Sonderausstellung im rem

Mannheim in der Eiszeit: So sahen urzeitliche Giganten vor 35.000 Jahren aus

Mannheim – Die Leitung der Reiss-Engelhorn-Museen nimmt sich den Klimawandel zum Anlass, um in einer Sonderausstellung auf die urzeitliche Vergangenheit der Quadratestadt hinzuweisen. 

  • Vor knapp 10.000 Jahren endete die letzte Eiszeit in Europa. 
  • Unter dem Motto „Mannheim – Eiszeit, Klima und Wandel“ beginnt 2020 das Aktionsjahr in der Quadratestadt. 
  • Eine Sonderausstellung im Reiss-Engelhorn-Museum richtet den Blick auf die vergangene Eiszeit in Mannheim

Seit Jahrmillionen begleitet der Wechsel zwischen Kalt- und Warmzeiten das Leben auf der Erde. Folgt man diesem beharrlichen Zyklus, wäre in Mannheim in etwa 50.000 Jahren wieder eine Eiszeit zu erwarten. Doch soweit wird es nicht kommen – der Grund? Der Mensch! Seit Beginn der Industrialisierung hat der Mensch begonnen, mit einem immer höheren Ausstoß von Treibhausgasen in diesen natürlichen Prozess einzugreifen. Die zu erwartende nächste Eiszeit wird sich dadurch wahrscheinlich um weitere 50.000 Jahre verschieben. Anlässlich des Aktionsjahrs „Mannheim – Eiszeit, Klima und Wandel“ zieht Wilfried Rosendahl, Direktor der Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen (rem), nüchtern Bilanz: Die Klimakrise ist menschengemacht. 

Mannheim: Sonderausstellung zur Eiszeit in der Quadratestadt

Die letzte Eiszeit hat vor 10.000 Jahren ihr vorläufiges Ende genommen. Aber im Jahr 2020 soll Mannheim für einige Monate wieder im Zeichen der Eiszeit stehen, denn am 20. September 2020 startet im rem die Sonderausstellung „Eiszeit-Safari“

Museumsdirektor Rosendahl nennt mehrere Gründe, sich gerade in Mannheim mit dem Thema zu beschäftigen: Die oberen Sand- und Kiesablagerungen im Untergrund von Mannheim gehören zu den bedeutendsten Klimaarchiven Europas für das jüngste Eiszeitalter. 

Außerdem verfügen die Reiss-Engelhorn-Museen über bedeutende Knochenfunde aus diesem Zeitraum. Darunter ist etwa der 32.000 Jahre alte Schädel eines Löwen, der in einer Kiesgrube im Oberrheingraben gefunden wurde. 

Wilfried Rosendahl hält einen 32.000 Jahren alten Oberschädel eines Höhlenlöwen in den Händen.

Darüber hinaus hat nach Worten Rosendahls ein gebürtiger Mannheimer – Karl Friedrich Schimper – den Begriff Eiszeit geprägt

Mannheim: „Eiszeit-Safari“ im Reiss-Engelhorn-Museeum

In der Sonderausstellung sollen auch die Ergebnisse des Forschungsprojekts „Schaufenster Oberrheingraben“ gezeigt werden. Dabei geht es um die Altersbestimmung eiszeitlicher Funde, Erkenntnisse über Ernährung und Umwelt sowie über Verwandtschaftsverhältnisse zwischen Tierstämmen. 

Zu sehen sind 100 Ausstellungsstücke, darunter lebensechte Tierrekonstruktionen und -skelette. Thema ist auch das Leben der Menschen in der Eiszeit.

dpa/esk

Rubriklistenbild: © Foto: Thomas Frey/dpa

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