Coronavirus-Pandemie

Mannheimer Modelabel „Von Jungfeld“ überrascht mit solidarischer Masken-Aktion

Mannheim: Das regionale Modelabel „von Jungfeld“ will mit einer genialen Aktion dem Coronavirus die Stirn bieten.

  • Die Coronavirus-Pandemie sorgt für einen weltweiten Wirtschaftsabschwung.
  • Auch in Deutschland bangen viele Unternehmer um Ihre Existenzen.
  • Ein Mannheimer Modelabel stellt nun Mund-Nasen-Masken her und kann so viele Arbeitsplätze sichern.

Die Coronavirus-Pandemie sorgt Tag ein Tag aus für deprimierende Schlagzeilen. Im Stundentakt werden neue Infektionszahlen und Sterbestatistiken veröffentlicht und ein Ende der Eindämmungsmaßnahmen scheint vorerst auch nicht in Sicht. Doch bei aller Schwarzmalerei gibt es auch immer wieder Lichtblicke, die einen den Glauben an die Menschheit – trotz Klopapier-Hamsterkäufen – nicht verlieren lässt. Das Mannheimer Modelabel „von Jungfeld“ ist einer dieser Hoffnungsträger. In besseren Zeiten verkaufen sie hippe, bunte Socken; doch seit einigen Tagen produzieren sie vermehrt Mund-Nasen-Masken. Anders als viele Konkurrenten verhökert das Mannheimer Unternehmen ihre Masken nicht zum Höchstpreis. Stattdessen beruht das Verkaufskonzept bei „von Jungfeld“ auf Solidarität.

Das Konzept des Mannheimer Modelabels im Kampf gegen Corona

Im Onlineshop gibt es bei „von Jungfeld“ drei Kaufoptionen. Im Gespräch mit MANNHEIM24 erklärt Geschäftsführer Lucas Pulkert das Konzept. „Kunden können für 15€ eine 1+1 Maske bestellen und neben Ihrer eigenen Maske eine weitere Maske spenden. Menschen oder Organisationen, die sich die Maske nicht leisten können, können über unseren Onlineshop ungeprüft Masken für 1 Cent beziehen, die sogenannten Solimasken.“ 

Das Mannheimer Unternehmen "von Jungfeld" stellt jetzt Masken her. @

Pulkert gibt dabei zu, dass sie nicht wussten, ob das Konzept aufgeht und ausgenutzt wird. Glücklich erklärt der Geschäftsführer aber, dass er positiv überrascht wurde: „Es werden ca. ein Drittel mehr 1+1 Masken verkauft als Solimasken bezogen werden.

Mannheimer Modelabel produziert Mund-Nasen-Masken

Die Idee Masken zu produzieren entstand aus der Not, denn auch „von Jungfeld“ verzeichnete drastische Umsatzeinbußen aufgrund der Corona-Krise. Über Nacht brach der Umsatz um über 60 Prozent ein und die Geschäftsführung musste schon Kurzarbeitergeld für ihre Mitarbeiter beantragen. Doch die beiden Gründer, Lucas Pulkert und Maria Pentschev, kamen schließlich auf die rettende Idee. In Kollaboration mit dem befreundeten Unternehmen „BeWooden“ aus dem Großraum Frankfurt, stellte „von Jungfeld“ kurzfristig ihre Produktion um. Seitdem laufen statt Socken hauptsächlich Mund-Nasen-Masken über den Tresen. Und das durchaus mit Erfolg: Insgesamt hängen zwischen 200 und 250 Arbeitsplätze an der Produktion der Masken. Zwar sind diese nicht alle in der Region, aber immerhin sind von 22 europäischen Produktionsstätten 10 in Deutschland. „Auch Unternehmen aus der Mannheimer „Textilerei“ produzieren auf Hochtouren für uns“, bekräftigt Pulkert auf Anfrage.

Solidarische Baumwollmasken aus Mannheim

Bei den „von Jungfeld“-Masken handelt es sich nicht um medizinische FFP2- oder FFP3-Masken, sondern um einfache Baumwollmasken. Diese sind für den Alltag gedacht und schützen vor allem andere Menschen und nicht den Träger selbst. Mit den Masken werden Tröpfchen, die beim Sprechen, Niesen oder Husten entstehen, aufgefangen. So wird das Risiko andere anzustecken minimiert. In anderen Ländern, wie Österreich oder Tschechien, ist das Tragen einer solchen Maske im Supermarkt schon Pflicht und auch die ersten deutschen Städte haben eine sogenannte Masken-Pflicht eingeführt.

Die Masken wird es zunächst in drei einfachen Farben geben.

Die „von Jungfeld“-Masken sind zu 100 Prozent aus Baumwolle und sind mehrfach verwendbar, da sie bei 90 Grad waschbar sind. Zunächst wird es die Masken nur in einfachen Farben geben, da das Unternehmen den hohen Bedarf an funktionalen Masken sichern will. Doch in absehbarer Zeit soll es auch eine eigene „von Jungfeld“-Kollektion geben, versichert uns Pulkert.

Schon jetzt werden pro Tag 1.000 Masken für „von Jungfeld“ produziert. Insgesamt wurden schon über 13.000 Meter Stoff verarbeitet und damit viele Arbeitsplätze gesichert. Bisher wurden schon über 15.000 Solimasken an Organisationen gespendet.

Coronavirus-Pandemie in Mannheim und Region

Momentan kursiert einWhatsApp-Kettenbrief, in dem Eltern davor gewarnt werden, ihren Kindern Masken anzuziehen. Längst haben Ärzte die Aussagen im Kettenbrief widerlegt und geben Entwarnung.

Nach einer Lockerung der Corona-Verordnung dürfen viele Geschäfte in Mannheim wieder öffnen – jedoch mit Einschränkungen. Die Coronavirus-Pandemie stellt viele Menschen vor nicht-alltägliche Situationen und Probleme. Da Atemschutzmasken schon seit Beginn der Corona-Krise Mangelware sind und sich nicht jeder eine eigene Maske nähen kann, fragen sich jetzt viele Menschen, wie sie die Anforderungen der Maskenpflicht nachkommen sollen. Glücklicherweise gibt es in Heidelberg, Mannheim, Ludwigshafen und Region einige Orte, wo man sich kostengünstig Masken schneidern lassen kann. Du kannst aber auch ganz einfach Masken selbst machen, Du brauchst beispielsweise nur eine Socke dafür. Vor einem anderen Problem stehen Brautpaare, denn sie müssen sich jetzt entscheiden, ob sie sich trauen (lassen) oder erst mal auf die Post-Corona-Zeit warten wollen.

Aktuell ist Comic von Asterix und Obelix in aller Munde – denn in einem Heft taucht das Coronavirus auf! Auch hier ist der Name mit einem Feind verknüpft.

mw

Rubriklistenbild: © von Jungfeld

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