Einigung zwischen Unternehmen und Betriebsrat

XXXL-Skandal: Hohe Abfindungen für Ex-Mitarbeiter

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XXXL Mann Mobilia in Mannheim-Vogelstang.

Mannheim - Endlich eine Einigung zwischen XXXL Mann Mobilia und dem Betriebsrat: Beide Parteien verständigen sich auf hohe Abfindungen und einen Fonds für soziale Härtefälle.

Die Ex-Mitarbeiter aus Mannheim und Wiesbaden sollen „hohe Abfindungen“ bis zum Ende der Kündigungsfristen und mindestens bis Ende Juli weiterhin ihre Gehälter erhalten, so ein Sprecher des Unternehmens. 

Arbeitgeberseite und Betriebsrat haben Interessensausgleich und Sozialplan am Donnerstag unterschrieben. Die Vereinbarung ist für beide Seiten bindend.

Die 60 betroffenen Mitarbeiter in Mannheim und die 13 Mitarbeiter in Wiesbaden erhalten als Ausgleich für den Verlust des Arbeitsplatzes insgesamt mehr als 1,8 Mio. Euro an Abfindungen“, erklärt Alois Kobler, Verantwortlicher der Geschäftsleitung XXXL Deutschland. „Hinzu kommt ein Fonds für soziale Härtefälle von 200.000 Euro. Über dessen Vergabe an die Betroffenen entscheidet der Betriebsrat.

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Alle erhalten mindestens drei Monate weiterhin ihr Gehalt, auch wenn die vertragliche Kündigungsfrist in einigen Fällen kürzer ist. Die überwiegende Zahl Mitarbeiter hat aber Kündigungsfristen von drei bis sieben Monaten, die auch eingehalten werden. „Insgesamt werden wir rund zwei Millionen Euro an Gehältern seit der Freistellung bezahlen“, betont Kobler. Damit koste die Schließung der Auftragssachbearbeitung am Standort Mannheim das Unternehmen mehr als vier Millionen Euro. 

 

Auch der Betriebsrat zeigt sich zufrieden: „Es ist eine angemessene Lösung, die wir im konstruktiven Miteinander mit dem Arbeitgeber ausgehandelt haben“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Noch im April werden die Kündigungen ausgesprochen. Der Betriebsrat bedauert es, dass es nicht möglich war, die Arbeitsplätze der 73 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu erhalten. Aber sie erhalten zumindest einen angemessenen Ausgleich für den Verlust des Arbeitsplatzes, der aus Sicht des Unternehmens notwendig ist.

In einer Pressemitteilung erklärt auch Mannheims OB Dr. Peter Kurz, dass er die Einigung von XXXL Mann Mobilia und dem Betriebsrat begrüße. Er hatte zusammen mit Wirtschaftsbürgermeister Michael Grötsch in einem Brief an das Verantwortungsbewusstsein der Geschäftsführung appelliert, um auch den betroffenen Mitarbeitern und deren Familien eine realistische Zukunftsperspektive zu eröffnen.

Bürgermeister Grötsch hebt die Einrichtung eines Härtefallfonds hervor, der von Oberbürgermeister Kurz vorgeschlagen und von der Geschäftsleitung übernommen wurde: „Dieser Härtefallfonds, dessen Verteilung durch den Betriebsrat erfolgt, ermöglicht die Unterstützung von Beschäftigten, die durch den Verlust des Arbeitsplatzes besonders stark betroffen sind. Dies ist eine gute Regelung.

Hintergrund: 

Rund 100 Verwaltungsmitarbeiter der Möbelhauskette XXXL in Mannheim wollen am Montagmorgen, 29. Februar, zu ihrer Arbeitsstelle. Dann der Schock: ihre Arbeitsplätze sind von heute auf morgen weg, sie werden ohne Vorwarnung freigestellt. Die Arbeit soll künftig in Würzburg gemacht werden. 60 neue Mitarbeiter wurden dort bereits eingestellt (WIR BERICHTETEN).

Von den ursprünglich 99 Beschäftigten der Auftragssachbearbeitung konnten 32 in andere Gesellschaften der XXXL Unternehmensgruppe vermittelt werden. Sieben Mitarbeiter haben befristete Verträge, die demnächst auslaufen. Die verbleibenden 60 Mitarbeiter sind freigestellt und erhalten bis auf weiteres ihr Gehalt weiter. Kündigungen wurden bisher nicht ausgesprochen.

>>> XXXL Mann Mobilia-Skandal: Eine Übersichtsseite

mk

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