Neue Details im Fall Eugen G.

Feuerwehrmann beinahe umgefahren: Raser nicht in Haft – Polizei sucht wichtigen Zeugen

Was hat der Mann im Golf beobachtet?
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Was hat der Mann im Golf beobachtet? (Symbolfoto)

Mannheim - Nachdem er fast einen Feuerwehrmann überfahren hat, wird ein Autofahrer von einem Polizisten angeschossen. Jetzt sucht die Polizei nach einem wichtigen Zeugen.

  • Mannheim: Eugen G. rast am Montagabend (13. Juli) mit seinem Auto auf einen Feuerwehrmann zu. Dieser kann sich gerade noch retten.
  • Als er mit seinem Mercedes auch auf einen Polizisten zufährt, schießt dieser auf ihn.
  • Eugen G. flüchtet mit seinem Auto in den Jungbusch, wo er seinen Mercedes abstellt.
  • Die Polizei Mannheim sucht mit dem Hubschrauber nach ihm - jetzt ist Eugen G. in einem Krankenhaus aufgetaucht.

Update vom 21. Juli, 15:40 Uhr: Am 13. Juli 2020, gegen 19:30 Uhr, wird ein Feuerwehrmann der Berufsfeuerwehr Mannheim von einem Autofahrer attackiert. Als der Fahrer Eugen G. dann auf einen Polizisten zusteuert, zieht dieser seine Waffe und schießt. Eugen G. wird am Arm getroffen, kann aber fliehen. Als er sich am nächsten Morgen zur Versorgung seiner Schussverletzung ins Krankenhaus begibt, wird Eugen G. erkannt und festgenommen. Wegen fehlender Haftgründe wird seitens der Staatsanwaltschaft jedoch kein Haftbefehl beantragt.

Die Polizei Mannheim folgt nun einem neuen Hinweis: Ein grüner VW Golf soll offenbar unmittelbar nach dem Vorfall am Tatort angehalten haben. Der Fahrer setzte seine Fahrt aber unbeirrt fort. Möglicherweise hat er jedoch wichtige Informationen zur Fahrweise des 32-jährigen Tatverdächtigen oder kann weitere Hinweise zum Vorfall geben. Die Kriminalpolizeidirektion Heidelberg bittet den Fahrer sich zu melden.

Mannheim: Feuerwehrmann beinahe bei Einsatz umgefahren – Täter nicht in Haft

Update vom 15. Juli, 17 Uhr: Während eines Feuerwehreinsatzes fährt ein Mercedes-Fahrer auf einen Feuerwehrmann zu, der gerade so noch ausweichen kann. Als er dann noch auf einen Polizisten zufährt, eröffnet der Beamte das Feuer und trifft den Fahrer am Arm. Nach einer erfolglosen Großfahndung taucht der Fahrer am nächsten Morgen verletzt im Krankenhaus auf.

Das Kuriose: Er wird nicht verhaftet. Das liegt daran, dass nicht wegen eines versuchten Tötungsdelikts ermittelt wird, sondern wegen einer „erheblichen Verkehrsstraftat“. Warum das so ist, erklärt Erster Staatsanwalt Dr. Marc Schreiner auf MANNHEIM24-Anfrage.

Update vom 15. Juli:Wir sind verärgert über die Entscheidung der Justiz!“ So beginnt ein Kommentar auf der Facebook-Seite Feuerwehren Metropolregion Rhein-Neckar. Darin beziehen sich die Betreiber auf den Vorfall in Mannheim und die Entscheidung der Staatsanwaltschaft, die Attacke auf einen Feuerwehrmann und einen Polizisten „nur“ als „erhebliche Verkehrsstraftat“ einzustufen. In vielen Statements sei zu hören, dass Einsatzkräfte besser geschützt werden müssen – was in diesem Fall aber nicht so wirkt.

Neue Hinweise im Fall Eugen G. – doch Polizei lässt nicht locker.

Vor allem aber stellen sich die Betreiber die Frage, wieso die Staatsanwaltschaft „keine Anhaltspunkte für ein versuchtes Tötungsdelikt“ sieht, nachdem Eugen G. erst auf ein Feuerwehrauto zufährt, den Rückwärtsgang einlegt und dann mit „deutlich überhöhter Geschwindigkeit" auf einen Feuerwehrmann zurast. Aus diesen Gründen mache der Vorfall die Betreiber der privaten Seite sprachlos.

Auch die „Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft Landesverband Baden-Württemberg“ schließt sich der Kritik an. „Die letzte Nacht ein Großaufgebot an Polizeikräften, Polizeihubschrauber, öffentliche Fahndung mit Foto und nun einfach frei?“, schreibt die Gewerkschaft auf Facebook. Sie seien „fassungslos" über den Vorfall und darüber, dass Eugen G. nach nicht einmal 24 Stunden wieder auf freiem Fuß sei.

