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Made in Mannheim: Einzigartig in Europa! Firma macht Klopapier aus Stroh

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Von: Peter Kiefer

Mannheim – Eine echte Europa-Neuheit wird jetzt im Stadtteil Waldhof produziert – Zellstoff für Klopapier, Küchenrollen etc. aus Stroh. Wie das geht:

Klopapier und Küchenrollen aus Stroh? Gibt‘s nicht? Doch, jetzt schon. Als absolute Europa-Premiere made in Mannheim! Denn jetzt kann Essity als erstes Unternehmen in Europa Zellstoff aus Stroh für Hygieneprodukte industriell fertigen. Der Essity-Vorstandsvorsitzende Magnus Groth hat am Donnerstag (30. September) den Startschuss für die neue Fabrik am Essity-Traditionsstandort Mannheim gegeben, die 35.000 Tonnen jährlich produzieren wird. 40 Millionen Euro hat Essity in die Anlage investiert, die in rund 18 Monaten Bauzeit auf dem Werksgelände entstand. Mit ihr setzt Essity neue Maßstäbe in der Hygienepapierherstellung.

Die neue Zellstoff-Fabrik von Essity in Mannheim aus der Vogelperspektive.
Die neue Zellstoff-Fabrik von Essity in Mannheim aus der Vogelperspektive. © Essity/Geiger

Damit ist Essity der erste Hygieneprodukte-Hersteller in Europa, der einen landwirtschaftlichen Reststoff in der industriellen Produktion nutzbar macht. Das Unternehmen verwendet Weizenstroh aus der heimischen Landwirtschaft, um daraus hochwertigen Zellstoff für die Hygienepapierproduktion herzustellen. Der neuartige Zellstoff ist in der Qualität mit Frischfaserzellstoff aus Holz vergleichbar. Im Produktionsprozess werden weniger Wasser und Energie eingesetzt. In Mannheim ist dafür eine bislang einzigartige Anlage entstanden.

NameEssity (früher SCA)
BrancheKonsumgüter, Medizinprodukte
Mitarbeiter2.000 in MA, 47.000 weltweit
Umsatz11,6 Mio. Euro (2018)
MarkenTempo, Zewa, TENA, Leukoplast, TORK

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Mannheim: Einzigartige Industrieanlage geht bei Essity in Betrieb

Heute ist ein großer Tag für Essity. Die Nutzung alternativer Fasern für die Produktion von hochwertigen Hygienepapieren ist ein Riesenschritt auf unserem Weg in eine nachhaltige Kreislaufgesellschaft, in der nichts vergeudet wird“, so Essity-Chef Groth beim Produktionsstart. „Ich bin sehr stolz, dass ich diese einzigartige Industrieanlage heute in Mannheim eröffnen darf. Mein Dank gilt allen beteiligten Mitarbeiter*innen für ihren Einsatz, für ihr Engagement und für ihren Mut, sie zu erschaffen.“ 

Dabei hat Mannheim, Essitys größter europäischer Produktionsstandort, bereits eine langjährige Erfahrung in der Produktion von Zellstoff und Hygieneprodukten. 1884 als Zellstofffabrik Waldhof gegründet werden hier heute schon 220.000 Tonnen Zellstoff aus zertifizierten Frischholzfasern hergestellt und zu Hygienepapieren verarbeitet. Jetzt kommen zusätzlich 35.000 Tonnen Strohzellstoff dazu.

Ein Gabelstapler auf dem Strohplatz 2 im Essity-Werk in Mannheim.
Ein Gabelstapler auf dem Strohplatz 2 im Essity-Werk in Mannheim. © Essity/Tröster

Das neue ‚Werk im Werk‘ stärkt den Traditionsstandort Mannheim und zeigt gleichzeitig unsere Innovationskraft“, sagt Roger Schilling, Leiter des Mannheimer Werkes. „Unser langjähriges Know-how in der Zellstoffproduktion hat es uns ermöglicht, ein komplett neues Kapitel aufzuschlagen: Wir sind als erstes dazu in der Lage, einen alternativen Zellstoff aus Stroh herzustellen. Dieser Zellstoff ist genauso weich, weiß und stark wie der Zellstoff aus reinen Holzfasern, den wir für unsere Hygieneprodukte verarbeiten. Darauf sind wir in Mannheim sehr stolz.

Mannheim: Zellstoff aus Stroh – Neue Anlage hat 8.000 Quadratmeter Produktionsfläche

Die neue Strohzellstoff-Fabrik erstreckt sich auf einer Fläche von insgesamt 8.000 Quadratmetern über mehrere Gebäude: Vom Strohlagerplatz aus, der sich unmittelbar daneben befindet, wird das Stroh über ein großes Förderband zunächst in den sogenannten Bleichturm transportiert. Hier wird das Stroh in verschiedenen Reaktionsbehältern in seine Bestandteile aufgeschlossen und aufgehellt. Anschließend wird der Zellstoff erst in einem historischen Gebäude, das für diesen Zweck mit viel Kreativität umfunktioniert wurde, gereinigt und dann im sogenannten Zellstoffturm gesammelt.

Der Bleichturm im Essity-Werk in Mannheim.
Der Bleichturm im Essity-Werk in Mannheim. © Essity/Tröster

Der fertige Zellstoff wird vom Zellstoffturm aus in flüssiger Form über bis zu einen Kilometer lange Zufuhrleitungen direkt zu den Papiermaschinen gepumpt. Die Ablauge, das sogenannte Lignin, das als Nebenprodukt während der Zellstoff-Produktion anfällt, wird in einer neuen Eindampfanlage konzentriert. Es kann später industriell weiterverwertet werden. (PM/pek)

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