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Mannheim: „Fahrrad-Monitor 2021“ – Stadt besser als Bundesdurchschnitt

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Von: Marten Kopf

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Die Meerfeldstraße im Lindenhof ist jetzt Fahrradstraße
Die Meerfeldstraße im Lindenhof ist jetzt Fahrradstraße © Stadt Mannheim

Mannheim – Der „Fahrrad-Monitor“ erhebt das Stimmungsbild der Radfahrenden in Deutschland. Jüngste Ergebnisse zeigen Mannheim in vielen Bereichen über dem Bundesdurchschnitt.

In Mannheim ist der Vorläufer des Fahrrads nicht nur erfunden worden. Das Rad eignet sich auch in der Quadratestadt primär für Einkäufe, kurze Erledigungen, Besuche bei Freunden, Familie oder Bekannten sowie für Tagesausflüge – aber auch für den täglichen Weg zur Arbeit. Das geht aus den jüngsten Ergebnissen der Befragung „Fahrrad-Monitor“ des Heidelberger Markt- und Sozialforschungsinstitut SINUS hervor, wie die Stadtverwaltung am Montag (27. Dezember) in einer Pressemitteilung bekannt gibt. Über die Sommermonate wurden insgesamt 300 Mannheimerinnen und Mannheimer als zufällig ausgewählte und repräsentative Stichprobe per Telefon und Internet zu ihrem Nutzungsverhalten in Bezug aufs Fahrrad befragt.

StadtMannheim
BundeslandBaden-Württemberg
Einwohnerzahl310.658 (Stand: 31. Dezember 2020)
Fläche144,96 km²
OberbürgermeisterDr. Peter Kurz (SPD)

„Besonders freue ich mich, dass Mannheim im Bundesvergleich in vielen Bereichen über dem Durchschnitt abschneidet, beispielsweise bei der Häufigkeit der Nutzung des Rads oder beim Gebrauch von Lastenrädern. Die Befragung zeigt aber auch, welche Hürden Menschen vom Radfahren abhalten – und hier gilt es, dagegen zu steuern“, bewertet der für die Verkehrsplanung und Radentwicklung zuständige Bürgermeister Ralf Eisenhauer. Auch im auslaufenden Jahr hatte die Verwaltung verschiedene Projekte angestoßen, Radfahren im Stadtgebiet sicherer zu gestalten. Besonders setzt man seit einigen Jahren auf den Ausbau von Fahrradstraßen.

Gründe fürs Fahrrad: Umwelt, Gesundheit, Kosten

Eines der zentralen Ergebnisse ist, dass das Fahrrad im Verkehrsmittelvergleich das Fortbewegungsmittel mit dem höchsten Wachstumspotential ist: In Zukunft wollen es 57 Prozent der Befragten in Mannheim häufiger nutzen. Damit liegt Mannheim deutlich über dem Durchschnitt deutscher Großstädte zwischen 100.000 und 500.000 Einwohner von 42 Prozent. Aufgrund der Pandemie traten 37 Prozent der Befragten häufiger in die Pedale als zuvor (deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt von 27 Prozent). Das geänderte Mobilitätsverhalten äußerte sich nicht nur zugunsten des Radverkehrs, sondern auch zugunsten des Fuß- und Autoverkehrs, jedoch zulasten des öffentlichen Nahverkehrs.

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Die Menschen, die in Mannheim aufs Rad steigen, tun dies der Befragung zufolge der Umwelt zuliebe (44 Prozent), aus gesundheitlichen Gründen (42 Prozent) und um Kosten einzusparen (34 Prozent). Dabei zeigt sich, dass das Rad häufiger als Verkehrsmittel denn als Freizeitbeschäftigung eingesetzt wird. 68 Prozent der Befragten nutzen das Fahrrad mindestens ein paar Mal im Monat (über dem bundesweiten Durchschnitt von 60 Prozent).

Mannheim: Über 33 Prozent fahren mit dem Rad zur Arbeit

Mehr als die Hälfte der Radfahrenden in Mannheim (60 Prozent) fühlen sich im Straßenverkehr sehr sicher bis meistens sicher. Als Gründe, warum man sich in Mannheim (eher) nicht sicher fühlt, werden vor allem die Aspekte „rücksichtslose Autofahrer“ (65 Prozent), „zu viel Verkehr auf den Straßen“ (63 Prozent) und „Gefahr von sich plötzlich öffnenden Türen von parkenden Fahrzeugen“ (57Prozent) genannt.

33 Prozent der Berufstätigen in Mannheim nutzen das Fahrrad regelmäßig auf dem Weg zu Arbeit und damit mehr als in Deutschland (25 Prozent). Begrüßt wird auch größtenteils (75 Prozent) die Errichtung von Radschnellwegen. Lastenräder sind den meisten Befragten (68 Prozent) ein Begriff, genutzt werden sie bislang von 4 Prozent – der bundesweite Durchschnitt liegt allerdings bei nur 2 Prozent und damit deutlich unter dem Mannheimer Ergebnis.

Planungen für 2022: Weitere Fahrradstraßen im neuen Jahr

Die Mannheimer Kommunalpolitik wird von 60 Prozent der Befragten als fahrradfreundlich eingestuft. Entwicklungspotenzial wird gesehen im Bereich des Radwegausbaus und des Zustands der Radwege, einer besseren Trennung von Radfahrenden, Fußgängern und Fahrzeugen oder der Anzahl von Fahrrad-Abstellanlagen. Für das kommende Jahr seien einige neue Fahrradstraßen gelant, so Eisenhauer weiter.

Der „Fahrrad-Monitor“ erhebt alle zwei Jahre das subjektive Stimmungsbild der Radfahrenden in Deutschland. Dafür werden im Rahmen einer repräsentativen Online-Studie Bürgerinnen und Bürger zwischen 14 und 69 Jahren im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums befragt. Seit 2017 werden auch einzelne Bundesländer, Regionen oder Kommunen erforscht. Dieses Angebot nutzten 2021 insgesamt vier Städte und Gemeinden und fünf Bundesländer in Deutschland, darunter auch erstmals die Stadt Mannheim. (mko/PM)

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