Mannheim: Auf Feuerwehrmann zugerast und angeschossen: Kein Haftbefehl gegen Eugen G.

Update vom 14. Juli, 17:30 Uhr: Die Ermittler werten die Tat von Eugen G., der am Montagabend mit seinem Auto auf einen Feuerwehrmann zuraste, nicht als versuchtes Tötungsdelikt. „Alle momentanen Erkenntnisse deuten auf eine erhebliche Verkehrsstraftat hin“, teilt die Polizei am Dienstagabend in Mannheim mit. Wegen des Fehlens von Haftgründen sei gegen den Mann kein Haftbefehl beantragt worden.

Eugen G. war, nachdem er zuvor bereits beinahe einen Feuerwehrmann überfahren hatte, der gerade mit einem Löscheinsatz an der B36 beschäftigt war, kurze Zeit später auch auf einen Polizisten zugerast. Dieser gab daraufhin Schüsse auf den Mann ab. Nach dem flüchtigen Fahrer wurde seitdem mit einem Hubschrauber gefahndet, bis der Mann am Dienstagmorgen verletzt im Krankenhaus erschien.

Update vom 14. Juli, 10 Uhr: Wie die Polizei am Dienstagmorgen mitteilt, ist Eugen G. gegen 8 Uhr mit einer Schussverletzung am Arm in einem Mannheimer Krankenhaus aufgetaucht. Nach dem jetzigen Stand besteht keine Lebensgefahr. Die Hintergründe seiner Tat und Flucht sind weiterhin unklar.

Mannheim: Nach Angriff auf Feuerwehrmann angeschossen – Polizei fahndet mit Hubschrauber nach Eugen G.

Erstmeldung vom 14. Juli, 6:50: Am Montagabend (13. Juli) löscht die Feuerwehr Mannheim eine brennende Matratze auf der B36 in der Unterführung Richtung Parkring. Nachdem die Löscharbeiten beendet sind, fährt gegen 19:30 Uhr der Fahrer eines Mercedes-Benz Vito auf eines der abgestellten Feuerwehrautos zu. Er hält an, setzt den Rückwärtsgang ein und rast mit hoher Geschwindigkeit plötzlich auf einen Feuerwehrmann zu, der mit dem Abtransport eines Schlauches beschäftigt ist. Nur mit einem Sprung zur Seite kann sich der Feuerwehrmann retten.

Mannheim: Mann versucht Feuerwehrmann und Polizisten zu überfahren und wird abgeschossen

Nur wenig später fährt der Mercedes-Benz-Fahrer auf einen Polizeibeamten zu, der daraufhin Schüsse auf den Mann abgibt. Der Fahrer kann fliehen und wird seitdem unter Hochdruck von der Polizei gesucht. Sein Auto kann noch am Abend im Jungbusch gefunden werden, von ihm jedoch fehlt jede Spur.

Mannheim: Polizei fahndet mit Hubschrauber nach dem Flüchtigen - er könnte lebensgefährlich verletzt sein

In der Nacht fahndet die Polizei mit allen verfügbaren Kräften nach dem Flüchtigen - unter anderem auch mit einem Hubschrauber. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass der Mann verletzt ist. Da sich der Autofahrer auch in Lebensgefahr befinden kann, leitet die Polizei noch in der Nacht auf Dienstag eine Öffentlichkeitsfahndung nach dem Flüchtigen ein.

Mannheim: Nach Angriff auf Einsatzkräfte angeschossen - Personenbeschreibung Eugen G.

  • Eugen G. ist 32 Jahre alt
  • 1,84 Meter groß
  • schlanke Figur
  • rot-blonde Haare
  • blaue Augen
  • südosteuropäisches Erscheinungsbild
  • auffällige Sommersprossen im Gesicht

Mannheim: Wer hat Eugen G. gesehen? Hinweise an die Kriminalpolizei Heidelberg

Das Dezernat Kapitalverbrachen der Kriminalpolizei Mannheim hat unter Einbeziehung von Kriminaltechnik und Verkehrspolizei die Ermittlungen aufgenommen.

Hinweise zum Aufenthaltsort des Eugen G. werden bei der Kriminalpolizei Heidelberg unter der Rufnummer 0621/174-4444, über den Polizeinotruf 110, oder jede andere Polizeidienststelle entgegengenommen. Seit Sonntag ist die Polizei auch auf der Suche nach Yves R.: Er hat vier Polizisten in Oppenau entwaffnet und ist seitdem auf der Flucht Die Polizei Offenburg nennt Details zur Flucht von Yves R. in Oppenau. Bei der Festnahme spricht der 31-Jährige, wie er sich vor den Beamten verstecken konnte und wie er sich in dieser Zeit ernährt hat. (pol/kp)

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