Kündigung wegen gepostetem Foto

Umstrittener Facebook-Post: Bahn zieht Berufung zurück

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Wegen eines Facebook-Posts hatte die Bahn einem langjährigen Mitarbeiter gekündigt.

Mannheim - Ein Bahnmitarbeiter postet auf Facebook ein Auschwitz-Foto. Sein Arbeitgeber fürchtet um den eigenen Ruf. Trotzdem darf der Mann nun bei der Bahn bleiben...

Nach dem Streit über ein im Internet veröffentlichtes Auschwitz-Foto eines Bahnmitarbeiters darf der Mann bei seinem Arbeitgeber bleiben. 

Die Bahn zog ihre Berufung gegen ein früheres Urteil am Freitag vor dem Landesarbeitsgericht in Mannheim zurück. Die Vorsitzende Richterin hatte bei der Berufungsverhandlung angedeutet, dass ein solches Foto nicht die Kündigung eines langjährigen Mitarbeiters rechtfertige (Az. 19 Sa 3/16). 

Der 38 Jahre alte Mann aus Heidelberg hatte auf Facebook das Bild des Nazi-Vernichtungslagers mit der Unterschrift gepostet, Polen sei bereit für die Flüchtlingsaufnahme. Die Bahn hielt den Eintrag für untragbar. 

Der Mitarbeiter mit polnischen Wurzeln betonte am Freitag über seinen Anwalt nochmals, der Beitrag sei als Satire gemeint gewesen. Rechtsextrem sei er nicht. Er brach während der Verhandlung mehrfach in Tränen aus. 

Nach seiner Darstellung war der Facebook-Post eine satirische Kritik an der polnischen Regierung. Das Foto stamme aus einer polnischen Satirezeitschrift. 

Die Bahn hatte dem Mitarbeiter wegen des veröffentlichten Auschwitz-Fotos im Oktober 2015 gekündigt. Dieser klagte gegen seine Entlassung und bekam im Februar vor dem Arbeitsgericht Heidelberg Recht. Die Vorsitzende Mannheimer Richterin hatte betont, der Mann arbeite seit 14 Jahren als Triebfahrzeugführer für das Unternehmen und sei bisher unauffällig geblieben. 

Die Bahn hielt den Eintrag des Mannes auch deshalb für untragbar, weil der Mitarbeiter auf seiner Facebook-Seite eindeutig in Uniform vor einem Zug der DB Regio AG erkennbar war. Die Anwältin der Bahn gab zu bedenken, anders als etwa bei einem ausgewiesenen Satiremagazin liege der Bezug zur Satire bei einer privaten Facebookseite nicht auf der Hand. „Ich sehe da keine Satire“, sagte sie. Hinzu komme, dass wegen des Berufs des Angeklagten ein Zusammenhang der heutigen Bahn und der Deportation in Vernichtungslager hergestellt werde. Das sei rufschädigend. 

Der Anwalt des Heidelbergers räumte ein, bei dem Foto und dem Kommentar handele es sich um eine „absolut überspitzte und geschmacklose Satire“. Doch sei beides „objektiv als Satire denkbar“. Eine Kündigung hätte für seinen Mandanten erhebliche Konsequenzen: Es gebe in dem Metier kaum vergleichbare Stellen, die nicht von der Deutschen Bahn vergeben würden. Bei der Suche nach Arbeit wären die Chancen des zweifachen Vaters gering, argumentierte er.

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dpa/rmx

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