Polizei gibt Entwarnung

Fake-Beitrag über Terroranschlag verunsichert das Netz – Was dahinter steckt!

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Polizei gibt Entwarnung, nachdem erfundener „Terror-Anschlag“ im Netz kursiert (Symbolfoto)

Mannheim - „Massiver Terroranschlag in Mannheim“ ist in einem Facebook-Post am frühen Sonntagmorgen zu lesen. Was wirklich dahinter steckt:

Die Internetplattform „rheinneckarblog“ berichtet in der Nacht zum Sonntag von einem schrecklichen Terror-Anschlag – dem „bisher größten (...) in Westeuropa“ mit 136 Toten. Der Beitrag wird auch auf Facebook veröffentlicht – und löst eine große Verunsicherung in der Community aus. Viele Nutzer erkennen die Nachricht jedoch relativ schnell als „Fake“ – und reagieren empört und wütend. 

Etwa eine halbe Stunde später meldet sich die Polizei Mannheim auf Facebook und Twitter zu Wort, dementiert, dass es einen Terroranschlag gegeben habe. „Der geschilderte Sachverhalt ist nicht real“, schreiben die Beamten.

Doch was steckt hinter dieser falschen Nachricht?

Am Sonntagmittag veröffentlicht der Betreiber des ‚rheinneckarblog‘ eine Stellungnahme über Facebook. „Wir haben keine "Fakenews" veröffentlicht, sondern eine fiktionale Story im Gonzo-Stil. Klar erkennbar für jeden bei Sinn und Verstand“, schreibt er. Das Ziel sei, Aufmerksamkeit für ein umfangreiches und komplexes Thema zu schaffen. „Keine Stadt in Deutschland wäre einer koordinierten Terrorattacke gewachsen“, schreibt der Betreiber. Er habe die Polizei selbst informiert, bevor er den Text veröffentlichte, heißt es in einem anderen Post. 

Bei den Facebook-Usern stößt er dabei auf Unverständnis. „Wie kann man sich mit so einem Thema Scherze erlauben!“, schreibt eine empörte Leserin unter dem ursprünglichen Post über den „Terror-Anschlag“. „So eine billige Klick-bait Masche! Jetzt seid ihr endgültig unten durch!“, ärgert sich ein weiterer User.

Der Vorsitzende des Deutschen Journalistenverbandes äußerst sich am Sonntag gegenüber dem Deutschlandfunk„Das hat mit Journalismus nichts zu tun. Medien können und sollen gerne auch zugespitzte Debattenbeiträge veröffentlichen. Das muss dann aber klar erkennbar sein“, erklärt Frank Überall. Der Text sei allerdings ohne die klare Kennzeichnung einer Satire veröffentlicht worden. 

Wie reagiert die Polizei?

Wie das Portal ‚Stimme.de‘ berichtet, habe die Polizei auf Nachfrage bestätigt, dass der ‚rheinneckarblog‘-Betreiber die Fake-Nachricht vor der Veröffentlichung angekündigt habe. Es seien viele Rückfragen von Bürgern eingegangen. Die Polizei Mannheim will den Vorfall auf Anfrage von MANNHEIM24 am Sonntag nicht weiter kommentieren. 

Ob auf den Verfasser der Falschmeldung rechtliche Konsequenzen zukommen könnten, ist derzeit noch nicht bekannt.

kab

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