Tag der offenen Tür

Spinelli: So leben die Flüchtlinge in Mannheim

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Tag der offenen Tür in der Erstaufnahmeeinrichtung Spinelli.

Mannheim-Feudenheim/Käfertal - Das Flüchtlingsthema ist in aller Munde. Doch wissen wir, wie sich die Menschen fühlen? An wen sie sich wenden können, wenn sie Probleme haben?

Die Erstaufnahmeeinrichtung Spinelli öffnet am Freitagmittag ihre Tore für Besucher und bietet ihren Gästen ein einmaliges Erlebnis. Sie dürfen hier alle Etappen durchlaufen, die auch Flüchtlinge bei ihrer Ankunft hinter sich bringen müssen.

Die Stationen

Es beginnt selbstverständlich mit der Registrierung, die vom Regierungspräsidium und dem Betreiber der Einrichtung Ciborius durchgeführt wird. Hier müssen wir unseren Namen, Geburtsort, Familienstand und unsere Nationalität nennen. Eine Kamera steht bereit, um ein hübsches Foto von uns aufzunehmen - fertig ist unser „Identitäts-Wisch“. 

Tag der offenen Tür Spinelli: Bilder

Die Flüchtlinge bekommen zudem eine ID, also eine Nummer, mit der man sie zuordnen kann und die organisatorischen Zwecken dient.

„Juckt es irgendwo?“

Nachdem wir die Registrierung hinter uns gebracht haben, müssen wir zum Gesundheitscheck. Hier werden einem allerhand Fragen gestellt. „Juckt es irgendwo?“ „Hustest Du?“ So kann die Johanniter Unfallhilfe zumindest vage feststellen, was mit einem der Neuankömmlinge nicht stimmen könnte.

Am Tag der offenen Tür ist neben dem Krankenwagen der Johanniter aber auch eine Hüpfburg aufgebaut, die natürlich der Belustigung der Gäste und der Bewohner dienen soll. 

Es spielt die Band „Unusual Journey“, die die Veranstaltung mit etwas Funk, Hip Hop und Dance Hall untermalt. Zacharias, ein Musiklehrer für Kinderheime und Kopf der Gruppe, erzählt uns, dass alle Bandmitglieder im Sankt-Josef-Kinderhaus in Käfertal wohnen und sich gerne dazu bereit erklärt haben, den Tag musikalisch zu begleiten.

Sie proben immer montags um 17 Uhr öffentlich im Kulturhaus Käfertal und würden sich sehr über Zuwachs freuen, so Zacharias.

Für uns geht es weiter zur Unabhängigen Sozial- und Verfahrensberatung der AWO. Hier können Flüchtlinge herkommen, falls sie Fragen zu ihrem Asylverfahren haben oder einfach nicht weiterwissen. Die Mitarbeiter gehen hier die Interviews mit ihnen durch, die sie beim BAMF später im Zuge des Asylantrags ablegen müssen.

„Wir würden es wieder machen.“

Unsere nächste Station ist die Kleiderkammer. Herwin Hadameck zeigt uns hier die Kuriositäten, die die Leute manchmal spenden. Es ist alles dabei: Eine bayrische Tracht, ein Ballkleid, eine Trockenhaube oder Schuhe in etwa Größe 52. 

Der Star unter den alten Schätzen ist allerdings ein unbenutztes Aussteuerpaket im Wert von damals 240 Mark. Hadameck lacht als er uns das zeigt, wird jedoch wieder ernst, als sein Blick auf die Bilder fällt, die an den Bauzäunen befestigt sind. Es sind Fotos von 2015, von Bergen von Klamotten und Flüchtlingen, die sich in einer Reihe aufstellen, um an die lebensnotwendige Kleidung zu gelangen.

Man spürt beim Betrachten der Bilder förmlich das Chaos, das geherrscht hat. Hadameck erzählt von den vielen Menschen, die zu den Zeiten geholfen haben. „Wenn wir heute noch einmal vor der Frage stehen - wir würden es wieder machen. Er und seine Kollegen vom ASB wären wieder da, um den Menschen ihren Einstieg in ein fremdes Land zu erleichtern- einfach um zu helfen.

Interkulturelle Hürden

Weiter geht‘s zum Holzhaus, dem Schmuckstück von Spinelli. Hier hat sich die Stadt Mannheim positioniert, die in der Einrichtung Gruppengespräche leitet und unterstützt. Frau Hadjiandreou-Boll erzählt uns, dass hier ganz praktische Fragen geklärt werden: Wie funktioniert unser Gesundheitssystem? Wie kann ich eine Wohnung mieten?

Das Flüchtlingsheim Spinelli in Bildern

Mithilfe dieser Gruppengespräche sollen auch interkulturelle Hürden überwunden werden, die natürlich aufgrund von den vielen Nationalitäten bestehen.

Zuallerletzt werden wir zum Feudenheimer Flüchtlingsforum geführt. Es ist rein ehrenamtlich organisiert. Frau Faber erzählt uns, dass die Damen des Forums vormittags von 11 bis 12:30 Uhr mit den Kindern basteln und spielen. Sie findet es immer wieder „erstaunlich, wie schnell die Kinder manchmal die Wörter haben“. Nur das Wort Affe wollen sie anscheinend einfach nicht lernen- es wird für immer „monkey“ bleiben, so Frau Faber.

hew

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