„Ansehen der Presse massiv geschadet“

Rüge für ‚Rheinneckarblog‘ nach Fake-News zu Terroranschlag

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Der Presserat erteilt eine Rüge gegen den ‚Rheinneckarblog‘. (Symbolfoto)

Mannheim - Nach einer Falschmeldung zu einem angeblichen Terroranschlag in Mannheim erteilt der Deutsche Presserat dem ‚Rheinneckarblog‘ eine Rüge:

Der Deutsche Presserat hat eine Rüge gegen den ‚Rheinneckarblog‘ wegen eines Berichts über einen angeblichen Terroranschlag am 25. März in Mannheim ausgesprochen. 

„Unabhängig von der Absicht, die die Redaktion mit dem erfundenen Bericht verfolgte, hat sie damit dem Ansehen der Presse massiv geschadet, teilt der Presserat am Freitag (15. Juni) in Berlin mit. 

„Blutbad apokalyptischen Ausmaßes“

Der Internet-Blog veröffentlicht im März einen Text über einen angeblichen Anschlag mit 136 Toten in Mannheim. Es ist die Rede von 50 Angreifern, die für ein „Blutbad apokalyptischen Ausmaßes“ verantwortlich seien. 

Danach sind Beschwerden beim Presserat eingegangen. Die Redaktion habe angegeben, der Text sei so übertrieben gewesen, dass jeder durchschnittliche Leser hätte stutzig werden müssen, schreibt der Presserat in seiner Mitteilung. 

‚Rheinneckarblogs‘ veröffentlicht Stellungnahme

„Der Presserat folgt der Kritik der Beschwerdeführer, dass über den fiktionalen Charakter des Berichts erst hinter einer Bezahlschranke aufgeklärt wurde.“ Der Redaktionsleiter des ‚Rheinneckarblogs‘, Hardy Prothmann, teilt dazu mit:„Ich warte auf die Begründung der Rüge und entscheide dann, ob ich Beschwerde einlege.“ Auch auf der Seite des ‚Rheinneckarblogs‘ nahm er Stellung. 

Ermittlungen der Staatsanwaltschaft

Auch die Staatsanwaltschaft leitet am 26. März Ermittlungen gegen den Herausgeber ein. Der Grund: Verdacht der Störung des öffentlichen Friedens durch Vortäuschung der Verwirklichung von schweren Straftaten.

>>> Nach Fake-News zu Terroranschlag: So viel wusste OB Kurz!

jab/dpa

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