Flüchtlingsunterbringung in Mannheim

Sanierung oder Schließung? Das passiert mit der Erstaufnahmestelle in der Industriestraße

Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber Industriestraße Mannheim
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Die Erstaufnahmeeinrichtung Industriestraße in Mannheim wird geräumt.

Mannheim - Die Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber in der Industriestraße in Mannheim wurde Anfang Juni geräumt. Wie es mit den Plänen für den Gebäudekomplex aussieht: 

  • Eine Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber in Mannheim wird geräumt. 
  • Das Gebäude in der Industriestraße in der Neckarstadt-West soll saniert werden. 
  • Aktionsbündnis „Seebrücke Mannheim" kritisiert die Pläne des Regierungspräsidiums:

Update vom 17. August: Nach der Räumung der Landes-Erstaufnahmeeinrichtung (LEA) für Asylbewerber in der Industriestraße in Mannheim Anfang Juni, will das Regierungspräsidium Karlsruhe das Gebäude auch weiterhin für die Unterbringung von Flüchtlingen nutzen. Das berichtet der Mannheimer Morgen. Das Regierungspräsidium sei aktuell in den letzen Zügen der Verhandlungen mit dem Gebäudeeigentümer. Dabei gehe es um die geplante Sanierung der Immobilie und um einen neuen Mietvertrag. Der alte Vertrag läuft Ende des Jahres aus. Vertreter des Aktionsbündnisses „Seebrücke Mannheim“ sind gegen eine Unterbringung von Flüchtlingen in einer Massenunterkunft wie in der Industriestraße und fordern stattdessen eine dezentrale Unterbringung. Solche Unterkünfte wären keine „humanitäre Lösung“.

Außerdem zweifeln sie an, dass die Wohnsituation in der sanierungsbedürftigen Immobilie in so kurzer Zeit verbessert werden kann. Sie fordern zukunftsfähige Lösungen und von der Stadt mehr Einsatz bei der Aufnahme von Flüchtlingen. Da die Stadt eine Landeserstaufnahmestelle beherbergt, muss sie nicht mehr so viele Flüchtlinge vorläufig unterbringen und versorgen. Die Stadt hätte jedoch viel mehr Kapazitäten, die nicht ausgeschöpft werden würden. Auch die Grünen-Fraktion hält den Standort der Erstaufnahmeeinrichting für problematisch und spricht sich dafür aus, dass die Stadt Mannheim die Neubaupläne auf einem Nachbargrundstück weiterverfolgt.

Vor über vier Jahren hat die Stadtverwaltung dem Land ein Gelände an der Ludwig-Jolly-Straße vorgeschlagen, das für einen Neubau der Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber genutzt werden könnte. Erste Planungen sahen drei Gebäudetrakte für Männer, Frauen und Familien, eine Kantine und eine eigene Polizeiwache vor. Geschehen ist in Sachen Neubau bislang aber nichts.

Anfang Juni wurde der Gebäudekomplex mit seinen 123 Asylbewerbern in der Industriestraße geräumt um ihn zeitnah modernisieren zu können.

Asylbewerber-Aufnahmeeinrichtung in Industriestraße wird geräumt

Erstmeldung vom 2. Juni: Die Landes-Erstaufnahmeeinrichtung (LEA) für Asylbewerber in der Industriestraße in Mannheim wird in dieser Woche geräumt. Das gibt das Regierungspräsidium bekannt. Derzeit leben noch 123 Asylbewerber in dem Gebäude, sagt eine Pressesprecherin des Regierungspräsidiums am Montag (2. Juni) auf Anfrage von MANNHEIM24. Sie sollen in den kommenden Tagen auf andere Erstaufnahmeeinrichtungen sowie Stadt- und Landkreise im Land verteilt werden.     

Mannheim: Erstaufnahmeeinrichtung Industriestraße wird saniert

Im Anschluss an die Räumung soll die Erstaufnahmeeinrichtung zunächst in den „Stand-by“-Betrieb gehen und saniert werden. Dazu stehe das Land bereits in Verhandlungen mit dem Eigentümer der Liegenschaft. Man wolle das Gebäude in der Industriestraße in der Neckarstadt-West „zeitnah“ modernisieren und es dann wieder für die Flüchtlingsunterbringung nutzen, heißt es.

StadtMannheim
OberbürgermeisterDr. Peter Kurz (SPD)
Einwohnerzahl309.370

Die Stadt Mannheim ist schon lange mit dem Innenministerium im Gespräch und begrüßt die Entscheidung die notwendigen Sanierungsmaßnahmen anzugehen mit dem Ziel die dann modernisierte Einrichtung auch künftig wieder zur Flüchtlingsunterbringung zu nutzen“, sagt Stadtsprecher Ralf Walther gegenüber dem „Mannheimer Morgen“.

Flüchtlingsunterbringung: Belegung wegen Corona „entzerren“

Neben dem Sanierungsbedarf der LEA spielt auch das Coronavirus eine Rolle für die Räumungs-Entscheidung des Landes Baden-Württemberg: Ende April gab es Kritik an der Belegungssituation in der Erstaufnahmeeinrichtung in der Industriestraße.

Die Erstaufnahmeeinrichtung Industriestraße in Mannheim wird geräumt.

Seit Beginn der Corona-Pandemie verfolgt das Land die Strategie, die Belegungsdichte in den Erstaufnahmeeinrichtungen landesweit deutlich zu entzerren“, schreibt das Regierungspräsidium in einer Mitteilung. Daher habe man auch die Anzahl der Asylbewerber in der Aufnahmeeinrichtung in der Industriestraße in den letzten Monaten „wesentlich reduziert“.

rmx

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