In Bussen und Bahnen nicht mehr reden

Mannheim: „Wenischer babble“ – rnv erntet Shitstorm für lustig gemeinten Facebook-Post

Mannheim - In Bussen und Bahnen der rnv gilt seit Monaten eine Maskenpflicht. Nun fordert das Unternehmen Fahrgäste dazu auf, „wenischer zu babble“ – und erntet damit Kritik.

Die rnv mit Sitz in Mannheim hat seit Beginn der Corona-Pandemie immer wieder mit witzigen Clips und Posts auf die Einhaltung der Corona-Regeln aufmerksam gemacht. So sorgt ein Video des Unternehmens auf YouTube für zahlreiche Lacher, die den Alltag eines rnv-Mitarbeiters in der Corona-Krise zeigen soll und mit dem #ufflosse wirbt. Damit sollen die Fahrgäste zum Auflassen ihres Mund-Nasen-Schutzes in Bussen und Bahnen animiert werden. Doch ein neuer Post der rnv könnte jetzt über das Ziel hinausgeschossen sein – und erntet Kritik.

NameRhein-Neckar-Verkehr
HauptsitzMannheim
Gründung2004
Mitarbeiter2.100

Mannheim: rnv-Fahrgäste sollen in Fahrzeugen nicht mehr reden

Wenischer Babble macht auch wenischer dicki Luft, mähnt ach moi Fraa“, schreibt die rnv auf Facebook. Da nicht jeder kurpfälzisch reden kann, kommt der Satz glücklicherweise auch mit einer Übersetzung. „Weniger schwätzen macht auch weniger ansteckende Luft, sagt sogar meine Frau.“ Mit diesem Satz bittet das Unternehmen seine Fahrgäste, in den Bussen und Bahnen weniger zu reden, um die Verbreitung von Aerosolen zu unterbinden. Auch Telefonieren in den öffentlichen Verkehrsmitteln gehört dazu.

Was ungewohnt klingt, gehört auf Mallorca seit dem 12. Januar zu den verschärften Corona-Regeln. Dort sollen Fahrgäste des öffentlichen Personenverkehrs schweigen. In Deutschland gibt es bislang nur eine Pflicht, in Bussen und Bahnen eine FFP2-Maske zu tragen. Doch bei steigender Fallzahlen könnte auch ein Telefonier - und Redeverbot auf uns zukommen. Darüber berichtet auch Merkur.de.

Mannheim: rnv postet Appell auf kurpfälzisch – und erntet Kritik

Mit ihren lustigen Aufforderungen auf Facebook, zu denen auch regelmäßiges Händewaschen, der richtige Sitz der Mund-Nasen-Bedeckung sowie der Verzicht auf unnötige Freizeitreisen gehören, hat sich die rnv aber auch Kritik eingefahren. So hagelt es unter dem Post negative Kommentare. Während einige konstruktiv sind und auf den Einsatz von mehr Fahrzeugen verweisen, schlagen andere über die Stränge.

Aber sonst geht es euch gut oder!? Eure Empfehlung könnt ihr euch sonst wo hin stecken“, schreibt eine Userin. „Und was passiert, wenn man doch spricht ??? - Am Besten den fragen, der sich das Sprechverbot ausgedacht hat !! Der hat bestimmt noch mehr so perverse, faschistische Ideen...“, schreibt eine andere Nutzerin. Andere sprechen sogar von einer „Demontage ihrer Grundrechte“. Doch bei aller Kritik finden manche Kommentatoren den Witz lustig und verstehen die Intention dahinter. Schließlich versucht die rnv nur, etwas Humor in eine Situation zu bringen, in der das Lachen schwerfällt.

Mannheim: rnv-Sprecherin von Kommentaren überrascht

Wie Susann Becker, Sprecherin des rnv, erklärt, handele es sich bei dem Facebook-Post nicht um ein Verbot, sondern um einen Appell mit Augenzwinkern. Die Bitte um Rücksichtnahme beziehe sich auch auf jene Passagiere, die zum Telefonieren oder Essen ihre Masken abnehmen. Man habe die Botschaft charmant und auf kurpfälzische Art verbreiten wollen. Von dem Ton der Kommentare sei Becker dann sehr überrascht gewesen. „Manche haben das nicht verstanden“, sagt die Sprecherin. (dpa/dh) *MANNHEIM24.de und Merkur.de sind Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © MANNHEIM24/Florian Römer

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