärte Habeck.

„Dennoch müssen wir die Vorsorgemaßnahmen erhöhen, um für den Fall einer Eskalation seitens Russlands gewappnet zu sein“, mahnt der Minister. Mit Ausrufung der Frühwarnstufe sei ein Krisenteam zusammengetreten. „Das Krisenteam analysiert und bewertet die Versorgungslage, so dass – wenn nötig – weitere Maßnahmen zur Erhöhung der Versorgungssicherheit ergriffen werden können. Die Bundesregierung tut alles, um die Versorgungssicherheit in Deutschland weiter zu gewährleisten.“

Robert Habeck reagiert auf russische Drohungen, Gaslieferungen nach Deutschland einzuschränken.
Robert Habeck reagiert auf russische Drohungen, Gaslieferungen nach Deutschland einzuschränken. © Bernd von Jutrczenka/dpa

Wirtschaftsminister mahnt zu Sparsamkeit bei Gasverbrauch

Und dennoch appelliert Wirtschaftsminister Habeck an alle: „Dennoch ist ab sofort jeder Gasverbraucher - von der Wirtschaft bis zu Privathaushalten - auch gehalten, seinen Verbrauch so gut wie möglich zu reduzieren.“

Hintergrund: Die Gruppe der G7-Wirtschaftsmächte, darunter Deutschland, sowie die Europäische Union insgesamt lehnen Zahlungen in Rubel für Gas jedoch ab. Wladimir Putin (69) hatte angedroht, dass es russisches Gas nur noch gegen Bezahlung mit Rubel geben wird. Damit will der Kreml dem weiteren Absturz der russischen Währung entgegenwirken.

Das bedeutet die Frühwarnstufe

Die Frühwarnstufe bedeutet laut Wirtschaftsministerium, dass ein Krisenstab beim Wirtschaftsministerium zusammentritt, der aus Behörden und den Energieversorgern besteht. Die Gasversorger und die Betreiber der Gasleitungen werden verpflichtet, regelmäßig die Lage für die Bundesregierung einzuschätzen. Noch greife der Staat nicht ein.

Gashändler und -lieferanten, Fernleitungs- und Verteilnetzbetreiber ergreifen „marktbasierte“ Maßnahmen, um die Gasversorgung aufrechtzuerhalten: Dazu gehören laut Ministerium etwa die Nutzung von Flexibilitäten auf der Beschaffungsseite, der Rückgriff auf Gasspeicher und die Optimierung von Lastflüssen.

Der Energieversorger MVV in Mannheim (Archivfoto)
Der Energieversorger MVV in Mannheim (Archivfoto) © Uwe Anspach/dpa

Ist die Gasversorgung in Mannheim gesichert? Das sagt die MVV Energie

Laut Energie-Riese MVV beziehen Zweidrittel der Bürger*innen in Mannheim Fernwärme. „Die genaue Zahl an Gaskunden kommunizieren wir aus Wettbewerbsgründen nicht“, so ein Konzern-Sprecher auf MANNHEIM24-Anfrage.

MANNHEIM24: Ist die Gas-Versorgung der Mannheimer gesichert?

MVV Energie: „Ja, die Gasversorgung ist derzeit gesichert. MVV hat frühzeitig Gas für seine Kunden beschafft. Die deutschen Gasspeicher haben noch rund 30 Prozent Kapazität. MVV-Speicher gibt es nicht. Wir beziehen das Gas von unseren Vorlieferanten und leiten dieses durch.“

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MANNHEIM24: Drohen MVV-Kunden jetzt Preis-Erhöhungen für Erdgas?

MVV Energie: „Die Grundversorgung für unsere Gaskundinnen und -kunden ist preisstabil. Denn das Gas wurde ja frühzeitig beschafft. Wie genau sich die Preisentwicklung in Zukunft entwickelt, kann zu diesem Zeitpunkt niemand seriös vorhersagen.
Unmittelbare Auswirkungen auf unsere Kundinnen und Kunden (Haushaltskunden sind ohnehin geschützt) hat die Stufe 1 nicht.“ (pek mit dpa)

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