Vermittler spricht von „fairem Kompromiss“

GE streicht 600 Stellen in Mannheim!

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General Electric am Standort in Mannheim-Käfertal.

Mannheim – Länger als ein Jahr geht der Streit zwischen General Electric und dem Betriebsrat um die über 1.000 Arbeitsplätze nun schon. Jetzt hat man sich geeinigt – doch das Ergebnis wird nicht jedem gefallen.

Vermittler Lothar Jordan spricht von einem „fairen Kompromiss“ - die Arbeitnehmer werden das allerdings ein wenig anders sehen...

Trotz intensiver Verhandlungen von Betriebsrat und Gewerkschaft streicht General Electric in Mannheim rund 600 Stellen. Das teilte die Betriebsratsvorsitzende Elisabeth Möller am Dienstag in Mannheim mit.

In den Gesprächen mit GE sei es nicht gelungen, die „falsche Umstrukturierung“ zu stoppen, sagte sie. Das Werk in Bexbach werde demnach geschlossen, in Mannheim verblieben noch 700 Stellen. Mit dem Unternehmen seien ein Interessenausgleich und ein Sozialplan ausgehandelt worden, sagte Möller. „Die finanzielle Regelung ist gut bis sehr gut, aber sie ersetzt nicht den Arbeitsplatz.

GE-Sprecher Bernd Eitel sagte, das Unternehmen sei mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Die Einigung gebe nun allen Beteiligten eine gewisse Sicherheit. Der Konzern stimmte unter anderem Auffanggesellschaften sowie Abfindungen zu.

Verlust vieler Arbeitsplätze

Mehr als ein Jahr hatten Vertreter aller Interessen hinter verschlossenen Türen hart um eine Einigung gerungen. Auch die Verwaltungsspitze der Stadt Mannheim hatte die Gespräche intensiv begleitet. Zuletzt hatte eine Einigungsstelle aus vier Arbeitnehmer- und vier Arbeitgebervertretern unter dem Vorsitz von Ex-Arbeitsrichter Jordan um einen Kompromiss gerungen (WIR BERICHTETEN). 

Hintergrund

Im November 2015 hat GE das Werk vom französischen Konkurrenten Alstom übernommen und will nun in ganz Deutschland rund 1.700 Stellen streichen. Allein in Mannheim sollen über 1.000 Angestellte ihre Arbeit verlieren.

Der Betriebsrat und die Gewerkschaft wollen, dass eine Investorengruppe die von der Schließung bedrohten Betriebsteile übernimmt. Das GE-Management wiederum hatte das bisher abgelehnt und hat nun die Einigungsstelle für den Interessenausgleich bei Gericht durchgesetzt.

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sag/dpa/rob

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