Konzert in der Mannheimer SAP Arena 

Fans irritiert: Eric Clapton singt ungewöhnliche „Tears in Heaven“-Version

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Eric Clapton begeistert am 8. Juni die Fans in der SAP Arena. (Archivbild) 

Mannheim - Voller Spannung erwarten die Fans das Konzert von „Mr. Slowhand“ Eric Clapton am Samstag (8. Juni) in der Mannheimer SAP Arena. Doch nach dem Konzert sind einige vor den Kopf gestoßen...

Nach fünf langen Jahren kehrt der Meister an der Gitarre Eric Clapton wieder nach Mannheim zurück - es ist eines von drei Konzerten deutschlandweit. Er freut sich wieder in Mannheim zu spielen und das teilt er dem Publikum in der sehr gut gefüllten, aber nicht ausverkauften, SAP Arena auch mit: „Nice to be back again! („Schön wieder zurück zu sein!“) sagt er freudestrahlend. 

Doch schon die ersten Songs klingen sehr laut, die Background-Sängerinnen sehr schrill, die Gitarren übersteuert. Nur der Sound von Eric Claptons Gitarre scheint gut abgemischt zu sein. So verwundert es nicht, dass sich das Publikum über die leiseren Töne freut. 

Bei Eric Claptons langsamen Gitarren-Einlagen kommt aus dem Publikum des Öfteren ein fast ehrfürchtiges „Wahnsinn“. Auch Pianist Chris Stainton ist in Bestform: Der 75-Jährige fegt so schnell und kraftvoll über die Tasten, man könnte glauben, er hätte 12 Finger zur Verfügung. Das Publikum dankt es ihm mit lauten Rufen und immer wieder spontan aufbrausenden Applaus. 

Eric Clapton irritiert Fans mit Reggae-Version von „Tears in Heaven“ 

Zur Mitte des Konzerts, nach dem Song „Nobody knows when you‘re down and out“, erklingen die ersten Takte von „Tears in Heaven“. Es ist zwar nicht die Single mit der Eric Clapton den größten kommerziellen Erfolg hatte, aber die bekannteste. Den Song hat „Mister Slowhand“ im Jahr 1992 geschrieben, einige Monate nach dem tragischen Tod seines Sohnes. Im Alter von vier Jahren stürzt sein Kind bei einer Freundin seiner Mutter aus dem Fenster. 

Noch bevor die Fans die Taschentücher zücken können, runzeln sie die Stirn. Ringsum sieht man fragende Gesichter, denn was sie da hören ist zwar die Akustikversion des wohl emotionalsten Lieder der Musikgeschichte, jedoch in einer Art schnellerem Reggae-Tempo.

Ist es Eric Clapton leid immer wieder die gleiche Version des Liedes zu spielen? Will er durch das fetzige Reggae-Tempo Distanz zu dem Song, der ihn für immer an seinen toten Sohn erinnert, schaffen? Was den Künstler dazu bewogen hat, weiß nur er selbst. Fakt ist: Schon bei seinem Konzert in Berlin am 4. Juni wählt er diese Version. 

Als wolle der Meister die Fans beruhigen, folgt auf diese „Tears in Heaven“-Interpretation der Song „Layla“ - und zwar in der altbekannten MTV unplugged Version, die die Fans lieben und welche ans Herz geht. Nach einem mitreißenden „Tearing Us Apart“ folgt mit „Holy Mother“ das wahrscheinlich emotionalste Lied der gesamten Darbietung. 

Eric Claptons Finger streichen wie Federn über die Gitarre und entlocken ihr auf magische Art und Weise himmlische Töne. Obendrein liegt in seiner Stimme nun ein authentisches Gefühl. Zum ersten Mal an diesem Abend scheint er nicht gehetzt zu sein und das Lied tatsächlich zu spüren.

Eric Claptons großes Finale in der SAP Arena

Auf „Little Queen of Spades“ folgt der abschließende Song und die große Überraschung für die Fans: Noch einmal Layla - diesmal in der rockigen Version! Die Fans stürmen nach vorne und zücken ihre Telefone. Für diese stolzen Ticketpreise will man ja schließlich auch eine Erinnerung von Eric Clapton mit nach Hause nehmen! 

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Nachdem Eric Clapton und seine Band die Bühne verlassen, verlangen die Fans lautstark nach einer Zugabe. Der Gitarrengott lässt sich zwar etwas bitten, kommt aber schließlich noch einmal auf die Bühne und gibt den Hit „Cocaine“ zum Besten. 

Einige Fans scheinen sich noch an seinen letzten Auftritt im Jahr 2014 in der SAP Arena zu erinnern und wissen schon, dass Eric Clapton nur eine Zugabe spielt. „Der kommt nicht noch einmal raus“, ist zu hören. 

Nichtsdestotrotz geben viele Zuschauer die Hoffnung nicht auf - lautes Klatschen und Rufe machen die Arena noch einmal zu einem Hexenkessel. Vergebens, das Licht erhellt den Saal, die Roadies packen routiniert zusammen und aus den Lautsprechern ertönt „Respect“ von Aretha Franklin.

kp

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